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Studentenleben live

Als ich mir den Mittelhandknochen brach

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

09.09.2014

Direkt nach der heißen Phase der Bachelorarbeit ging es für mich auf nach Dagneux, in der Nähe von Lyon, als Teil des vierköpfigen Leitungsteams einer deutsch-französischen Jugendbegegnung. Es lief prima an, die Stimmung war gut, die ersten drei Tage vielversprechend. Am Dienstagmorgen stand ein Tagesausflug nach Avignon zum international bekannten Theaterfestival auf dem Programm – der allerdings ohne mich stattfinden sollte.

Kurz vor acht Uhr trug ich die letzten Materialien in den Bus. Von einem dumpfen Knall begleitet, landete ich auf der zweiten Treppenstufe des Reisebusses und vernahm ein helles Knacken verbunden mit einem scharfen Schmerz in der linken Hand. Ich stand auf, lachte leicht verlegen und entfernte mich von Teilnehmern und Busfahrer, um den Schaden zu begutachten. Mein Ringfinger war leicht abgeknickt, der Fall war klar: gebrochen. Mit ungewöhnlich heller, brüchiger Stimme rief ich meine Leitungskollegin herbei, wir alarmierten den Krankenwagen. Nach wenigen Minuten standen zwei Rettungswagen, die Polizei, 25 höchst verdutzte Teilnehmer und ich, angesichts des absolut übertriebenen Aufgebots leicht amüsiert, auf dem Hof. Die Polizei vermerkte den Arbeitsunfall in ihren Akten, die Teilnehmer fuhren mit den beiden anderen Betreuern nach Avignon, die Besatzung des einen Krankwagens zog unverrichteter Dinge ab und ich befand mich mit einer weiteren Betreuerin mit Blaulicht auf dem Weg ins Krankenhaus Lyon-Rilieux, das für die nächsten zwei Tage mein Zuhause werden sollte.

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