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Studentenleben live

Auferlegte Freizeit

„Und, was machst du so in Berlin?“ Das frage ich mich auch schon seit vier Wochen, die ich nun schon bei meinen Eltern bin und einfach nichts mache. Ich relaxe.

„Das ist doch toll, du kannst tun und lassen was du willst. In einer Stadt wie Berlin wird einem doch nie langweilig, oder?“

Das stimmt nur bedingt. Denn wem macht es schon Spaß, vier Wochen lang alleine eine Stadt zu entdecken, wenn es so viele Menschen gibt, die man lange nicht gesehen hat und gerne viel öfter sehen würde? Außerdem plagt mich das schlechte Gewissen. „Du machst wirklich nichts? Du musst keine Hausarbeit schreiben, für keine Klausur lernen, kein Praktikum absolvieren?“ Nein! Da ich im vergangenen Semester in Ljubljana war und dort alle Kurse abgeschlossen habe, muss ich keine Hausarbeit mehr schreiben. Und für das nächste Semester muss ich nichts vorbereiten, weil ich mein Praxissemester (oder besser gesagt meine Praxis-drei-Monate) mache. Ich muss mich höchstens seelisch darauf vorbereiten, ein bisschen zu arbeiten und echten Schülern in einem Gymnasium tief im Schwarzwald gegenüberzustehen. Aber sonst? Fühle ich mich so, wie es wohl vielen Arbeitslosen geht. Alle um mich herum arbeiten oder machen etwas Vernünftiges, nur ich sitze zu Hause. Das macht mich leider nicht aktiver, all das zu machen, wozu ich sonst keine Zeit habe, sondern ich denke mir: Warum heute? Morgen ist doch auch noch ein Tag.

Bin ich von unserer Leistungsgesellschaft so geprägt, dass ich schon bei ein paar Wochen, in denen ich nichts mache, denke, ich bin nichts wert? Ich trage keinen Mehrwert bei? Oder ist es einfach gerade eine dumme Konstellation, dass alle um mich herum im Stress sind?

Wenn ich wieder nach Freiburg komme, dann werde ich mich wahrscheinlich zurücksehnen nach den Tagen, an denen ich morgens aufgewacht bin und keinen Termin im Kalender stehen hatte. Denn so schlecht ist das nun auch wieder nicht.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Sep 12, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Sep 12, 2014

Studentenleben live

Planspiel „Ressourcenkonflikte“

Wer von euch die Möglichkeit hat, in irgendeiner Form an einem Planspiel teilzunehmen, sollte sie nutzen. Die Prozesse und Motive von Staaten und Institutionen werden um eine Vielfaches anschaulicher und verständlicher, wenn man selbst in die Rolle eines oder einer Beteiligten schlüpfen kann.

Über meine Fakultät konnte ich vor kurzem an der Simulation eines fiktiven Ressourcenkonfliktes teilnehmen. Es ging um einen Staat, der im Süden des Landes größere Ölvorkommen gefunden hat. Gleichzeitig ist diese Region aber von einer ethno-nationale Minderheit besiedelt, die seit längerem von der Bevölkerungsmehrheit im Norden des Landes unterdrückt wird. Der Konflikt orientierte sich an der Situation von Nord- und Südsudan.

Zu meinem Bedauern habe ich im Losverfahren zur Rollenvergabe die einzige Rolle erwischt, die ich partout nicht spielen wollte: eine Vertreterin der Freien Presse International. Zusammen mit meiner Medienkollegin waren wir die einzigen Personen im Spiel, die möglichst neutral agieren sollten. Leider fand sich niemand zum Rollentausch. Statt mit Kamera und Mikro ausgestattet zwischen den einzelnen Konfliktparteien hin und her zu eilen, hätte ich gerne direkt an den Verhandlungen teilgenommen, um einen tieferen Einblick in das Geschehen zu gewinnen.

Nun ja, es sollte eben nicht sein. Das reizvolle an der Medienrolle war jedoch, dass ich über meine Videoclips und Hintergrundreportagen von allen Parteien konsultiert wurde und ganz witzige Interviews zu Stande kamen. Der Konflikt konnte übrigens leider nicht beigelegt werden, im Gegenteil: viel eher ist er weiter eskaliert und wir sind im nächsten Bürgerkrieg gelandet.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Sep 10, 2014
Autor: Anni
Rubrik: studium
Sep 10, 2014

Studentenleben live

Klette

Mein fester Freund und ich machen sehr viel gemeinsam. Das mag auch daran liegen, dass wir zusammen wohnen. Nachts liegt er neben mir. Wenn ich aufwache, schaue ich nach, ob alles in Ordnung bei ihm ist. Morgens ist er das erste, mit dem ich mich beschäftige. Dann frühstücken wir gemeinsam. Wenn ich meinen Aufgaben nachgehe, ist er immer bei mir. Das nervt mich oft, weshalb ich versuche wenigstens ab und zu alleine spazieren zu gehen. Aber meistens ist er eben doch dabei, denn er braucht viel Aufmerksamkeit. Ständig meldet er sich und hat etwas mitzuteilen. Ich versuche manchmal, nicht sofort darauf zu reagieren, aber ich weiß ja, dass er auf meine Antwort wartet. Wenn ich bei Freunden bin, kommt er stets mit. Ich rede dann zwar hauptsächlich mit ihnen, aber ganz ignorieren kann ich ihn auch nicht.

Ja, mein Partner ist eine ganz schöne Klette. Er bedrängt mich, aber ich kann auch nicht ohne ihn. Er stiehlt meine Zeit, aber er bringt mich auch oft zum Lachen oder berichtet Interessantes. In letzter Zeit habe ich viel zu tun, das belastet unsere Beziehung sehr, ich räume ihm viel weniger Zeit ein. Aber die stressige Zeit wird auch vorbeigehen und dann heißt es nur noch: ich und mein Partner – ich und mein Smartphone.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Sep 10, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Sep 10, 2014