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Studentenleben live

Die Zeit fliegt

Kaum zu glauben, aber meine Zeit in Kapstadt neigt sich dem Ende zu. Und so muss ich in meinen beiden Kursen je eine Prüfung ablegen. Anders als in Deutschland ist die Prüfung nicht unbedingt eine Klausur, sondern zu meiner Erleichterung ein 4.000-Wörter-Essay und eine Probe-Mediation. Die Hausarbeit hat zwar die eine oder andere Stunde in der Bibliothek abverlangt, aber glücklicherweise stören sich die Südafrikaner nicht an Kleinigkeiten wie Formatierungen und Inhaltsverzeichnissen, was die Arbeit deutlich erleichterte. Im Mediations-Kurs war ein Vormittag ganz der Streitschlichtung gewidmet, damit war der Kurs dann bestanden. Kein Vergleich zu dem wochenlangen Pauken in der Bibliothek in Deutschland.

Nach drei Monaten ist mein Studium an der University of Cape Town jetzt offiziell vorbei. Für mein Jurastudium in Deutschland habe ich nicht viel gelernt, da deutsches Recht nicht angeboten wurde – höchstens der Mediations-Kurs kann mir später mal helfen. Die Kurse haben mich inhaltlich auch nicht sehr gefordert, mein Englisch dafür ist deutlich besser geworden.

Insgesamt waren die drei Monate zu kurz, um wirklich enge Beziehungen zu südafrikanischen Studierenden aufzubauen. Das liegt nicht nur daran, dass deren Stundenplan bei weitem voller ist als meiner, sondern auch an den beiden Kommilitonninen, mit denen ich zusammengewohnt habe: Wenn man durch seine WG bereits sehr guten Anschluss gefunden hat, ist die Notwendigkeit, neue Leute kennenzulernen, nicht so groß. Auch muss man im Ausland aufpassen, sich nicht in einer Gruppe „Internationals“ zu verlieren – wegen gleicher Interessen fällt es oft leichter, mit anderen Ausländern Dinge zu unternehmen. Aber ich habe auch viele Afrikaner kennengelernt, die die Lücken in meiner Afrika-Karte ein wenig gefüllt haben und viel über Toleranz und Vielfalt gelernt. Ich habe mal den Flair einer großen Universität miterlebt und die Lockerheit südafrikanischer Lehrer. Es war eine Art Urlaubssemester mit vielen interessanten Erfahrungen und Erlebnissen. Aber nach dieser Pause freue ich mich auch schon darauf, in Deutschland wieder ein wenig mehr zu tun zu haben.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Nov 14, 2014
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Nov 14, 2014

Studentenleben live

Lebenslanges Lernen

Die Message meiner Überschrift ist offensichtlich: Wir alle sind durch lebenslanges Lernen geprägt. Wir lernen zu gehen, zu sprechen, zu schreiben, zu lesen und zu rechnen. Fahrrad fahren, Schleife binden und vieles mehr. Nach dem Schulabschluss heißt es schließlich: Ausbildung oder Studium? Beide Wege beinhalten jede Menge Neues, das es zu lernen gilt, sowohl an fachspezifischem Know-How als auch an sozialer Kompetenz. Wir entwickeln uns also stetig weiter. Auch im Berufsleben. Wir lernen, wie sehr Theorie und Praxis in Wirklichkeit zusammenhängen, freuen uns über erste Erfolgserlebnisse und lernen aus unseren Fehlern. Dafür sind Fehler schließlich da: Was Hänschen nicht wusste, weiß Hans erst recht – oder so ähnlich. Wir werden also im Laufe unseres Lebens immer erfahrener und verbessern uns in vielerlei Hinsicht – beruflich wie privat.

Im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich kürzlich ein sehr interessantes Buch aus dem Jahre 1990 gelesen: Peter M. Senge spricht darin von der lernenden Organisation, die ebenfalls durch lebenslange Optimierungsprozesse geprägt ist. Hier geht es ebenfalls darum, aus Misserfolgen zu lernen, um es zukünftig besser zu machen. Das Konzept des lebenslangen Lernens ist also quasi allgegenwärtig, egal ob auf der Ebene einzelner Menschen oder auf der Ebene komplexerer Organisationsstrukturen. Es ist sozusagen fest im Lauf der Dinge verankert. Da soll mal einer behaupten, Lernen sei nur etwas für Streber.

