interaktiv

Studentenleben live

Von der Nichtstuerei

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

31.10.2014

Versuchskaninchen für neue Medikamente, Telefonsextelefonistin, Darstellerin bei RTL-Gerichtsshows. Drei der Jobs von der Liste, die ich vor knapp vier Jahren einer Freundin als definitiv studentenjobtauglich präsentierte – natürlich nicht ganz ernst gemeint.

So richtig gejobbt im klassischen Sinne habe ich noch nie, ich bin und war schon Babysitterin, Nachhilfelehrerin (Mathe und Französisch), Tutorin und … da hört die Karriere auch schon auf. Meine beste Freundin hat während der Schulzeit gekellnert und war neben dem Studium erst Verkäuferin in diversen Klamottenläden und dann Kopierfrau in einer Anwaltskanzlei. Mein Freund verdient sich als Pizza-Lieferant etwas dazu und zu meinen besten Unifreundinnen gehören ein „Mädchen für alles“ bei einem Fernsehsender und eine studentische Hilfskraft beim Radio.

Der Grund dafür, dass ich so einen regelmäßigen Job bisher nicht längerfristig ausgeübt habe, liegt mit Sicherheit auch daran, dass meine Eltern mir das Studium finanzieren können. Ich muss nicht jeden Monat überlegen, wo ich das Geld herbekomme, um Miete, Essen und Studienmaterial zu bezahlen. Wenn ich mal wieder einen Abend lag auf meine Babysittingkids aufgepasst habe, habe ich ein paar Euro mehr, um mir Bücher, DVDs, einen Kino-Abend inklusive Popcorn oder ein Paar nicht notwendige, aber wunderschöne, neue Schuhe zu leisten.

Ich weiß, dass das ein ziemlicher Luxus ist und bin heilfroh darüber, nicht auf eine regelmäßige Arbeit neben dem Studium angewiesen zu sein. Dennoch nutze ich jede Möglichkeit, Geld zu verdienen. Man weiß schließlich nicht, ob es so weiter geht. In einem Jahr fängt meine Schwester vielleicht auch an zu studieren und meine Eltern müssen den Geldhahn etwas zudrehen. Außerdem finde ich es gut, verschiedene Job-Erfahrungen zu sammeln, dabei auch Kontakte zu knüpfen und Einblicke in Branchen zu erhalten, die man nicht jeden Tag sieht.

Bisher waren meine Einblicke relativ mau gesät. Das Tutorium hat etwas Geld gebracht und ich kann jetzt allen meinen Freunden erklären, wie die Uni-Website oder die Modulwahl im fünften Semester aussehen. Babysitten … naja, wie man Kinder dazu zwingt, sich die Zähne zu putzen, ist sicherlich förderlich für meine Fähigkeiten als Mutter in ein paar Jahren. Nachhilfe ist ebenfalls unspektakulär.

Dafür hatte ich vor ein paar Wochen die Möglichkeit, an einem richtigen Filmsets einen Blick hinter und vor die Kamera zu werfen und zu sehen, mit welchen Tricks dort gearbeitet wird – Zeitreise ins letzte Jahrhundert inklusive.

Im Internet war ich zufällig auf die Anzeige gestoßen. Drehort: Raum Düsseldorf. Komparsen von 18 bis 65 gesucht. Keine grell gefärbten Haare, Tattoos oder Piercings. Ach, bewerben kann man sich ja mal. Ein paar Wochen später klingelte dann mein Handy. „Hallo Janna. Hast du morgen spontan Zeit?“ Und so kam es, dass ich in einem Kinofilm mitspielte.

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