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Studentenleben live

Der zweittiefste Canyon der Welt

Bittet man Leute darum, eine bekannte, tiefe Felsschlucht zu nennen, fällt beim Gros der Menschen die Wahl wohl auf den Grand Canyon in den USA. Weniger bekannt dagegen ist der „Cañon del Colca“ im Süden Perus. Dabei ist das der zweittiefste Canyon der Welt und sogar doppelt so tief wie der Grand Canyon!

Von Arequipa aus ist es dorthin ein Katzensprung – und es gibt gefühlt 100 Reiseagenturen, die geführte Touren anbieten. Unterschiede im Angebot existieren kaum. Es ist sogar so, dass Gruppen verschiedener Agenturen zusammengelegt werden, wenn sie nicht ganz ausgebucht sind. Man kann sich also tatsächlich einfach einen der günstigeren Anbieter aussuchen, ohne dafür auf Leistungen und Komfort verzichten zu müssen.

Für Langschläfer ist der Trip dabei nichts, wurden wir doch um drei Uhr früh abgeholt, um rechtzeitig um acht Uhr morgens – auf 3.200 Metern Höhe – den Aussichtspunkt belagern zu können. Wir wollten den größten Vogel der Südhalbkugel bewundern. Mit gut drei Metern Spannweite gehört der Condor – ein Aasfresser – definitiv zu den imposanteren Tieren unseres Planeten.

Darauf folgte der eigentlich spannende Teil der Tour, die Wanderung: Fast 1.100 Meter stiegen wir auf den Grund des Canyons hinab, wo wir am Flussufer, an einer Oase unter Palmen, unser Nachtlager aufschlugen. Auch der nächste Tag hatte es in sich, denn der Kilometer nach oben läuft sich nicht von alleine: Früh um halb sechs marschierten wir los, um der sengenden Hitze zu entgehen. Dabei sahen wir beim Aufstieg den untergehenden Mond, verblassende Sterne und schließlich die Sonne, die sich den Weg in das Tal erkämpfte. Alles in allem Momente, die für alle Strapazen entlohnen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Oct 13, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Oct 13, 2014

Studentenleben live

Schlussstrich unterm Sommer

Wer den Schaden hat, der braucht für den Spott nicht zu sorgen. Darth Vader (wegen meiner schwarzen Schiene an der Hand), Krüppelchen und einarmiger Bandit waren die liebsten Kosenamen, die mir im Laufe der nächsten sechs Wochen zuteil wurden. Plötzlich brauchten alle eine helfende Hand, alles lag auf der Hand und war handsome. Zugegeben, ich finde dumme Wortwitze auch lustig. Aber nur, weil ich mir die linke Hand gebrochen hatte. Mit einem Gips an der rechten wäre das nämlich alles ein bisschen problematischer geworden.
Ich tourte also von meinem Workcamp in Frankreich direkt zu einem zweiwöchigen Sprachkurs nach Tschechien und dann zum zweiten Teil meiner deutsch-französischen Jugendleiterausbildung (siehe Blog „Animateur in Frankreich“). Insgesamt war ich fünf Wochen unterwegs und jetzt, wo der Sommer vorbei ist, muss ich sagen: Das reicht dicke. Ich ging (endlich!) zum Arzt. Der bestätigte mir, dass alles gut verheilt ist und ich warf meine schwarze Schiene achtkantig in die Ecke.
Knochenbruch verheilt, Sommer vorbei, auf geht’s in neue Kapitel meiner Geschichte – nämlich mein Studium in Prag! Ich fühle mich gänzlich unvorbereitet, aber das ist ja nichts Neues. Ich habe noch ein Wochenende Zeit, mich in tschechische Vorlesungsverzeichnisse, Vokabeln, Grammatik und meine neue Stadt hineinzudenken. Das muss reichen. Ob ich aufgeregt bin? Ein bisschen schon ...

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Oct 10, 2014
Autor: Inga
Rubrik: studium
Oct 10, 2014

Studentenleben live

Bewerbung, die Erste

Eine Wunschschule für mein Praktikum habe ich gefunden, was jetzt? Über ELiSe kann man nun den Platz buchen. Dafür muss man einfach nur einen Account erstellen. Gesagt, getan. Es folgte eine Seite mit Ansprechpartner und Kontaktdaten der Schule sowie die Erinnerung, dass mein Praktikumsplatz nur drei Tage lang reserviert sei und ich mich so schnell wie möglich bei der Schule melden sollte. Dann kam die erste große Krise: „Oh mein Gott, wie schreibt man denn bitte eine Bewerbung?“

Ich erinnerte mich, dass ich für meinen Praktikumsplatz vor dem Studium nicht einmal eine schicke Bewerbungsmappe abgegeben hatte, sondern einfach schnurstracks zu meinem alten Kindergarten gelaufen war und das kürzeste Bewerbungsgespräch aller Zeiten hatte: „Hallo Janna.“ – „Hallo Frau B.“ – „Dich habe ich aber lange nicht gesehen. Wie geht es dir? Und deiner Schwester? Und deinem Bruder? Und deinen Eltern?“ – „Uns geht es gut. Ähm, ich wollte fragen, ob ich im nächsten Januar ein Praktikum hier machen kann.“ – „Na klar, ich trag das gleich in die Liste ein.“ Auch ungefähr bei allen meinen Nebenjobs war der Kontakt nicht durch eine förmliche Bewerbung, sondern durch Kontakte zustande gekommen.

Vollkommen überfordert vertagte ich die Bewerbung auf den nächsten Tag, für den mein Freund mir Hilfe angekündigt hatte. Eine grobe Gliederung bekam ich vorher noch mit meinem Vater zustande, aber das Überarbeiten und Perfektionieren gestaltete sich schwieriger als gedacht. „Der Übergang ist total misslungen.“ „Aber das ist doch viel zu kurz!!“, „Ich will aber noch reinschreiben, dass ich in der Schule und an der Uni Tutorin war … ich weiß aber nicht wie!“, „Und wie soll ich die Bewerbernummer hier reinbringen?“, „Die wollen mich bestimmt sowieso nicht und ich werde nie Lehrerin, weil das alles nicht klappt.“.

Aber eigentlich bin ich ein optimistischer Mensch, und nachdem die unliebsamen Ecken rund geschliffen und die langweiligen Formulierungen langsam zu einprägsamen Sätzen wuchsen, war ich auch ziemlich zufrieden und traute mich, die Mail abzuschicken.

Die erste Bewerbungskrise schien gebannt, aber man soll bekanntlich nie den Tag vor dem Abend loben …

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Oct 10, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Oct 10, 2014