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Studentenleben live

Der Traum vom eigenen Garten

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

19.08.2014

Ach ja, ein eigener Garten. Das wär doch was. Das hätte ich gerne. Als ich mich mit meinem Mann vor gut einem Jahr auf die Suche nach einer Wohnung machte, war ich auch etwas wehmütig, als während der Suche klar wurde, dass das mit dem eigenen Garten wohl nichts wird.

Letztendlich entschieden wir uns also für eine Wohnung ohne Garten, dafür aber mit Balkon. Als erste Amtshandlung wurde dann auch der liebevoll bestückte Trostgarten meiner Mutter (ein Blumenkasten) angebracht und es folgten viele weitere Pflanzen. Mit großer Leidenschaft säte ich Blumensamen in kleine Töpfe und freute mich wie ein Kind über jeden grünenden Keim. Im Mai wurden dann härtere Geschütze aufgefahren: In großen Bottichen kamen Paprika, Gurken und vor allem Tomatenpflänzchen auf den Balkon. Seitdem hat sich der Balkon mehr und mehr in ein grünes Paradies verwandelt. Wobei die Tomatenpflanzen mit ihren teilweise über zwei Metern Höhe auch schon fast für ein Dschungelflair sorgen.

Und was hab ich nicht gelitten mit dem Grünzeug. Hin und wieder knickt eine Tomatenranke um, das schmerzt mich dann sehr. Wenn die Pflanzen nach heißen Tagen alle Blätter hängen lassen, fühlt sich das an wie ein Schlag in Gesicht und man muss bangen, ob das Grünzeug den durch die eigene Nachlässigkeit herbeigeführten Wassermangel überlebt. Aber am allerschlimmsten sind die Läuse. Es ist grausam zuzuschauen, wie diese Biester ganz langsam den Lebenssaft aus den Pflanzen ziehen. Chemische Pestizide verwenden mag ich nicht, also hab ich mich durch die Hausmittelchen durchprobiert. Ein Sud aus Brennnesseln brachte dann endlich den gewünschten Effekt. Die Läuse verschwanden wieder. Allerdings war mir nicht bewusst, wie sehr dieses Gebräu stinkt. Beim nächsten Befall hab ich das geruchstarke Läusegift in eine Sprühflasche gebracht, damit kann man den starken Saft besser dosieren und es stinkt nicht ständig.

Und jetzt ist es endlich soweit: Ich kann die ersten Früchte meiner Arbeit ernten. Was für ein Erlebnis: die erste eigene Gurke! Und was haben wir uns gefreut an den kleinen grünen Perlen, die dann endlich an den Tomatenpflanzen wucherten.

Es heißt ja immer: Auch ein kleiner Garten macht große Arbeit. Ich möchte hinzufügen: aber auch große Emotionen!

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