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Studentenleben live

Das Recht des Stärkeren: Zweirad gegen Vierrad

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

06.02.2014

Das Leben stellt dich manchmal auf harte Proben. Und oft genug wird man von seinen Mitmenschen gereizt und in schwierige Situationen gebracht. All diese Schwierigkeiten bündeln sich meiner Meinung nach im Straßenverkehr, wo noch immer das Recht des Stärkeren gilt. Die Gleichberechtigung der Geschlechter hat in unserem Land zum Glück schon Hand und Fuß, aber wenn es um die Gleichstellung von Verkehrsteilnehmern mit zwei Rädern zu denen mit vier Rädern geht, stecken wir in vielen Teilen Deutschlands nach wie vor im Mittelalter.

Kurz gesagt: Man hat es nicht leicht als Fahrradfahrer im Bayreuther Straßenverkehr.
Ich muss zwar einräumen, dass es hier eine sehr schöne alte Bahnstrecke gibt, die nun ein Fahrradweg ist und als Ring fast um die ganze Stadt führt. Gemeinhin ist dieser idyllische Weg als „Uni-Highway“ bekannt, aber sobald dieser von einer Autostraße gekreuzt wird, hört die Idylle meist schon wieder auf. Morgens muss ich auf meinem Weg zur Uni an einer solchen Kreuzung oft lange auf die Gunst der Autofahrer warten, die mich nur selten passieren zu lassen.

Anders sieht es bei Ampeln aus, bei denen – oh, Wunder – den Fahrradfahrern sogar ein kleiner Streifen zugesprochen wird. Pech hat man dann nur, wenn dieser Fahrradstreifen sich schon auf der Kreuzung in Wohlgefallen auflöst. Dann kann man nur noch hoffen, hinter sich einen barmherzigen Autofahrer zu haben, der einen auch jenseits der Kreuzung als vollwertigen Verkehrsteilnehmer wahrnimmt.

Leider muss in Sachen Barmherzigkeit noch viel geschehen in den Köpfen der Bayreuther Autofahrer. Als ich vor kurzem beim Grünwerden der Ampel auf eine Straße abbiegen wollte, hupte mich doch tatsächlich so ein Vierrad von hinten an und überholte mich hupenderweise noch in der Kurve! Entschuldigt meine emotionsgeladene Formulierung, aber ich war wirklich stinksauer. Noch dazu, weil es sich diesmal um eine Kreuzung handelte, bei der ich von einer Straße ohne Fahrradstreifen in eine MIT Fahrradstreifen bog. Das heißt, ich war einen Meter nach seinem bescheuerten Überholmanöver sowieso nicht mehr im Herrschaftsgebiet der Vierräder!

Wenn mein Ärger verfolgen ist, überlege ich mir, was man machen könnte, um die Situation zu entschärfen.

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