interaktiv

Studentenleben live

Langstreckenverkehrsmittel

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

16.09.2014

Da ich noch immer keinen Führerschein besitze und nun sogar erfahren musste, wie es sich anfühlt, wenn der kleine Bruder Auto fahren darf und man selbst immer noch nur maximal auf dem Beifahrersitz Platz nehmen kann (und auch das selten, ich bin eine sehr unaufmerksame Beifahrerin), benutze ich sehr häufig die öffentlichen Verkehrsmittel.

Seit Anbieter von Fernbus-Reisen ihre Streckennetze ein bisschen ausgebaut haben und ich komfortabel, ohne Umstiege und in sieben Stunden von Stuttgart nach Hannover reisen kann, hat sich das mit der Bahn auch erledigt. Ich meine, 110 Euro gegen 25 – das ist in studentischen Köpfen eine ganz klare Sache. Neuerdings bietet das Busunternehmen mit den quietschgrünen Bussen auch Nachtfahrten an, also beschloss ich kurzerhand, dass es sich sehr wohl lohnt, die heimischen Gefilde für ein einziges Wochenende aufzusuchen und beim ersten Treffen meines Abiturjahrgangs nach drei Jahren vorbeizuschauen. Gesagt, getan. Nur leider kam ich dort nie an. Ich musste schmerzlich feststellen, dass auch die neumodische Erfindung des Fernbusses ein klares Manko hat – die Pausenzeiten der Fahrer lassen teilweise zu wünschen übrig. Und so kam es, dass wir schon in Hessen nicht mehr weiterfahren konnten, weil wir (vermutlich der Müdigkeit unseres Busfahrers geschuldet, es läuft zumindest ein Verfahren gegen ihn) kurzerhand mit einem Lkw kollidierten. Es ist glücklicherweise nichts Schlimmes passiert. 13 von den 72 Mitfahrern wurden verletzt, soweit mir bekannt allerdings schlimmstenfalls mit Platzwunden und Gehirnerschütterungen. Ich gehörte natürlich zu einer der Glücklichen und durfte dann frisch genäht zusammen mit einem Leidensgenossen die Reise mit dem PKW fortsetzen. Sein Vater holte uns nämlich aus dem Krankenhaus ab. Und so befand ich mich schnell wieder in einer Mitfahrgelegenheitssituation, aber dieses Mal verband uns immerhin ein bisschen mehr als der Zielort. Meinem Klassentreffen konnte ich dann natürlich nicht beiwohnen, was aber weniger an meiner physischen Verfassung lag, sondern vielmehr an der Meinung meiner Mutter – und der furchtbar hässlichen Netzmütze auf meinem Kopf, die die Kompressen auf der Wunde halten sollte.

Was mich nun noch ein bisschen ärgert ist, dass mein Gepäck mich leider eine Woche nach dem Unfall noch immer nicht erreicht hat und ich ohne Kalender und Laptop schrecklich unorganisiert bin.

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