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Studentenleben live

Die Sprache der Liebe

Wer bisher dachte, Französisch oder Italienisch seien die romantischsten Sprachen der Welt, den muss ich jetzt enttäuschen. Die eigentliche Sprache der Liebe ist Slowenisch. Wie ich zu dieser Behauptung komme? Im Slowenischen gibt es zwar viele Laute, die wir als hart empfinden, daher kann es in puncto Klang wahrscheinlich mit den Romanischen Sprachen nicht mithalten – obwohl man bei Klängen und Musik bekanntermaßen unterschiedlicher Meinung sei kann. Dafür aber gibt es den Dual, womit keine der angeblichen „Liebessprachen“ dienen kann. Der Dual (Zweizahl) ist ein grammatisches Phänomen, das zwei Menschen oder Sachen bezeichnet. Er liegt zwischen unserem Singular und Plural und lässt sich auf Deutsch nicht ausdrücken. Slowenisch ist eine der wenigen Sprachen, in der es dieses Phänomen noch gibt. Mir war es bisher nur aus meinem Alt-Griechischstudium bekannt.

Zum lernen ist der „Formenreichtum“ natürlich mühsam. Man muss sowohl bei den Nomen eine Spalte mehr lernen (zwei Männer, zwei Frauen, zwei Kinder), als auch bei den Personalpronomen (wir zwei Männer, wir zwei Frauen, wir zwei Kinder und so weiter).

Für Slowenen, so versicherte mir eine Kommilitonin, sei es aber ein wichtiger Bestandteil der Sprache. So ist es zum Beispiel eine Beleidigung, zwei Leute in einem Café im Plural zu fragen: Was möchtet IHR trinken? Es müsste heißen: Was möchtet IHR ZWEI trinken. Diese für uns so fremde Form wird hier tatsächlich benutzt und ist nicht etwas, was nur im Lehrbuch steht und kein Einheimischer korrekt bilden kann.

Was kann es bitte Romantischeres geben, als von sich und der/dem Liebsten als „wir zwei“ (midva) zu sprechen? Eben.

P.S. Für alle Slowenischfans und die, die es werden wollen: Das Wort „Kind“ (otrok) ist natürlich maskulin, ich habe es hier nur als deutsches Beispiel für ein Neutrum benutzt.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Mar 25, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Mar 25, 2014

Studentenleben live

Studentenjobs in Leipzig

Mein Mitbewohner scheint auf keinen grünen Zweig zu kommen. Da er sein BWL-Studium im vierten Semester abgebrochen hat, um dann doch was Pädagogisches zu machen, musste er erst einmal lange suchen, bis er eine Möglichkeit fand, seine Ausbildung zu finanzieren. Jetzt bekommt er Meister-BAföG, was schon mal nicht schlecht ist, aber wohl nicht so gut und flexibel wie das studentische BAföG. Obwohl Leipzig zum Glück keine so teure Stadt ist, muss er nebenbei noch jobben, um über die Runden zu kommen. Und die Job-Situation ist leider nicht so rosig. DHL und Amazon sind zwei große Arbeitgeber am Stadtrand – von beiden habe ich nicht viel Gutes gehört. Kellnern oder Call-Center ist für meinen Mitbewohner auch nichts – so extrovertiert ist er nun doch nicht. Also hat er bei einer Bäckerei in der Nähe angefragt. Jeden Samstag und Sonntag darf er dort früh morgens antanzen und für 6,50 Euro die Stunde je nach Bedarf sechs bis zehn Stunden arbeiten. Nach sechs Stunden hat er 39 und nach ermattenden zehn Stunden hat er 65 Taler. Freizeit? Fehlanzeige. Sechs oder sieben Tage die Woche muss der gute Kerl früh raus. Ein Mindestlohn von 8,50 Euro wäre schon eine deutliche Verbesserung für ihn. Denn seine Eltern um etwas Unterstützung zu bitten, dazu ist er zu stolz.

Spätestens im Herbst muss auch ich wieder arbeiten, dann trampe ich nach Frankreich zur Weinlese. Dort gibt es schon einen Mindestlohn von 9,53 Euro! Und ich kann noch mein Französisch aufbessern und ein bisschen Sonne tanken. Klingt gut, oder?

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Mar 21, 2014
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Rubrik: studium
Mar 21, 2014

Studentenleben live

Fremdsein

Es ist jetzt das dritte Mal, dass ich mutterseelenallein in ein fremdes Land komme und darauf angewiesen bin, dass mir jemand hilft. Als ich zu meinem Freiwilligendienst nach Tschechien aufbrach hatte ich eine Telefonnummer, und die Verabredung, sich um drei Uhr am Rathaus zu treffen. Bei meinem ersten Praktikum in Frankreich hatte ich nur eine Adresse, nicht mal eine Telefonnummer. Und jetzt war ich darauf angewiesen, dass man mich in Belfort vom Bahnhof abholte. Wer auch immer.
Das alles hat funktioniert, doch jedes Mal war ich an einem Ort, an dem ich niemanden kannte, vorher nicht wusste, wie ich wohnen und leben würde, an dem die Sprache ein Hindernis darstellte. Und jedes Mal war ich dankbar für jedes Wort, jede Erklärung, jeden noch so schlecht ausgesprochenen deutschen Satz.
In Frankreich bin ich dabei zweimal in einem Mini-Städtchen oder Dorf gelandet, in dem ich als Deutsche eine Art Attraktion war. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, wenn mich jemand am Wochenende wie selbstverständlich zu sich eingeladen oder auf der Arbeit mit mir über Deutschland parliert hat. Aber ich habe auch Gegenteiliges erlebt. Es ist nicht so klasse, auf Hitler angesprochen zu werden und es ist auch nicht nett, wenn man im Beisein „der Deutschen“ permanent über sie redet, wohlwissend, dass „die Deutsche“ erstens einen Namen hat und zweitens jedes Wort versteht. Deutschsein heißt im Rest der Welt offensichtlich in erster Linie keine Fremdsprache zu beherrschen.
Konfrontiert mit derartigen Situationen frage ich mich manchmal wie es wohl ist, als ausländische Praktikantin nach Deutschland zu kommen. Was wird hierzulande von Fremden erwartet, wie geht man mit ihnen um? Werden sie auch so selbstverständlich nach Hause eingeladen? Ich hätte nicht übel Lust undercover nach Deutschland einzureisen. Nur um mal zu schauen …

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Mar 20, 2014
Autor: Inga
Rubrik: studium
Mar 20, 2014