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Studentenleben live

Procrastinatio acuta (Teil 2)

Obwohl über die Krankheit bisher nichts Genaueres bekannt ist, gibt es bereits Behandlungsmethoden, um Lern- und Motivationsschwächen zu verhindern oder zumindest zu verringern. Je nach Person und Krankheitsverlauf bieten sich folgende Therapien an:

1. Die Belohnungstherapie. Diese Therapie eignet sich besonders für Personen, die heimliche Laster haben. Sie setzen sich ein bestimmtes Ziel und eine bestimmte Belohnung für das Erreichen des Ziels. Beispielsweise gibt es einen Riegel Schokolade, eine Viertelstunde Computerspielen oder eine Folge der Lieblingsserie, sobald das erste Kapitel der Hausarbeit geschrieben ist. Die Belohnungen sollten wie die Ziele nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein, und bei näher rückender Abgabefrist auch an Zeitpunkte gekoppelt sein. Da der Wunsch nach Bedürfnisbefriedigung größer ist als die zu schreibenden Essayzeilen, ist diese Methode sehr effektiv, um procrastinatio acuta zu bekämpfen.

2. Die Planungstherapie. Diese Therapie ist am besten geeignet für Erkrankte, die perfektionistisch und sehr ordentlich veranlagt sind. Mithilfe von Kalendern, Stundenübersichten und To-Do-Listen erstellen sie sich beim ersten Anzeichen von procrastinatio acuta einen Plan, was wann in welcher Zeit erledigt oder gelernt werden muss. Dieser Plan wird von nun an akribisch befolgt, Verstöße dagegen werden nicht toleriert. Planungstherapiepatienten haben daher meistens schon nach dem ersten Ausbruch von procrastinatio acuta gelernt, mit der Krankheit zu leben und brauchen keine ärztliche oder therapeutische Unterstützung mehr.

3. Die Teamtherapie. Ehrgeizige Köpfe und gesellige Menschen finden in dieser Therapie meistens den richtigen Weg. Sie schließen sich mit anderen Erkrankten zu Selbsthilfegruppen zusammen und unterstützen sich gegenseitig im Kampf gegen die Krankheit. Zu sehen, wie erfolgreich andere bereits trotz procrastinatio acuta ihre Essays, Hausarbeiten und Lernpäckchen bearbeiten, motiviert dazu, genauso gut zu sein.

Die gute Nachricht: Eine chronische Form von procrastinatio acuta existiert nach derzeitigem medizinischem Stand offenbar nicht. Sobald die zu erledigenden Aufgaben beendet sind, konnte bisher bei jedem Erkrankten eine Heilung festgestellt werden – bis zur nächsten Prüfungsphase.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Apr 14, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Apr 14, 2014

Studentenleben live

Urban Gardening und Nachbarschaftsgärten

Genau wie ich sind viele Studenten zwar Habenichtse, aber sie haben Zeit und Ideen. So gibt es hier in Leipzig inzwischen einige quirlige Gärten auf den verschiedensten Freiflächen – häufig dort, wo im Zweiten Weltkrieg ein Haus zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde. Im Garten „Anna Linde“, nicht weit von mir, neben der Stadtteilbibliothek, werden in Hochbeeten in selbst gezimmerten Kisten Tomaten, Zucchinis und alles mögliche an Gemüse und Kräutern angebaut. In einem alten kleinen Bauwagen steht eine Kaffeemaschine, und immer wieder bringen ein paar Leute Kuchen mit, der dann dort günstig verkauft wird. Noch ist hier nicht jedes kleine Grundstück bebaut oder zugeparkt. Das gefällt mir so gut, dass ich dort ab und zu mithelfe.

In einem anderen Garten, nicht viel weiter, haben drei junge Studienabbrecher eine kleine Holzhütte gebaut, halten sich dort eine Ziege und ein paar Hühner. Auch hier kommen viele Leute auf einen Kaffee oder ein Stück Kuchen vorbei – es ist wie eine Mischung aus Biergarten und Bauernhof.

Im Laufe des Sommers wird das Gemüse dann geerntet, eingemacht oder zu feinem Essen verkocht. Gerade sind wir dabei, einen mobilen Pizza-Steinofen auf einem Anhänger zu bauen. Dann können wir die frischen Tomaten, Auberginen und den Basilikum verarbeiten.

Natürlich hat das Ganze nichts von Autarkie und funktioniert nur, weil wir das Mehl und den Mozzarella noch im Supermarkt bekommen; aber es geht ja eher darum, auch ein bisschen zu gärtnern, draußen zusammen zu sein und die Stadt ein bisschen freundlicher zu machen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 10, 2014
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Rubrik: studium
Apr 10, 2014

Studentenleben live

Mühsame Sommerzeit

Komplett fertig und eigentlich schon wieder absolut bereit für eine Urlaubsverlängerung, habe ich meinen ersten Tag zurück im Uni-Alltag hinter mich gebracht. Erschwert wurde das Ganze durch eine Stunde Schlafminimierung; schließlich wurde die Uhr auf Sommerzeit umgestellt. Meine Müdigkeit kann man aber auch darauf schieben, dass ich heute schon einige Stahlrohre in den Boden hauen musste. Das Bodenchemie-Praktikum, das ich diese Woche besuche, ist so zu umschreiben: Verwirrte Studenten stolpern durch den Wald und über Wiese, klopfen mit Hämmern Stahlrohre in den Boden, um sie dann (das soll einer verstehen) wieder rauszuziehen und den Dreck in Tüten zu füllen. Nachdem wir den Dreck ins Labor gebracht haben, durften wir alle sieben. Ich liebe es ja: buddeln im Dreck, Steinchen aus Stahlzylindern popeln und dann statt „Regenwurm“ ganz intellektuell „Lumbricus terrestris“ durch die Gegend zu brüllen, wenn man denn einen erwischt hat. Dass man bei so viel Aufregung und Aktion nach so einem Praktikumstag erschöpft ist, müsste jetzt eigentlich jeder verstehen.

Mal schauen wie die nächste Woche wird, aber ich hoffe mal, dass ich es schaffe, vom Urlaubsmodus in den Lern- und Arbeitsmodus zu schalten. In diesem Sinne an alle Saubermänner und Sauberfrauen da draußen: Falls ihr die Zeitumstellung noch vollkommen unbeeindruckt hingenommen habt und immer noch erst dann aufsteht, wenn die Sonne schon hoch am Himmel steht, dann sollte ihr euch doch schleunigst wieder auf ein anderes Tempo einstellen. Da kann ich euch nur nahelegen, dem Beispiel aller Geoökologen zu folgen und mal raus in die schöne Frühlingslandschaft zu gehen. Dann ist man abends ordnungsgemäß müde und hat durch Dreckklumpen basteln oder wahlweise auch an Blumen schnuppern gleich noch was für die Abwehrkräfte getan.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Apr 8, 2014
Autor: Mia
Rubrik: studium
Apr 8, 2014