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Studentenleben live

Perspektive wechseln

Natürlich bin ich zum Studieren in Kapstadt, aber ich habe auch ein paar ambitioniertere Ziele: Ich möchte über das Leben lernen. Und so rede ich mit meinen „schwarzen“ Freunden viel über Apartheid und Diskriminierung.

Einer von ihnen hat ein arabisches Äußeres. Bis jetzt wurde er fünf Mal am Flughafen in den „Terrorist Tract“ geführt und äußerst gründlich durchsucht. Er hat die Größe, Rassismus als das Problem der anderen zu sehen und nicht als sein eigenes. Ja, er zieht seine Diskriminierung sogar meiner „Diskriminierung“ vor: Immerhin kann er durch Asien, Südamerika und Afrika reisen, ohne angebettelt zu werden, weil er eher für arm als für reich gehalten wird. Doch während dieses Klischee positiv konnotiert ist, kann man das über die Vorurteile gegenüber Schwarzen nicht gerade sagen.

Neulich nahm uns ein Bekannter mit in eine Township, in der er zwei Jahre lang Freiwilligenarbeit geleistet hatte. Eine beeindruckende Erfahrung. Die Township Langa hat 52.000 Einwohner, von Mittel- bis Unterklasse. Doch selbst in den armen Gegenden wurden wir neugierig angeguckt und freundlich angelächelt, die Kinder rannten uns hinterher und hängten sich an unsere Hände. Die richtig armen Gegenden der Township besuchten wir nicht, das wäre wahrscheinlich zu gefährlich gewesen. Ich bewundere die Unbeschwertheit der Südafrikaner, die mit ein paar Trommeln und ein bisschen Gesang auch umgeben von Wellblechhütten eine magische Atmosphäre zaubern können.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Sep 8, 2014
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Sep 8, 2014

Studentenleben live

Das Wochenende ist auf der Straße geblieben

Ich weiß nicht so recht, ob ich stolz darauf sein soll, dass ich am Wochenende von Samstag auf Sonntag acht Stunden auf der Straße verbracht habe. Dazu kam es, weil ich meinen Eltern zugesagt hatte, sie zu einem Gottesdienst im Grünen zu fahren, den mein Bruder, ein angehender Pfarrer, halten würde.
Meine Eltern wohnen über zwei Autostunden von uns entfernt, bis zu meinem Bruder sind es dann nochmal zwei Stunden. Am Samstag war dann kurzfristig unsicher, ob wir die Reise überhaupt antreten. Mein Mann hatte sich nämlich erkältet. Aber weil ich ein so trauriges Gesicht gezogen habe, als er in Aussicht stellte, daheim zu bleiben, hat er sich mir zuliebe aufgerafft. Bei meinen Eltern haben wir dann noch gegrillt und eine Nacht verbracht, in der ich mich sehr lange und gut mit meinem zweiten Bruder unterhielt, der aufgrund einer gescheiterten Beziehung gerade durch seelische Gebirgsschluchten geht. Nun macht er einen totalen Sinneswandel durch, den ich nicht gut finde und der mir Sorgen macht, aber irgendwie bin ich hilflos. Entsprechend ruhelos war meine Nacht.

Am nächsten Morgen ging es früh morgens meinen Eltern und dem kranken Mann im Gepäck eine Station weiter. Die letzte Etappe zum Gottesdienst in Grünen führte uns auf einer enorm steilen und schmalen Straße durch den Wald und schließlich zu einer Anhöhe. Dort, am Rande der Schwäbischen Alb, am sogenannten Albtrauf, versammelten sich unter blauem Himmel schon viele Besucher und ein großer Posaunen-Chor, der ebenfalls am Gottesdienst teilnahm. Ich hab meinen Bruder das erste Mal predigen gehört und finde, er hat es richtig gut gemacht. Ein Gottesdienst auf der Picknickdecke und unter dem offen aufgespannten Himmelzelt ist aber auch etwas Besonderes.
Nach dem Kaffee haben wir uns verabschiedet und traten die lange Heimfahrt an. Was für ein Wochenende! Eigentlich war es richtig schön, meine Familie zu sehen, aber das nächste Mal teile ich mir die über acht Stunden Autofahrt innerhalb von 30 Stunden gern mit meinem Mann, der auch nur dann mitkommen darf, wenn er gesund ist.

 

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Sep 5, 2014
Autor: Mia
Rubrik: studium
Sep 5, 2014

Studentenleben live

Medienflut

Bevor ich mit meiner Bachelorarbeit angefangen habe, stellte ich fest, dass ich zunehmend Probleme hatte, mich zu konzentrieren. Meine Aufmerksamkeitsspanne wurde allgemein immer kürzer, ich arbeitete immer kürzer am Stück an etwas und vertiefte mich gar nicht mehr so sehr in ein Thema wie früher.

Ich erkläre mir das so, dass ich ständig von den Reizen unterbrochen werde, die von Medien ausgehen (z. B. klingelt das Smartphone, ich schaue neben meiner eigentlichen Arbeit fern, lese beim Recherchieren etwas, das mich auf einen anderen Gedanken bringt usw.) oder mir einfällt, dass ich jetzt keine Lust mehr habe, zu arbeiten und beginne aktiv, ein Medium zu nutzen. Meist passiert das, wenn mir meine Aufgabe keinen Spaß macht oder ich erschöpft bin. Seitdem ich aber so viele Zerstreuungsmöglichkeiten habe, bin ich viel schneller erschöpft und möchte mich immer häufiger mit ihnen „belohnen“.

Durch die ständige Flut an Informationen stelle ich bei mir auch ein gewisses Halbwissen fest. Ich weiß selten, woher ich die Information bezogen habe (was ihre Verlässlichkeit in Frage stellt) und auch nicht, was genau ich gehört habe. So beginne ich viele Sätze mit: „Ich hab mal gehört, dass...“ und ende mit „aber genau weiß ich das nicht mehr“. Oft merke ich auch selbst, dass irgendwas an der Sache nicht stimmt, habe aber selten die Muse oder Zeit, das nachzuprüfen.

Immer wieder versuche ich mir zu verbieten andere Medien zu nutzen, wenn ich eigentlich Wichtigeres zu tun habe oder wenn mir wieder einmal auffällt, wie viel Zeit dabei verloren geht. Dann sperre ich Facebook mit einem Programm, das wie eine Kindersicherung für Erwachsene ist, mache das Handy lautlos und drehe es um und ziehe das Kabel für die Internetverbindung. Dann fühle ich mich plötzlich befreit und mit mehr Zeit beschenkt. Lange halte ich das aber leider nie aus.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Sep 4, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Sep 4, 2014