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Studentenleben live

Kinder, wie die Zeit vergeht!

Noch vorgestern paukte ich für eine der größten Klausuren in meinem Bachelorstudium und heute stelle ich mit verwirrtem Entzücken fest, dass diese Prüfung, die ich da gerade abgelegt habe, die letzte Prüfung vor meiner Bachelorarbeit war, die ernsthaft etwas zählt. Meine Pflicht ist getan. Alles, was jetzt noch kommt, ist mehr oder weniger die Kür. So schnell geht’s. Ich bin heilfroh, dass es soweit ist. Ich empfand dieses naturwissenschaftliche Bachelorstudium vor allem in den ersten drei Semestern als sehr anstrengend. Irgendwie hatte ich immer so viel zu tun, dass ich mit dem Lernstoff gerade so über die Runden kam. Und jetzt? Jetzt hab ich das Gefühl, doch schon so einiges zu wissen. Ich fühle mich sicherer in meinem Fach und in meinen Fähigkeiten und erkenne, dass sogar die Professoren die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen haben. Ich kann auch was! Zu meinem Glück fehlt mir nur noch, dass man mich nach meiner Meinung fragt. Aber bis das passiert, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Ich schätze mal, zumindest die Zeit, die es noch braucht, bis ich auch die Bachelorarbeit gemeistert habe. Das Bachelor-/Mastersystem hat, wie ich selber erfahren musste, doch ein paar Schwächen, aber etwas, was ich gut finde, ist, dass man nach drei Jahren die Möglichkeit hat, mit einem anerkannten Abschluss von der Uni zu gehen. Beim Diplom musste man da fünf Jahre durchhalten. Wer damals nach zwei Jahren feststellte, dass das Studium doch nicht der richtige Weg ist, musste in den sauren Apfel beißen, weil ein Abschluss dann noch in weiter Ferne lag.
Nach zweieinhalb Jahren Geoökologiestudium darf ich Gott sei Dank feststellen, dass dieses Studium das richtige für mich ist. Es macht mir immer mehr Spaß. Wie gut, dass ich in diesem Semester nicht mehr so viel Druck habe und mich deshalb, so hoffe ich, entspannt und freudig an die Bachelorarbeit heranwagen kann.

 

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Apr 23, 2014
Autor: Mia
Rubrik: studium
Apr 23, 2014

Studentenleben live

Die Sache mit den Dozenten

Im Prinzip kennen wir sie alle aus der Schule, diese Äußerungen wie „Ja, das Fach war nie so meins, aber hat wahrscheinlich am Lehrer gelegen“. Wer glaubt, dass das im Studium ein Ende findet, den wage ich, naiv zu nennen.

Ich habe mich durchaus des Öfteren über diejenigen echauffiert, die vor jedem Seminar in Facebook-Gruppen nachfragen, bei welchem Dozenten mit dem wenigsten Aufwand die meisten Leistungspunkte zu erreichen sind. In unserem Studium gibt es viel Raum, eigene Schwerpunkte zu setzen, und kaum Modulbausteine, in denen es komplett identische Parallelveranstaltungen gibt. So etwas könnte man meiner Meinung nach auch mal wertschätzen lernen, eigene Entscheidungen treffen, welche Seminare man belegen möchte (denn irgendwelche Präferenzen muss man doch haben, wenn ein Auswahlangebot besteht), sich möglicherweise mit Freunden absprechen, um nicht allein in der Veranstaltung zu sitzen. Und am Ende der Seminarreihe dann konstatieren, ob man diesen Dozenten in Zukunft eher suchen oder meiden wird.

In manchen Fällen muss ich jedoch zugeben, dass solche Vorab-Recherchen berechtigt sind. Beispielsweise können wir uns im Kompetenzbereich Deutsch aussuchen, in welcher Vertiefungsveranstaltung wir unsere Modulprüfung ablegen wollen – wir müssen uns dabei aber an denjenigen Dozenten wenden, bei dem wir das zugehörige Seminar besucht haben. Ich hatte also fünf thematische Schwerpunkte zur Auswahl und meine inhaltliche Präferenz war leider an die strengste der Dozentinnen gekoppelt. Diese wollte schon vorab ein Exposé zu meiner Hausarbeit erhalten, das sie dann in einer Sprechstunde mit mir gemeinsam aufgreifen konnte. Ich empfand das zunächst als unnötigen Aufwand, konnte es aber dennoch verstehen, zumal diese Veranstaltung eine größere Vorlesung gewesen war und der Andrang dementsprechend hoch. Als sie begeistert auf meine Vorstellung von der Arbeit reagierte, meinte ich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich hatte schließlich für ein Thema gekämpft, mit dem ich mich gern beschäftigen wollte und war sicher, so trotz strenger Dozentin ein besseres Ergebnis zu erzielen als in einem Seminar, das mich weniger interessierte. Als ich dann jedoch erkennen musste, dass meine Kommilitonen von ihren Dozenten teilweise neue Fristen für ihre Hausarbeiten bekamen, weil ihr Zeitplan durcheinander geriet, war ich ein wenig resigniert. Meine Dozentin erlaubte mir nämlich nicht einmal, mehr Seiten als gefordert abzugeben. So hoffe ich nun, dass die Arbeit nach der teils radikalen Kürzung und in den Händen einer pingeligen Prüferin trotzdem irgendwie gut sein wird.

Über die Facebook-Fragerei werde ich mich nach eingehender Überlegung jedoch auch weiterhin echauffieren, denn hier geht es erstens ganz oft um weniger wichtige Leistungen als Modulprüfungen. Und abgesehen davon werden dort so oft Meinungen über Dozenten verbreitet, die ich nicht teile, dass ich nicht verstehe, wie man auf die Idee kommen kann, jemand völlig Fremden nach seiner Empfehlung eines Dozenten zu fragen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Apr 22, 2014
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Apr 22, 2014

Studentenleben live

Zwei Väter

Rose Simon

Jeder, der nach Ljubljana kommt, geht zuerst auf den Hauptplatz, den Preseren Trg mit der Statue des slowenischen Nationaldichters France Preseren. Man sieht aber nicht nur das Denkmal des Dichters und seiner Muse, sondern auch die berühmte dreifache Brücke – die Ljubljanica –, den schönen Fluss und eine rosa Kirche. Rosa scheint hier eine sehr beliebte Farbe für Kirchen zu sein. Denn auf dem Hausberg Ljubljanas, dem Roznik, steht noch ein etwas kleineres Exemplar. Und auch viele Bahnhöfe sind hier in Rosa gehalten.

Aber zurück zur Kirche am Preseren Trg. Als ich sie mir genauer anschaute, musste ich feststellen, dass jemand etwas an die Außenfassade gesprüht hatte. „Jezus je imel dva oceta“ steht dort in großen schwarzen Lettern. Ich fand und finde es unmöglich, dass jemand seine Botschaft an ein heiliges Gebäude sprüht. Schließlich gehört es sich nun wirklich nicht, eine Kirche zu verschandeln. Aber nachdem ich nun schon länger meinen Sprachkurs besuche, kann ich mir ein Lachen kaum noch verkneifen, jedes Mal, wenn ich über den Hauptplatz laufe. Denn „Jezus je imel dva oceta“ heißt nichts anderes als: „Jesus hatte zwei Väter.“ Ob das jetzt ein Statement für eine Patchworkfamilie ist? Ich finde es jedenfalls ziemlich witzig. Und bin auch ein bisschen stolz, dass ich schon einen Witz auf Slowenisch verstanden habe.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Apr 16, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Apr 16, 2014