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Studentenleben live

Beziehungstief

Selbst in den besten Liebschaften kriselt es mal, das war mir klar, aber irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet, dass es mich je so hart treffen könnte wie jetzt. Nein, Entwarnung, bei meinem Freund und mir ist weiterhin alles gut, aber das Verhältnis zu meiner Uni ist nicht mehr so rosig wie noch vor einem Jahr. Den HHU-Pulli trage ich zwar immer noch gerne (wenn es denn mal kalt genug ist), aber in gewisser Weise bin ich fast schon froh, nächstes Jahr fertig zu sein und die Möglichkeit zu haben, irgendwo anders neu anzufangen.

An den Lehrveranstaltungen liegt es nicht. Ich bin meistens diejenige im Seminar, die von den Dozenten nur dann drangenommen wird, wenn sich sonst keiner meldet, damit die Gruppendiskussion nicht in einem Zwiegespräch endet. Und ich bin diejenige, die in der Vorlesung zeitgleich am Handy spielt und mit ihrer Sitznachbarin redet, aber trotzdem immer wieder abrupt ein „pscht, ich muss mal eben kurz mitschreiben“ einwirft und sich konzentriert, bis das, was der Dozent sagt, wieder unwichtig genug wird. Mein Interesse und meine Lernbegierde lassen sich nicht bremsen und werden mit ausreichend guten Noten belohnt, um weiterhin motiviert zu bleiben.

Was mich vielmehr ärgert, sind mehrere Dinge, die zusammenkommen, um eine negative Grundstimmung dem Konstrukt Uni gegenüber aufzubauen. Zum einen wäre da die bereits erwähnte Nicht-Berücksichtigung der Ergänzungsfächler in Soziologie. Dass man Sachen nur dann bekommt, wenn man nachfragt und zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist – und das nur, weil man im Ergänzungsfach statt im Kernfach studiert –, stößt mir immer wieder negativ auf.

Germanistik begeistert mich allerdings auch nicht mehr so sehr wie noch vor einem Jahr. Das Tutorium im dritten Semester hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Umso enttäuschter war ich, als ich vor wenigen Wochen dann zufällig erfuhr, dass es dieses Semester weder ein Tutoren-Casting gibt, noch dass ich irgendwie sonst die Möglichkeit haben werde, erneut ein Tutorium zu leiten. Die Tutoren werden dieses Jahr von den Fachschaftsräten ausgewählt – oder so ähnlich. Bisher hat niemand, den ich gefragt habe, vollständigen Durchblick. Dennoch versuche ich, mir davon nicht die Laune verderben zu lassen. Mit Engagement und Hartnäckigkeit werde ich dieses Semester wohl endlich in die notwendigen Soziologie-Kurse reinkommen. Und kein weiteres Tutorium geben zu können, ist zwar schade, aber so habe ich immerhin mehr Zeit, mich auf meine Kurse zu konzentrieren.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Aug 20, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Aug 20, 2014

Studentenleben live

Der Traum vom eigenen Garten

Ach ja, ein eigener Garten. Das wär doch was. Das hätte ich gerne. Als ich mich mit meinem Mann vor gut einem Jahr auf die Suche nach einer Wohnung machte, war ich auch etwas wehmütig, als während der Suche klar wurde, dass das mit dem eigenen Garten wohl nichts wird.

Letztendlich entschieden wir uns also für eine Wohnung ohne Garten, dafür aber mit Balkon. Als erste Amtshandlung wurde dann auch der liebevoll bestückte Trostgarten meiner Mutter (ein Blumenkasten) angebracht und es folgten viele weitere Pflanzen. Mit großer Leidenschaft säte ich Blumensamen in kleine Töpfe und freute mich wie ein Kind über jeden grünenden Keim. Im Mai wurden dann härtere Geschütze aufgefahren: In großen Bottichen kamen Paprika, Gurken und vor allem Tomatenpflänzchen auf den Balkon. Seitdem hat sich der Balkon mehr und mehr in ein grünes Paradies verwandelt. Wobei die Tomatenpflanzen mit ihren teilweise über zwei Metern Höhe auch schon fast für ein Dschungelflair sorgen.

Und was hab ich nicht gelitten mit dem Grünzeug. Hin und wieder knickt eine Tomatenranke um, das schmerzt mich dann sehr. Wenn die Pflanzen nach heißen Tagen alle Blätter hängen lassen, fühlt sich das an wie ein Schlag in Gesicht und man muss bangen, ob das Grünzeug den durch die eigene Nachlässigkeit herbeigeführten Wassermangel überlebt. Aber am allerschlimmsten sind die Läuse. Es ist grausam zuzuschauen, wie diese Biester ganz langsam den Lebenssaft aus den Pflanzen ziehen. Chemische Pestizide verwenden mag ich nicht, also hab ich mich durch die Hausmittelchen durchprobiert. Ein Sud aus Brennnesseln brachte dann endlich den gewünschten Effekt. Die Läuse verschwanden wieder. Allerdings war mir nicht bewusst, wie sehr dieses Gebräu stinkt. Beim nächsten Befall hab ich das geruchstarke Läusegift in eine Sprühflasche gebracht, damit kann man den starken Saft besser dosieren und es stinkt nicht ständig.

Und jetzt ist es endlich soweit: Ich kann die ersten Früchte meiner Arbeit ernten. Was für ein Erlebnis: die erste eigene Gurke! Und was haben wir uns gefreut an den kleinen grünen Perlen, die dann endlich an den Tomatenpflanzen wucherten.

Es heißt ja immer: Auch ein kleiner Garten macht große Arbeit. Ich möchte hinzufügen: aber auch große Emotionen!

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Aug 19, 2014
Autor: Mia
Rubrik: studium
Aug 19, 2014

Studentenleben live

Schwächen der Kulturwissenschaftler

BWL, Marketing oder rechtliche Grundlagen werden bei uns nicht thematisiert. Es gibt zwar ein Modul zu Organisationskulturen, da geht es aber darum, dass jede Institution eine Kultur hat, die das Handeln der Mitwirkenden prägt. Wir hatten auch ein Modul zum Kulturmanagement, haben uns da aber eher ausprobiert. Fachliches Wissen wurde mir dabei leider nicht vermittelt.

Obwohl wir uns im Studium mit fremden Kulturen befassen, werden meines Wissens keine Sprachkurse angeboten. Das ist vor allem für diejenigen ein Problem, die beruflich später in die interkulturelle Kommunikation oder in einen transkulturellen Bereich gehen wollen, da sind Sprachen unumgänglich.

Den kompetenten Umgang mit Computern, Medienprogrammen oder Präsentationsprogrammen muss man auch weitgehend eigenverantwortlich lernen. Ich hatte in den drei Jahren meines Studiums nur zwei Tage lang einen Workshop zum Erstellen eines Imagefilms.

Für besonders wichtig halte ich es, das man Kontakte in die Arbeitswelt knüpft, denn oft sind Beziehungen alles. Zudem ist es natürlich immer gut, sich durch Praktika auszuzeichnen (aber auch nicht wahllos und ewig unbezahlt). Auch Fortbildungen schärfen das Profil. Man kann beispielsweise ein Bewerbungstraining machen und sich auf Assessment-Center vorbereiten. Ganz wichtig ist auch die mentale Einstellung. Es wird nicht leicht werden, denn gerade für Kulturwissenschaftler gibt es äußerst selten Stellen, auf die sie genau passen. Also heißt es durchhalten, selbstbewusst und flexibel sein. 

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Aug 19, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Aug 19, 2014