interaktiv

Studentenleben live

Endlich wieder Kind sein

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

04.11.2014

Ich hatte Herbstferien! Wie lange ist das her, dass ich nicht in Semesterzeiten, sondern in Schulferienzeiten gedacht habe? Ich habe ja keine kleinen Geschwister, für die das noch eine Rolle spielen könnte. Auch meine studierenden oder schon arbeitenden Freunde begrüßten mich mit einem: "Ach wie süüüüüß, du hast Herbstferien!"

Natürlich ist meine eigene Schulzeit wieder ein Stückchen näher gerückt, seitdem ich am Gymnasium mein Praktikum absolviere. Wie war ich in der siebten Klasse? Habe ich auch schon angefangen, mich so zu stylen und Mamas Schminkkasten zu plündern oder war das zu meiner Zeit alles ganz anders? Was hatte ich eigentlich für Abifächer, welche konnte ich abwählen und gab es bei uns in der Schule auch so viele Exkursionen?

Außerdem versuche ich natürlich, mich in die jüngeren Schüler hineinzuversetzen und mir zu überlegen, wie man Latein spielerisch vermitteln kann. Es gibt da gefühlt 1.000 Möglichkeiten – ich habe sogar gebastelt. Ich habe bestimmt seit zehn Jahren kein buntes Tonpapier mehr gekauft!

Eine ganz andere Frage ist, ob ich überhaupt in der Position bin, jüngeren Menschen etwas beizubringen. Fachlich sehe ich da kein Problem. Ich habe schon einige Semester studiert und was ich nicht weiß, kann ich in guten Nachschlagewerken und Internetdatenbanken nachgucken. Es geht mir eher um die Erziehung, die Lehrerinnen und Lehrer (heutzutage immer mehr?) leisten sollen. Wieso kann ich einem Elfjährigen, den ich kaum kenne, „befehlen“ sich auf seinen Platz zu setzen und die Aufgabe zu lösen? Besonders irre finde ich, dass er es auch noch macht! An meiner Schule sind die Schülerchen so brav, dass sie tatsächlich machen, was die Lehrkräfte sagen. Wo sind alle Ideen der kindlichen Freiheit? Auch wenn ich kaum etwas über alternative Schulkonzepte weiß, kann ich verstehen, dass es manchen Lehrern irgendwann falsch vorkam, die Kinder in eine Richtung zu lenken, ohne zu fragen, ob sie das eigentlich wollen. Nur, kann es ganz ohne Druck überhaupt funktionieren?

Welches Kind wacht schon morgens auf und sagt sich: „Lateinvokabeln lernen, auja!“?

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