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Studentenleben live

Medien - ein Blick zurück

Autor:
Miriam

Rubrik:
studium

24.09.2014

Momentan liest man doch überall, wie globalisiert, vernetzt und schnelllebig alles ist. Dabei ist das noch gar nicht so lange so. Als meine Mutter studierte, gab es noch kein Internet und alles wurde mit der Schreibmaschine geschrieben. Und während wir uns heute über sämtliche Kanäle mit den neuesten Infos versorgen, gab es für meine Oma nur das Radio und die Zeitung für ihre Stadt. Sie erinnert sich noch an die Kriegsberichte aus dem Radio und an die Traueranzeigen für die vielen Gefallenen in der Zeitung. Für meine Mutter hingegen war das Radio insofern wichtig, als dass sie dort die neueste Musik hören und auf Tonband aufnehmen konnte. Nach 1945 unter der amerikanischen Besatzungsmacht kam dann eine Zeitung heraus, die sich vorwiegend mit Geboten, Verboten und Lebensmittelkarten beschäftigte. Das ist erst 70 Jahre her und kommt einem doch wie eine andere Welt vor. Was wird wohl in den nächsten 70 Jahren passieren?

Die medialen Entwicklungen werden allerdings nicht von allen positiv gesehen. Viele meiner Freunde finden es schade, dass man heute privat nicht mehr in die Bücherei geht, keine Briefe mehr schreibt, nicht mehr gemeinsam einen ganz besonderen Film im Fernsehen sieht und auch viel weniger telefoniert. Alles ist anonymer geworden und wird mit weniger Aufmerksamkeit durchgeführt (oder steckt man in einen Facebook-Kommentar so viel Mühe wie in einen handgeschriebenen Brief, den man zum Briefkasten bringt?)

Viele denken darüber nach, ihre Accoutns in den sozialen Medien wieder zu löschen, weil dort eine Scheinwelt inszeniert wird. Doch muss man auch anerkennen, dass wir in einer Medienkultur leben und es daher immer schwerer wird, das vermeintlich „reale“ Leben vom „unechten“ zu unterscheiden.

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