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Nov 14, 2014
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Nov 14, 2014

Studentenleben live

Zu Gast im Zirkus

Circus Busch gastierte in unserer Stadt. Ich weiß nicht, wie lange ich schon nicht mehr im Zirkus war, aber wenn ich ein Zirkuszelt sehe, werde ich immer an eine alte Schulfreundin erinnert. Sie und ihre Familie leben im Schaustellergewerbe, sind zum Teil sogar im Zirkus groß geworden. Durch diese Freundin bin ich jedenfalls ein Fan vom Zirkus.
Wie ich so in Erinnerungen schwelgte, als ich gerade das Werbeplakat des Zikus betrachtete, fuhr ein Mädel an mir vorbei, das rief: „Da würd ich nicht hingehen, da misshandeln sie Tiere.“ Meine prompte Reaktion: „So würd ich das nicht formulieren.“ Ich weiß einfach von den Erfahrungen mit der Familie meiner Freundin, dass diese Leute für ihre Tieren und eben auch von diesen Tieren leben. Und obwohl ich des Studiums wegen militanter Tierschützer sein sollte – ist für Geoökologen nicht gerade ungewöhnlich – habe ich mit Zirkustieren kein Problem.
Nun gut, das erste Mal seit vielen Jahren hab ich mich also wieder in die Manege gewagt. Folgendes bot sich mir: Im funkelnden Zirkuszelt, das übrigens ziemlich schlecht besucht war für einen Freitagabend, thronte die Liveband über dem Artisteneingang. Und diese Band bot mehr als eine läppische Orgel, sondern richtig gute Musik. Als erstes kam der Clown, der die Band und das Publikum dirigierte, so was Albernes. Danach bekam ich Einblick in das, was mich in der Show so erwarten würde. War ich baff, als da auf einmal ein Elefant aus dem roten Vorhang hervortrat. Als erste Showeinlage wurde die Manege für einen Jongleurmeister im spanischen Kastagnettenstil freigemacht. Dann kamen schöne, elegante, große Pferde, gefolgt von einem etwas kleineren Pferd, das mich irgendwie an Barbie erinnerte. Und dann … kam vollkommen überraschend ein noch kleineres gepunktetes Dalmatinerpferd daher gerannt, das von einem wirklich winzigen Pferd gejagt wurde. Keine 60 Zentimeter war es groß. Ich musste herzhaft lachen. Wir Zuschauer durften noch einem Seiltänzer zuschauen und dressierte Kamele bewundern. Dann war da noch der Elefant auf dem kleinen Hocker. Der Klassiker. Er stieg auch über eine hübsche Dame. Naja, wie elegant das noch ist, wenn die Tiere mitten im spannendsten Teil ihre Böller fallen lassen. Ich fand es irre witzig. Eine opernsingende Tuchtänzerin trällerte und schwang sich in schwindelerregende Höhen. Das war übrigens die einzige Nummer, bei der die Band nicht mit virtuosem Spiel die Akrobaten begleitete. Dann waren da noch lustige Akrobaten im Schottenrock, eine weitere Pferdenummer, und natürlich die Frau, die vom Magier zerschnitten wurde. Musste ja sein. Den Abschluss machten zwei Muskelprotze von akrobatischen Turnen. Das gefällt mir ja immer besonders gut, also weniger die Muskeln, als die gewaltige Körperbeherrschung, die solche Körperkünstler haben.

Nach der Vorstellung blieb bei mir ein Lächeln auf den Lippen und der Eindruck, dass diese Welt auch ein bisschen auf mich abgefärbt hat. Zumindest schritt ich ganz theatralisch und mit einem „Tusch“ auf den Lippen danach im Wohnzimmer herum.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Nov 13, 2014
Autor: Mia
Rubrik: studium
Nov 13, 2014