interaktiv

Studentenleben live

Die Sache mit den Dozenten

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

22.04.2014

Im Prinzip kennen wir sie alle aus der Schule, diese Äußerungen wie „Ja, das Fach war nie so meins, aber hat wahrscheinlich am Lehrer gelegen“. Wer glaubt, dass das im Studium ein Ende findet, den wage ich, naiv zu nennen.

Ich habe mich durchaus des Öfteren über diejenigen echauffiert, die vor jedem Seminar in Facebook-Gruppen nachfragen, bei welchem Dozenten mit dem wenigsten Aufwand die meisten Leistungspunkte zu erreichen sind. In unserem Studium gibt es viel Raum, eigene Schwerpunkte zu setzen, und kaum Modulbausteine, in denen es komplett identische Parallelveranstaltungen gibt. So etwas könnte man meiner Meinung nach auch mal wertschätzen lernen, eigene Entscheidungen treffen, welche Seminare man belegen möchte (denn irgendwelche Präferenzen muss man doch haben, wenn ein Auswahlangebot besteht), sich möglicherweise mit Freunden absprechen, um nicht allein in der Veranstaltung zu sitzen. Und am Ende der Seminarreihe dann konstatieren, ob man diesen Dozenten in Zukunft eher suchen oder meiden wird.

In manchen Fällen muss ich jedoch zugeben, dass solche Vorab-Recherchen berechtigt sind. Beispielsweise können wir uns im Kompetenzbereich Deutsch aussuchen, in welcher Vertiefungsveranstaltung wir unsere Modulprüfung ablegen wollen – wir müssen uns dabei aber an denjenigen Dozenten wenden, bei dem wir das zugehörige Seminar besucht haben. Ich hatte also fünf thematische Schwerpunkte zur Auswahl und meine inhaltliche Präferenz war leider an die strengste der Dozentinnen gekoppelt. Diese wollte schon vorab ein Exposé zu meiner Hausarbeit erhalten, das sie dann in einer Sprechstunde mit mir gemeinsam aufgreifen konnte. Ich empfand das zunächst als unnötigen Aufwand, konnte es aber dennoch verstehen, zumal diese Veranstaltung eine größere Vorlesung gewesen war und der Andrang dementsprechend hoch. Als sie begeistert auf meine Vorstellung von der Arbeit reagierte, meinte ich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich hatte schließlich für ein Thema gekämpft, mit dem ich mich gern beschäftigen wollte und war sicher, so trotz strenger Dozentin ein besseres Ergebnis zu erzielen als in einem Seminar, das mich weniger interessierte. Als ich dann jedoch erkennen musste, dass meine Kommilitonen von ihren Dozenten teilweise neue Fristen für ihre Hausarbeiten bekamen, weil ihr Zeitplan durcheinander geriet, war ich ein wenig resigniert. Meine Dozentin erlaubte mir nämlich nicht einmal, mehr Seiten als gefordert abzugeben. So hoffe ich nun, dass die Arbeit nach der teils radikalen Kürzung und in den Händen einer pingeligen Prüferin trotzdem irgendwie gut sein wird.

Über die Facebook-Fragerei werde ich mich nach eingehender Überlegung jedoch auch weiterhin echauffieren, denn hier geht es erstens ganz oft um weniger wichtige Leistungen als Modulprüfungen. Und abgesehen davon werden dort so oft Meinungen über Dozenten verbreitet, die ich nicht teile, dass ich nicht verstehe, wie man auf die Idee kommen kann, jemand völlig Fremden nach seiner Empfehlung eines Dozenten zu fragen.

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