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Studentenleben live

Schlussstrich unterm Sommer

Wer den Schaden hat, der braucht für den Spott nicht zu sorgen. Darth Vader (wegen meiner schwarzen Schiene an der Hand), Krüppelchen und einarmiger Bandit waren die liebsten Kosenamen, die mir im Laufe der nächsten sechs Wochen zuteil wurden. Plötzlich brauchten alle eine helfende Hand, alles lag auf der Hand und war handsome. Zugegeben, ich finde dumme Wortwitze auch lustig. Aber nur, weil ich mir die linke Hand gebrochen hatte. Mit einem Gips an der rechten wäre das nämlich alles ein bisschen problematischer geworden.
Ich tourte also von meinem Workcamp in Frankreich direkt zu einem zweiwöchigen Sprachkurs nach Tschechien und dann zum zweiten Teil meiner deutsch-französischen Jugendleiterausbildung (siehe Blog „Animateur in Frankreich“). Insgesamt war ich fünf Wochen unterwegs und jetzt, wo der Sommer vorbei ist, muss ich sagen: Das reicht dicke. Ich ging (endlich!) zum Arzt. Der bestätigte mir, dass alles gut verheilt ist und ich warf meine schwarze Schiene achtkantig in die Ecke.
Knochenbruch verheilt, Sommer vorbei, auf geht’s in neue Kapitel meiner Geschichte – nämlich mein Studium in Prag! Ich fühle mich gänzlich unvorbereitet, aber das ist ja nichts Neues. Ich habe noch ein Wochenende Zeit, mich in tschechische Vorlesungsverzeichnisse, Vokabeln, Grammatik und meine neue Stadt hineinzudenken. Das muss reichen. Ob ich aufgeregt bin? Ein bisschen schon ...

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Oct 10, 2014
Autor: Inga
Rubrik: studium
Oct 10, 2014

Studentenleben live

Bewerbung, die Erste

Eine Wunschschule für mein Praktikum habe ich gefunden, was jetzt? Über ELiSe kann man nun den Platz buchen. Dafür muss man einfach nur einen Account erstellen. Gesagt, getan. Es folgte eine Seite mit Ansprechpartner und Kontaktdaten der Schule sowie die Erinnerung, dass mein Praktikumsplatz nur drei Tage lang reserviert sei und ich mich so schnell wie möglich bei der Schule melden sollte. Dann kam die erste große Krise: „Oh mein Gott, wie schreibt man denn bitte eine Bewerbung?“

Ich erinnerte mich, dass ich für meinen Praktikumsplatz vor dem Studium nicht einmal eine schicke Bewerbungsmappe abgegeben hatte, sondern einfach schnurstracks zu meinem alten Kindergarten gelaufen war und das kürzeste Bewerbungsgespräch aller Zeiten hatte: „Hallo Janna.“ – „Hallo Frau B.“ – „Dich habe ich aber lange nicht gesehen. Wie geht es dir? Und deiner Schwester? Und deinem Bruder? Und deinen Eltern?“ – „Uns geht es gut. Ähm, ich wollte fragen, ob ich im nächsten Januar ein Praktikum hier machen kann.“ – „Na klar, ich trag das gleich in die Liste ein.“ Auch ungefähr bei allen meinen Nebenjobs war der Kontakt nicht durch eine förmliche Bewerbung, sondern durch Kontakte zustande gekommen.

Vollkommen überfordert vertagte ich die Bewerbung auf den nächsten Tag, für den mein Freund mir Hilfe angekündigt hatte. Eine grobe Gliederung bekam ich vorher noch mit meinem Vater zustande, aber das Überarbeiten und Perfektionieren gestaltete sich schwieriger als gedacht. „Der Übergang ist total misslungen.“ „Aber das ist doch viel zu kurz!!“, „Ich will aber noch reinschreiben, dass ich in der Schule und an der Uni Tutorin war … ich weiß aber nicht wie!“, „Und wie soll ich die Bewerbernummer hier reinbringen?“, „Die wollen mich bestimmt sowieso nicht und ich werde nie Lehrerin, weil das alles nicht klappt.“.

