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Studentenleben live

Schreiben ist denken

Cogito ergo sum - ich denke, also bin ich, sagte einst der französische Philosoph René Descartes. Meiner Meinung nach hat Herr Descartes dabei ein wichtiges Detail vergessen, das da lautet: Schreiben ist denken. Nun wäre es ein Trugschluss anzunehmen, dass nur existent ist, wer schreibt. Doch es ist sicher kein Trugschluss, dass sich die Masterarbeit nur übers Schreiben ordnet und eben in diesem Prozess der Wortfindung sich auch die Gedanken über die Zusammenhänge ausformen.

Die Masterarbeit drängt mich immer mehr und ich komme leider nicht so recht voran. Ich lese und lese... und lese, lese, lese... bis ich zu dem Schluss kam, dass mir irgendetwas fehlt. Ein Puzzlestein, dessen Fehlen sozusagen ein Hindernis darstellt fürs Vorankommen im Arbeitsprozess. So las ich denn auch über das Schreiben, über das Arbeiten, über deren Hindernisse und über x, y, z. Um zu der banalen Antwort zu gelangen: Schreiben ist denken.

Es ist wohl rechter Unsinn zu erwarten, eine Thematik analytisch bis ins Detail zu durchdringen, bevor auch nur ein Wort die weiße Seite ziert. Mein Thema und wahrscheinlich auch die meisten anderen sind zu komplex und weitläufig dafür. Interessante Gedanken kommen wie sie gehen, werden sie nicht niedergeschrieben, verblassen sie, bevor ihre groben Konturen an Gestalt gewinnen.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Aug 26, 2014
Autor: Anni
Rubrik: studium
Aug 26, 2014

Studentenleben live

Übergang in den Master

Eine Weile habe ich nicht gebloggt – das Ende de Bachelors war echt hart. Ich wusste nicht, wo mir der Kopf steht, war angesichts des Bergs an Arbeit und Zeitdruck verzweifelt. Auch meine Freunde merkten schon an, dass ich mich nicht genügend um sie kümmere. Mittlerweile hab ich es überstanden und möchte euch folgenden Tipp geben: Augen auf bei der Themenwahl für die Bachelorarbeit. Ich hatte meinen Professor nach einem Thema gefragt, fand dass sein Vorschlag interessant klang und habe es genommen. Ich hatte ja keine Ahnung, was das Thema alles umfasste. Ich habe es letztendlich über die Bühne gebracht, aber ich hätte mir viel Stress ersparen können.

Neben der Bachelorarbeit habe ich viele Bewerbungen für einen Masterstudienplatz geschrieben. Nach und nach trudelten dann die Zu- und Absagen ein. Wie schon befürchtet, war das Problem, dass manche Unis bis Anfang August eine definitive Zusage haben wollten, andere da aber noch die Unterlagen prüften und mir erst viel später Bescheid gaben. Ich habe mich dann Anfang August für den Masterstudiengang Medienwissenschaften in Tübingen entschieden. Es war mir zu riskant, zu warten, ob da noch etwas Besseres kommt. Und mit Tübingen bin ich auch voll zufrieden. Die Uni wurde sogar als Elite-Uni ausgezeichnet, was insofern toll ist, als dass Fördermittel zur Verfügung stehen.

Da es kaum freie Wohnungen in Tübingen gibt, machte ich mich über WG-gesucht.de sofort auf die Suche. Zwei Tage lang habe ich mir WGs angesehen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig wird, schließlich komme ich eigentlich mit den meisten Leuten gut aus. Das Zimmer selbst war mir dabei gar nicht so wichtig. Aber man muss mit seinen Mitbewohnern lachen können. Daran merkt man, ob man sich wohlfühlt und ob man zusammenpasst. Die letzte von insgesamt sieben Wohnungen hat mir dann gefallen und ich bekam die Zusage. In einem Monat geht’s also auf nach Tübingen!

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Aug 25, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Aug 25, 2014

Studentenleben live

Ein Monat danach

Knapp einen Monat bin ich nun schon wieder aus Ljubljana zurück. Und es kommt mir vor, als wäre ich vor Ewigkeiten dort gewesen. Die Schweiz des Balkans, wie Slowenien auch scherzhaft genannt wird, ist in weite Ferne gerückt. Schon am ersten Tag zurück in Deutschland hatte ich das Gefühl, dass alles so seine Richtigkeit hat. Das Gefühl „in der eigenen Heimat fremd zu sein“, was einem oft für die Wiederkehr aus dem Ausland vorausgesagt wird, trat überhaupt nicht ein. Weder in Freiburg, noch in Berlin. Ich hatte aber auch nicht ernsthaft damit gerechnet, schließlich hatte ich dieses Gefühl auch nach meinem FSJ nicht, wo ich doch ein ganzes Jahr weg war und nicht nur fünf Monate. Hat mich die Zeit so wenig geprägt? Ist Ljubljana so nichtssagend gewesen, dass man es am besten gleich wieder vergisst? Oder bin ich einfach so typisch deutsch, dass ich ganz klar hierher gehöre?

Nichtssagend ist Ljubljana bestimmt nicht, im Gegenteil, es ist eine tolle Stadt und ich habe mich dort auch sehr wohlgefühlt. Und nein, natürlich war es nicht unnütz, weggegangen zu sein. Ich bin mir sicher, dass ich Vieles dazugelernt habe, das ich nur im Moment nicht genau benennen kann. Anders kann es ja gar nicht sein.

Dennoch wusste ich von Anfang an, dass ich mich nicht unsterblich in Land und Leute verlieben werde und dass ich auch sicherlich nicht würde weinen müssen, kurz bevor ich abfahre. Das Leben kann einem zwar einen Strich durch die Rechnung machen und es kommt plötzlich ganz anders als erwartet, aber dieses Semester war von vornherein so geplant, dass ich von Mitte Februar bis Mitte Juli bleiben würde. Sicherlich auch nicht viel länger, weil ich im August meine Familie sehen wollte und im September mit meinem Schulpraxissemester im Schwarzwald beginnen muss, schließlich hätte ich die Praxisphase schon vor einem Jahr machen sollen.

Davon, dass man in fünf Monaten weder die Liebe des Lebens noch die Freundschaften seines Lebens findet, bin ich selbstverständlich ausgegangen. Wahrscheinlich war ich schon in zu vielen internationalen Gruppen unterwegs gewesen, um zu glauben, dass man dann mit allen regelmäßig Kontakt hält. Und so traurig es klingt: Ich habe genug Freunde und es fällt mir schwer mit allen von ihnen Kontakt zu halten. Das ist einfach kein Platz für neue. Was bleibt nun von diesem gut geplantem Semester? Es war nicht das Abenteuer meines Lebens, aber wahrscheinlich mehr als man denkt.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Aug 22, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Aug 22, 2014