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Studentenleben live

Bundesmusikparade

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

25.02.2014

Ich interessiere mich überhaupt nicht für Militär- und Blasmusik. Marschkapellen finde ich albern. Und niemals könnte ich mir das Ganze vier Stunden lang anhören, geschweige denn, dass ich Geld dafür ausgeben würde. Eher müsste man mich dafür bezahlen. Das alles weiß ich heute. Als ich mich frohen Mutes freiwillig dafür meldete, anlässlich der Bundesmusikparade für die Kriegsgräberfürsorge Flyer zu verteilen und Spenden zu sammeln, harrte ich gespannt der Dinge, die dort auf mich warteten und freute mich sogar auf ein bisschen Tamtam. Aber man kann es auch übertreiben.

Mir war nicht ganz ersichtlich, warum wir Flyer über unsere Jugendarbeit an 90-Jährige verteilten, aber nach getaner Arbeit hockte ich mich erwartungsvoll in die mit rund 5.000 Menschen gut gefüllte Festhalle – und schlug Mund und beide Backen auf: Man hätte vorher drauf kommen können, aber irgendwie haute es mich dann doch um, dass es eine Musikparade war. Mit Uniformen, marschieren, Militärgruß und so weiter. Und noch viel mehr war ich erstaunt darüber, dass diese Menschen offensichtlich sehr viel Geld dafür ausgegeben hatten und dass sie es vier Stunden aushielten! Nach einer halben Stunde musste ich den Saal verlassen und mich erholen. In der Pause sammelten wir Spenden ein und unterhielten uns mal hier, mal da. Ich konnte das alles irgendwie nicht ganz ernst nehmen. Als die Holländer am Ausgang noch einmal anfingen zu spielen, da musste ich einfach lauthals johlend meinen Beifall kundtun. Einer der Holländer lachte, rief seine Kollegen zusammen und wir machten unter lautem Gelächter ein Foto. Wenigstens nehmen sie sich selber auch nicht allzu ernst.

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