interaktiv

Studentenleben live

Zu Gast im Zirkus

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

13.11.2014

Circus Busch gastierte in unserer Stadt. Ich weiß nicht, wie lange ich schon nicht mehr im Zirkus war, aber wenn ich ein Zirkuszelt sehe, werde ich immer an eine alte Schulfreundin erinnert. Sie und ihre Familie leben im Schaustellergewerbe, sind zum Teil sogar im Zirkus groß geworden. Durch diese Freundin bin ich jedenfalls ein Fan vom Zirkus.
Wie ich so in Erinnerungen schwelgte, als ich gerade das Werbeplakat des Zikus betrachtete, fuhr ein Mädel an mir vorbei, das rief: „Da würd ich nicht hingehen, da misshandeln sie Tiere.“ Meine prompte Reaktion: „So würd ich das nicht formulieren.“ Ich weiß einfach von den Erfahrungen mit der Familie meiner Freundin, dass diese Leute für ihre Tieren und eben auch von diesen Tieren leben. Und obwohl ich des Studiums wegen militanter Tierschützer sein sollte – ist für Geoökologen nicht gerade ungewöhnlich – habe ich mit Zirkustieren kein Problem.
Nun gut, das erste Mal seit vielen Jahren hab ich mich also wieder in die Manege gewagt. Folgendes bot sich mir: Im funkelnden Zirkuszelt, das übrigens ziemlich schlecht besucht war für einen Freitagabend, thronte die Liveband über dem Artisteneingang. Und diese Band bot mehr als eine läppische Orgel, sondern richtig gute Musik. Als erstes kam der Clown, der die Band und das Publikum dirigierte, so was Albernes. Danach bekam ich Einblick in das, was mich in der Show so erwarten würde. War ich baff, als da auf einmal ein Elefant aus dem roten Vorhang hervortrat. Als erste Showeinlage wurde die Manege für einen Jongleurmeister im spanischen Kastagnettenstil freigemacht. Dann kamen schöne, elegante, große Pferde, gefolgt von einem etwas kleineren Pferd, das mich irgendwie an Barbie erinnerte. Und dann … kam vollkommen überraschend ein noch kleineres gepunktetes Dalmatinerpferd daher gerannt, das von einem wirklich winzigen Pferd gejagt wurde. Keine 60 Zentimeter war es groß. Ich musste herzhaft lachen. Wir Zuschauer durften noch einem Seiltänzer zuschauen und dressierte Kamele bewundern. Dann war da noch der Elefant auf dem kleinen Hocker. Der Klassiker. Er stieg auch über eine hübsche Dame. Naja, wie elegant das noch ist, wenn die Tiere mitten im spannendsten Teil ihre Böller fallen lassen. Ich fand es irre witzig. Eine opernsingende Tuchtänzerin trällerte und schwang sich in schwindelerregende Höhen. Das war übrigens die einzige Nummer, bei der die Band nicht mit virtuosem Spiel die Akrobaten begleitete. Dann waren da noch lustige Akrobaten im Schottenrock, eine weitere Pferdenummer, und natürlich die Frau, die vom Magier zerschnitten wurde. Musste ja sein. Den Abschluss machten zwei Muskelprotze von akrobatischen Turnen. Das gefällt mir ja immer besonders gut, also weniger die Muskeln, als die gewaltige Körperbeherrschung, die solche Körperkünstler haben.

Nach der Vorstellung blieb bei mir ein Lächeln auf den Lippen und der Eindruck, dass diese Welt auch ein bisschen auf mich abgefärbt hat. Zumindest schritt ich ganz theatralisch und mit einem „Tusch“ auf den Lippen danach im Wohnzimmer herum.

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