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Studentenleben live

Studentenjobs in Leipzig

Mein Mitbewohner scheint auf keinen grünen Zweig zu kommen. Da er sein BWL-Studium im vierten Semester abgebrochen hat, um dann doch was Pädagogisches zu machen, musste er erst einmal lange suchen, bis er eine Möglichkeit fand, seine Ausbildung zu finanzieren. Jetzt bekommt er Meister-BAföG, was schon mal nicht schlecht ist, aber wohl nicht so gut und flexibel wie das studentische BAföG. Obwohl Leipzig zum Glück keine so teure Stadt ist, muss er nebenbei noch jobben, um über die Runden zu kommen. Und die Job-Situation ist leider nicht so rosig. DHL und Amazon sind zwei große Arbeitgeber am Stadtrand – von beiden habe ich nicht viel Gutes gehört. Kellnern oder Call-Center ist für meinen Mitbewohner auch nichts – so extrovertiert ist er nun doch nicht. Also hat er bei einer Bäckerei in der Nähe angefragt. Jeden Samstag und Sonntag darf er dort früh morgens antanzen und für 6,50 Euro die Stunde je nach Bedarf sechs bis zehn Stunden arbeiten. Nach sechs Stunden hat er 39 und nach ermattenden zehn Stunden hat er 65 Taler. Freizeit? Fehlanzeige. Sechs oder sieben Tage die Woche muss der gute Kerl früh raus. Ein Mindestlohn von 8,50 Euro wäre schon eine deutliche Verbesserung für ihn. Denn seine Eltern um etwas Unterstützung zu bitten, dazu ist er zu stolz.

Spätestens im Herbst muss auch ich wieder arbeiten, dann trampe ich nach Frankreich zur Weinlese. Dort gibt es schon einen Mindestlohn von 9,53 Euro! Und ich kann noch mein Französisch aufbessern und ein bisschen Sonne tanken. Klingt gut, oder?

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Mar 21, 2014
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Rubrik: studium
Mar 21, 2014

Studentenleben live

Fremdsein

Es ist jetzt das dritte Mal, dass ich mutterseelenallein in ein fremdes Land komme und darauf angewiesen bin, dass mir jemand hilft. Als ich zu meinem Freiwilligendienst nach Tschechien aufbrach hatte ich eine Telefonnummer, und die Verabredung, sich um drei Uhr am Rathaus zu treffen. Bei meinem ersten Praktikum in Frankreich hatte ich nur eine Adresse, nicht mal eine Telefonnummer. Und jetzt war ich darauf angewiesen, dass man mich in Belfort vom Bahnhof abholte. Wer auch immer.
Das alles hat funktioniert, doch jedes Mal war ich an einem Ort, an dem ich niemanden kannte, vorher nicht wusste, wie ich wohnen und leben würde, an dem die Sprache ein Hindernis darstellte. Und jedes Mal war ich dankbar für jedes Wort, jede Erklärung, jeden noch so schlecht ausgesprochenen deutschen Satz.
In Frankreich bin ich dabei zweimal in einem Mini-Städtchen oder Dorf gelandet, in dem ich als Deutsche eine Art Attraktion war. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, wenn mich jemand am Wochenende wie selbstverständlich zu sich eingeladen oder auf der Arbeit mit mir über Deutschland parliert hat. Aber ich habe auch Gegenteiliges erlebt. Es ist nicht so klasse, auf Hitler angesprochen zu werden und es ist auch nicht nett, wenn man im Beisein „der Deutschen“ permanent über sie redet, wohlwissend, dass „die Deutsche“ erstens einen Namen hat und zweitens jedes Wort versteht. Deutschsein heißt im Rest der Welt offensichtlich in erster Linie keine Fremdsprache zu beherrschen.
Konfrontiert mit derartigen Situationen frage ich mich manchmal wie es wohl ist, als ausländische Praktikantin nach Deutschland zu kommen. Was wird hierzulande von Fremden erwartet, wie geht man mit ihnen um? Werden sie auch so selbstverständlich nach Hause eingeladen? Ich hätte nicht übel Lust undercover nach Deutschland einzureisen. Nur um mal zu schauen …

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Mar 20, 2014
Autor: Inga
Rubrik: studium
Mar 20, 2014

Studentenleben live

Busfahrt nach Serbien

Juhu, es geht nach Serbien! Weg vom Schreibtisch und den sich stapelnden Büchern – meine ewigen Begleiter beim Hausarbeitenschreiben – hinein ins Abenteuer, auf den Balkan, Ex-Jugoslawien, Ort der Geschichte.

Die Zusage zum Trainingskurs kam sehr kurzfristig. Ich hatte mich erst zwei Wochen vor dem Start dafür beworben, nachdem ich einem Eilaufruf gefolgt war. So waren die Flüge denn auch schon recht teuer. Das war aber halb so schlimm, denn so konnte ich mich endlich mal über die Angebote von Fernreisebussen informieren.

Das Ergebnis: Göttingen – Belgrad in 23 Stunden. Das klang wie Musik in meinen Ohren. Dreiundzwanzig Stunden. Das ist ein ganzer Tag zum Beobachten vorbeiziehender Landschaften, zum Musikhören, zum Zeitunglesen, Nachdenken, Nachsinnen & Vorfreuen. Das erschien mir perfekt, nicht zuletzt, da mir Fliegen immer das Gefühl gibt, mein Körper reise schneller als meine Seele. Diesmal sollten sie tatsächlich gleich schnell unterwegs sein.

Bei der Planung meines romantisierten Abenteuertrips hatte ich mir unterdessen nicht vorgestellt, dass es keine Toilette an Bord gäbe und ich sehnsüchtig jeder Rast entgegensehen würde. An der ungarisch-serbischen Grenze entkamen wir nur knapp einer mehrstündigen Untersuchung unseres Gepäckes. Zudem schnarchten meine Sitznachbarn in der Nacht. Aber gut. Ich würde dennoch wieder den Bus nehmen – zumindest für eine Tour.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Mar 20, 2014
Autor: Anni
Rubrik: studium
Mar 20, 2014