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Studentenleben live

Planspiel „Ressourcenkonflikte“

Wer von euch die Möglichkeit hat, in irgendeiner Form an einem Planspiel teilzunehmen, sollte sie nutzen. Die Prozesse und Motive von Staaten und Institutionen werden um eine Vielfaches anschaulicher und verständlicher, wenn man selbst in die Rolle eines oder einer Beteiligten schlüpfen kann.

Über meine Fakultät konnte ich vor kurzem an der Simulation eines fiktiven Ressourcenkonfliktes teilnehmen. Es ging um einen Staat, der im Süden des Landes größere Ölvorkommen gefunden hat. Gleichzeitig ist diese Region aber von einer ethno-nationale Minderheit besiedelt, die seit längerem von der Bevölkerungsmehrheit im Norden des Landes unterdrückt wird. Der Konflikt orientierte sich an der Situation von Nord- und Südsudan.

Zu meinem Bedauern habe ich im Losverfahren zur Rollenvergabe die einzige Rolle erwischt, die ich partout nicht spielen wollte: eine Vertreterin der Freien Presse International. Zusammen mit meiner Medienkollegin waren wir die einzigen Personen im Spiel, die möglichst neutral agieren sollten. Leider fand sich niemand zum Rollentausch. Statt mit Kamera und Mikro ausgestattet zwischen den einzelnen Konfliktparteien hin und her zu eilen, hätte ich gerne direkt an den Verhandlungen teilgenommen, um einen tieferen Einblick in das Geschehen zu gewinnen.

Nun ja, es sollte eben nicht sein. Das reizvolle an der Medienrolle war jedoch, dass ich über meine Videoclips und Hintergrundreportagen von allen Parteien konsultiert wurde und ganz witzige Interviews zu Stande kamen. Der Konflikt konnte übrigens leider nicht beigelegt werden, im Gegenteil: viel eher ist er weiter eskaliert und wir sind im nächsten Bürgerkrieg gelandet.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Sep 10, 2014
Autor: Anni
Rubrik: studium
Sep 10, 2014

Studentenleben live

Klette

Mein fester Freund und ich machen sehr viel gemeinsam. Das mag auch daran liegen, dass wir zusammen wohnen. Nachts liegt er neben mir. Wenn ich aufwache, schaue ich nach, ob alles in Ordnung bei ihm ist. Morgens ist er das erste, mit dem ich mich beschäftige. Dann frühstücken wir gemeinsam. Wenn ich meinen Aufgaben nachgehe, ist er immer bei mir. Das nervt mich oft, weshalb ich versuche wenigstens ab und zu alleine spazieren zu gehen. Aber meistens ist er eben doch dabei, denn er braucht viel Aufmerksamkeit. Ständig meldet er sich und hat etwas mitzuteilen. Ich versuche manchmal, nicht sofort darauf zu reagieren, aber ich weiß ja, dass er auf meine Antwort wartet. Wenn ich bei Freunden bin, kommt er stets mit. Ich rede dann zwar hauptsächlich mit ihnen, aber ganz ignorieren kann ich ihn auch nicht.

Ja, mein Partner ist eine ganz schöne Klette. Er bedrängt mich, aber ich kann auch nicht ohne ihn. Er stiehlt meine Zeit, aber er bringt mich auch oft zum Lachen oder berichtet Interessantes. In letzter Zeit habe ich viel zu tun, das belastet unsere Beziehung sehr, ich räume ihm viel weniger Zeit ein. Aber die stressige Zeit wird auch vorbeigehen und dann heißt es nur noch: ich und mein Partner – ich und mein Smartphone.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Sep 10, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Sep 10, 2014

Studentenleben live

Als ich mir den Mittelhandknochen brach

Direkt nach der heißen Phase der Bachelorarbeit ging es für mich auf nach Dagneux, in der Nähe von Lyon, als Teil des vierköpfigen Leitungsteams einer deutsch-französischen Jugendbegegnung. Es lief prima an, die Stimmung war gut, die ersten drei Tage vielversprechend. Am Dienstagmorgen stand ein Tagesausflug nach Avignon zum international bekannten Theaterfestival auf dem Programm – der allerdings ohne mich stattfinden sollte.

Kurz vor acht Uhr trug ich die letzten Materialien in den Bus. Von einem dumpfen Knall begleitet, landete ich auf der zweiten Treppenstufe des Reisebusses und vernahm ein helles Knacken verbunden mit einem scharfen Schmerz in der linken Hand. Ich stand auf, lachte leicht verlegen und entfernte mich von Teilnehmern und Busfahrer, um den Schaden zu begutachten. Mein Ringfinger war leicht abgeknickt, der Fall war klar: gebrochen. Mit ungewöhnlich heller, brüchiger Stimme rief ich meine Leitungskollegin herbei, wir alarmierten den Krankenwagen. Nach wenigen Minuten standen zwei Rettungswagen, die Polizei, 25 höchst verdutzte Teilnehmer und ich, angesichts des absolut übertriebenen Aufgebots leicht amüsiert, auf dem Hof. Die Polizei vermerkte den Arbeitsunfall in ihren Akten, die Teilnehmer fuhren mit den beiden anderen Betreuern nach Avignon, die Besatzung des einen Krankwagens zog unverrichteter Dinge ab und ich befand mich mit einer weiteren Betreuerin mit Blaulicht auf dem Weg ins Krankenhaus Lyon-Rilieux, das für die nächsten zwei Tage mein Zuhause werden sollte.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Sep 9, 2014
Autor: Inga
Rubrik: studium
Sep 9, 2014