Aber eigentlich bin ich ein optimistischer Mensch, und nachdem die unliebsamen Ecken rund geschliffen und die langweiligen Formulierungen langsam zu einprägsamen Sätzen wuchsen, war ich auch ziemlich zufrieden und traute mich, die Mail abzuschicken.

Die erste Bewerbungskrise schien gebannt, aber man soll bekanntlich nie den Tag vor dem Abend loben …

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Oct 10, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Oct 10, 2014

Studentenleben live

Generation Praktikum mal anders

Meine Altersgenossen und ich sind bekanntermaßen die „Generation Praktikum“ (= Kopieren + Kaffee kochen + Däumchen drehen. Oder Variante zwei: vollwertige Arbeitskraft ersetzen + Überstunden machen + Aufgaben übernehmen, die allen anderen zu doof sind + keinen Cent kriegen).
Ein bisschen anders sieht es aus, wenn man später nicht in die freie Wirtschaft, sondern in die Wattewelt der Kindheit und Jugend zurück möchte, nämlich in die Schule. In Baden-Württemberg muss man dafür zwei Wochen vor dem Studium und 13 Wochen während des Studiums in einer Schule ein Praktikum absolvieren.Von meinen dreizehn Wochen sind nun zwei um und ich musste noch kein einziges Mal kopieren oder Kaffee kochen. Im Gegenteil, ich bekomme vom Küchenpersonal sogar Kaffee gekocht und das auch noch gratis!
Aber was hat man denn so als Schulpraktikant zu tun, wenn der Kaffee einem schon gekocht wird? Man versucht das zu lernen, was man an der Uni nicht lernen kann: Wie gehe ich mit Schülern um, wie schaffe ich es, ihnen den Stoff zu vermitteln, ohne dass sie einschlafen, und was habe ich neben dem Unterricht noch für organisatorische Aufgaben zu erledigen?
Dafür klette ich mich wie das fünfte Rad am Wagen an ein oder zwei Lehrkräfte und hospitiere. Ich bin also wörtlich gesehen zu Gast bei ihnen. Daher kopiere ich keine Arbeitsblätter für sie (obwohl das vielleicht eine sinnvolle Aufgabe wäre), sondern sitze mit im Unterricht und schaue zu. Ab und an kann ich während einer Gruppenarbeitsphase mit durch die Klasse gehen, aber das war es eigentlich auch schon an Unterstützung von meiner Seite. Natürlich sollen wir nicht einfach passiv eine Unterrichtsstunde an mir vorüberziehen lassen. Sondern beobachten, wie die Lehrkraft vorgeht, wie sie für Disziplin sorgt, wie die Stunde aufgebaut ist, welche Medien eingesetzt werden und so weiter und so fort. Trotzdem erwische ich mich immer wieder dabei, wie ich zurück in mein Dasein als Schülerin abdrifte, obwohl ich doch jetzt endgültig zur anderen Seite der Macht gewechselt habe. Ich höre zu und langweile mich, vor allem, weil der Stoff für mich ja nicht neu ist (wäre ja auch traurig, wenn die lateinische Grammatik aus der siebten Klasse für mich ein Novum wäre!). Manchmal bin ich kurz davor mich zu melden, bisher konnte ich mich aber – toi, toi, toi – zusammenreißen.
Das einzig wirklich interessante, wofür ich auch hart arbeiten musste, waren die Stunden oder Teilstunden, die ich schon unterrichten durfte. Hier ist klar, auf welcher Seite ich stehe. Ich muss mich nur noch daran gewöhnen, dass das Niveau viel, viel niedriger ist als an der Uni.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Oct 9, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Oct 9, 2014