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Studentenleben live

École Normale Supérieure in Paris

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Rubrik:
studium

19.02.2014

Nachdem mich weder das Collège de France, noch die Sorbonne richtig überzeugen konnten, ging ich zur École Normale Supérieure kurz ENS. Ich fand den Eingang nicht sofort, lief an einigen elektronisch gesicherten Türen vorbei und fürchtete, auch hier nicht ohne Probleme hineinzukommen. Doch dann kam ich zum Haupteingang – weit geöffnet, ohne Wärter und sogar ohne Ausweiskontrolle. Wieder war es ein ziemlich altes Gebäude, wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert, mit quadratischem Innenhof. Alles war sehr gepflegt, es gab einen kleinen Springbrunnen in der Mitte, ein paar Bäume und Parkbänke.

Mitten im Hof standen ein paar Studenten zusammen. Ich sprach sie an und fragte, wo denn das Institut für Philosophie sei. Einer antwortete: im Haus Louis Pasteur. Also machte ich mich auf den Weg. Das Institut war in einem kleinen Haus untergebracht, gleich rechts vom Haupteingang. Ich betrat einen schmalen, düsteren Flur, alles wirkte wie in einem früheren Jahrhundert, nur die gedruckten Aushänge warn aus heutiger Zeit. Auf einem kleinen Tisch lag ein Stapel roter Hefte, das Vorlesungsverzeichnis des internationalen philosophischen Kolloquiums. Ich nahm eines der Hefte mit, um es in einem Café zu studieren.

Draußen kam ich am Schaufenster eines Immobilienmaklers vorbei und sah einige Aushänge mit kleinen und kleinsten Wohnungen, die zu vermieten sind. Ein kleines Zimmer mit zwölf Quadratmetern kostet hier 550 Euro. Eine Ein-Zimmer-Wohnung sogar 700 Euro. Vielleicht ist Leipzig ja doch nicht so übel?

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