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Studentenleben live

Das Wochenende ist auf der Straße geblieben

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

05.09.2014

Ich weiß nicht so recht, ob ich stolz darauf sein soll, dass ich am Wochenende von Samstag auf Sonntag acht Stunden auf der Straße verbracht habe. Dazu kam es, weil ich meinen Eltern zugesagt hatte, sie zu einem Gottesdienst im Grünen zu fahren, den mein Bruder, ein angehender Pfarrer, halten würde.
Meine Eltern wohnen über zwei Autostunden von uns entfernt, bis zu meinem Bruder sind es dann nochmal zwei Stunden. Am Samstag war dann kurzfristig unsicher, ob wir die Reise überhaupt antreten. Mein Mann hatte sich nämlich erkältet. Aber weil ich ein so trauriges Gesicht gezogen habe, als er in Aussicht stellte, daheim zu bleiben, hat er sich mir zuliebe aufgerafft. Bei meinen Eltern haben wir dann noch gegrillt und eine Nacht verbracht, in der ich mich sehr lange und gut mit meinem zweiten Bruder unterhielt, der aufgrund einer gescheiterten Beziehung gerade durch seelische Gebirgsschluchten geht. Nun macht er einen totalen Sinneswandel durch, den ich nicht gut finde und der mir Sorgen macht, aber irgendwie bin ich hilflos. Entsprechend ruhelos war meine Nacht.

Am nächsten Morgen ging es früh morgens meinen Eltern und dem kranken Mann im Gepäck eine Station weiter. Die letzte Etappe zum Gottesdienst in Grünen führte uns auf einer enorm steilen und schmalen Straße durch den Wald und schließlich zu einer Anhöhe. Dort, am Rande der Schwäbischen Alb, am sogenannten Albtrauf, versammelten sich unter blauem Himmel schon viele Besucher und ein großer Posaunen-Chor, der ebenfalls am Gottesdienst teilnahm. Ich hab meinen Bruder das erste Mal predigen gehört und finde, er hat es richtig gut gemacht. Ein Gottesdienst auf der Picknickdecke und unter dem offen aufgespannten Himmelzelt ist aber auch etwas Besonderes.
Nach dem Kaffee haben wir uns verabschiedet und traten die lange Heimfahrt an. Was für ein Wochenende! Eigentlich war es richtig schön, meine Familie zu sehen, aber das nächste Mal teile ich mir die über acht Stunden Autofahrt innerhalb von 30 Stunden gern mit meinem Mann, der auch nur dann mitkommen darf, wenn er gesund ist.

 

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