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Studentenleben live

Der Traum vom eigenen Garten

Ach ja, ein eigener Garten. Das wär doch was. Das hätte ich gerne. Als ich mich mit meinem Mann vor gut einem Jahr auf die Suche nach einer Wohnung machte, war ich auch etwas wehmütig, als während der Suche klar wurde, dass das mit dem eigenen Garten wohl nichts wird.

Letztendlich entschieden wir uns also für eine Wohnung ohne Garten, dafür aber mit Balkon. Als erste Amtshandlung wurde dann auch der liebevoll bestückte Trostgarten meiner Mutter (ein Blumenkasten) angebracht und es folgten viele weitere Pflanzen. Mit großer Leidenschaft säte ich Blumensamen in kleine Töpfe und freute mich wie ein Kind über jeden grünenden Keim. Im Mai wurden dann härtere Geschütze aufgefahren: In großen Bottichen kamen Paprika, Gurken und vor allem Tomatenpflänzchen auf den Balkon. Seitdem hat sich der Balkon mehr und mehr in ein grünes Paradies verwandelt. Wobei die Tomatenpflanzen mit ihren teilweise über zwei Metern Höhe auch schon fast für ein Dschungelflair sorgen.

Und was hab ich nicht gelitten mit dem Grünzeug. Hin und wieder knickt eine Tomatenranke um, das schmerzt mich dann sehr. Wenn die Pflanzen nach heißen Tagen alle Blätter hängen lassen, fühlt sich das an wie ein Schlag in Gesicht und man muss bangen, ob das Grünzeug den durch die eigene Nachlässigkeit herbeigeführten Wassermangel überlebt. Aber am allerschlimmsten sind die Läuse. Es ist grausam zuzuschauen, wie diese Biester ganz langsam den Lebenssaft aus den Pflanzen ziehen. Chemische Pestizide verwenden mag ich nicht, also hab ich mich durch die Hausmittelchen durchprobiert. Ein Sud aus Brennnesseln brachte dann endlich den gewünschten Effekt. Die Läuse verschwanden wieder. Allerdings war mir nicht bewusst, wie sehr dieses Gebräu stinkt. Beim nächsten Befall hab ich das geruchstarke Läusegift in eine Sprühflasche gebracht, damit kann man den starken Saft besser dosieren und es stinkt nicht ständig.

Und jetzt ist es endlich soweit: Ich kann die ersten Früchte meiner Arbeit ernten. Was für ein Erlebnis: die erste eigene Gurke! Und was haben wir uns gefreut an den kleinen grünen Perlen, die dann endlich an den Tomatenpflanzen wucherten.

Es heißt ja immer: Auch ein kleiner Garten macht große Arbeit. Ich möchte hinzufügen: aber auch große Emotionen!

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Aug 19, 2014
Autor: Mia
Rubrik: studium
Aug 19, 2014

Studentenleben live

Schwächen der Kulturwissenschaftler

BWL, Marketing oder rechtliche Grundlagen werden bei uns nicht thematisiert. Es gibt zwar ein Modul zu Organisationskulturen, da geht es aber darum, dass jede Institution eine Kultur hat, die das Handeln der Mitwirkenden prägt. Wir hatten auch ein Modul zum Kulturmanagement, haben uns da aber eher ausprobiert. Fachliches Wissen wurde mir dabei leider nicht vermittelt.

Obwohl wir uns im Studium mit fremden Kulturen befassen, werden meines Wissens keine Sprachkurse angeboten. Das ist vor allem für diejenigen ein Problem, die beruflich später in die interkulturelle Kommunikation oder in einen transkulturellen Bereich gehen wollen, da sind Sprachen unumgänglich.

Den kompetenten Umgang mit Computern, Medienprogrammen oder Präsentationsprogrammen muss man auch weitgehend eigenverantwortlich lernen. Ich hatte in den drei Jahren meines Studiums nur zwei Tage lang einen Workshop zum Erstellen eines Imagefilms.

Für besonders wichtig halte ich es, das man Kontakte in die Arbeitswelt knüpft, denn oft sind Beziehungen alles. Zudem ist es natürlich immer gut, sich durch Praktika auszuzeichnen (aber auch nicht wahllos und ewig unbezahlt). Auch Fortbildungen schärfen das Profil. Man kann beispielsweise ein Bewerbungstraining machen und sich auf Assessment-Center vorbereiten. Ganz wichtig ist auch die mentale Einstellung. Es wird nicht leicht werden, denn gerade für Kulturwissenschaftler gibt es äußerst selten Stellen, auf die sie genau passen. Also heißt es durchhalten, selbstbewusst und flexibel sein. 

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Aug 19, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Aug 19, 2014

Studentenleben live

Studentenleben

Ein bisschen überrascht habe ich nach meiner Ankunft festgestellt, dass ich hier ja tatsächlich auch zur Uni gehe – das Trimester war für mich schon als Spaß, Freizeit und Abenteuer abgestempelt. Doch so quälte ich mich am ersten Morgen in der Dunkelheit aus dem Bett, während der Tafelberg in Wolken gehüllt blieb, schmiss den kleinen Tata (ein indischer Kleinwagen) an und brauste zur Uni. Wie überall hier, wurde ich freundlich in Empfang genommen. Bei Schokomuffins mit Käse obendrauf und ganz viel gebratenem Fleisch wählte ich meine Kurse – zwei, damit ich mich nicht übernehme. Am Dienstagnachmittag habe ich jetzt also „Punishment and Human Rights“ und mittwochs übe ich beim „Mediation“-Kurs drei Stunden lang mein (legal) English. Eine Anwesenheitspflicht gibt es hoffentlich nicht, also warten mit diesem Stundenplan goldene Zeiten auf mich. Circa zehn andere Austauschstudenten wählen auch Jura-Kurse, darunter vier Deutsche und sechs Dänen.

Nach der Kurswahl stieg ich zusammen mit ein paar neuen Kommilitonen die Hügel hoch auf den Upper Campus, um weitere Formalitäten wie die Student-ID-Card und die Parkplakette zu erledigen. Bis jetzt läuft das Auslandssemester gut an, mit Fahrten an das Kap der guten Hoffnung, Wanderungen auf den Lion's Head (neben dem Tafelberg der zweite Hausberg Kapstadts) und dem einen oder anderen Strandbesuch. Wenn hier mal die Sonne scheint, wird es auch im Winter angenehm warm. Und weil auch in der ersten Woche die Kurse nur langsam anlaufen und wir alle noch nicht viel tun müssen, unternehmen wir gleich mal einen mehrtägigen Ausflug zur „Garden Route“ (eine Region an der Südküste Südafrikas). So könnte ich mir studieren in Deutschland auch vorstellen!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Aug 13, 2014
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Aug 13, 2014