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Studentenleben live

Planspiel „Ressourcenkonflikte“

Autor:
Anni

Rubrik:
studium

10.09.2014

Wer von euch die Möglichkeit hat, in irgendeiner Form an einem Planspiel teilzunehmen, sollte sie nutzen. Die Prozesse und Motive von Staaten und Institutionen werden um eine Vielfaches anschaulicher und verständlicher, wenn man selbst in die Rolle eines oder einer Beteiligten schlüpfen kann.

Über meine Fakultät konnte ich vor kurzem an der Simulation eines fiktiven Ressourcenkonfliktes teilnehmen. Es ging um einen Staat, der im Süden des Landes größere Ölvorkommen gefunden hat. Gleichzeitig ist diese Region aber von einer ethno-nationale Minderheit besiedelt, die seit längerem von der Bevölkerungsmehrheit im Norden des Landes unterdrückt wird. Der Konflikt orientierte sich an der Situation von Nord- und Südsudan.

Zu meinem Bedauern habe ich im Losverfahren zur Rollenvergabe die einzige Rolle erwischt, die ich partout nicht spielen wollte: eine Vertreterin der Freien Presse International. Zusammen mit meiner Medienkollegin waren wir die einzigen Personen im Spiel, die möglichst neutral agieren sollten. Leider fand sich niemand zum Rollentausch. Statt mit Kamera und Mikro ausgestattet zwischen den einzelnen Konfliktparteien hin und her zu eilen, hätte ich gerne direkt an den Verhandlungen teilgenommen, um einen tieferen Einblick in das Geschehen zu gewinnen.

Nun ja, es sollte eben nicht sein. Das reizvolle an der Medienrolle war jedoch, dass ich über meine Videoclips und Hintergrundreportagen von allen Parteien konsultiert wurde und ganz witzige Interviews zu Stande kamen. Der Konflikt konnte übrigens leider nicht beigelegt werden, im Gegenteil: viel eher ist er weiter eskaliert und wir sind im nächsten Bürgerkrieg gelandet.

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