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Studentenleben live

Beziehungstief

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

20.08.2014

Selbst in den besten Liebschaften kriselt es mal, das war mir klar, aber irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet, dass es mich je so hart treffen könnte wie jetzt. Nein, Entwarnung, bei meinem Freund und mir ist weiterhin alles gut, aber das Verhältnis zu meiner Uni ist nicht mehr so rosig wie noch vor einem Jahr. Den HHU-Pulli trage ich zwar immer noch gerne (wenn es denn mal kalt genug ist), aber in gewisser Weise bin ich fast schon froh, nächstes Jahr fertig zu sein und die Möglichkeit zu haben, irgendwo anders neu anzufangen.

An den Lehrveranstaltungen liegt es nicht. Ich bin meistens diejenige im Seminar, die von den Dozenten nur dann drangenommen wird, wenn sich sonst keiner meldet, damit die Gruppendiskussion nicht in einem Zwiegespräch endet. Und ich bin diejenige, die in der Vorlesung zeitgleich am Handy spielt und mit ihrer Sitznachbarin redet, aber trotzdem immer wieder abrupt ein „pscht, ich muss mal eben kurz mitschreiben“ einwirft und sich konzentriert, bis das, was der Dozent sagt, wieder unwichtig genug wird. Mein Interesse und meine Lernbegierde lassen sich nicht bremsen und werden mit ausreichend guten Noten belohnt, um weiterhin motiviert zu bleiben.

Was mich vielmehr ärgert, sind mehrere Dinge, die zusammenkommen, um eine negative Grundstimmung dem Konstrukt Uni gegenüber aufzubauen. Zum einen wäre da die bereits erwähnte Nicht-Berücksichtigung der Ergänzungsfächler in Soziologie. Dass man Sachen nur dann bekommt, wenn man nachfragt und zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist – und das nur, weil man im Ergänzungsfach statt im Kernfach studiert –, stößt mir immer wieder negativ auf.

Germanistik begeistert mich allerdings auch nicht mehr so sehr wie noch vor einem Jahr. Das Tutorium im dritten Semester hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Umso enttäuschter war ich, als ich vor wenigen Wochen dann zufällig erfuhr, dass es dieses Semester weder ein Tutoren-Casting gibt, noch dass ich irgendwie sonst die Möglichkeit haben werde, erneut ein Tutorium zu leiten. Die Tutoren werden dieses Jahr von den Fachschaftsräten ausgewählt – oder so ähnlich. Bisher hat niemand, den ich gefragt habe, vollständigen Durchblick. Dennoch versuche ich, mir davon nicht die Laune verderben zu lassen. Mit Engagement und Hartnäckigkeit werde ich dieses Semester wohl endlich in die notwendigen Soziologie-Kurse reinkommen. Und kein weiteres Tutorium geben zu können, ist zwar schade, aber so habe ich immerhin mehr Zeit, mich auf meine Kurse zu konzentrieren.

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