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Studentenleben live

Bei der Fremdenpolizei

Der tschechische Poleizeislogan „Pomáhat a chranit“ (schützen und helfen) war mir noch von meinem letzten Tschechienaufenthalt in ziemlich düsterer Erinnerung geblieben. Damals übersetzte ich mit onomatopoetischem Ansatz die Worte folgendermaßen: „Hier beißen Sie auf Granit“. Ich schob deshalb meine Registrierung bei der Fremdenpolizei sehr, sehr lange vor mir her. Behördengänge sind in Deutschland schon ein Alptraum, im Ausland sind sie noch schlimmer. Tatsächlich erwartete mich, als ich mich dann doch entschied, in den sauren Apfel zu beißen, ein graues, heruntergekommenes Gebäude, von dem ich zunächst dachte, es stünde leer.
Beim Eintreten schlug mir ein entsetzlicher Geruch entgegen und es schien, als würden sämtliche wartende Menschen schon mindestens eine Woche dort verbringen. An der Information erhielt ich zwei identisch unverständliche Formulare zum Ausfüllen. Natürlich hatte ich mein Wörterbuch parat und während der immerhin nur zweieinhalb Stunden Wartezeit konnte ich gewissenhaft sämtliche Angaben machen. Als schließlich meine Nummer aufgerufen wurde (ich konnte es tatsächlich im ersten Moment kaum glauben, als es soweit war), trat ich in ein Zimmer, dessen großer Schreibtisch fast die komplette Fläche des Raums einnahm. Auf der anderen Seite blickte mir ein ob meines (zwar gespielten aber dennoch fröhlichen) „Dobrý Den“ sichtlich begeisterter Beamter entgegen, der, meine Tschechischkenntnisse deutlich überschätzend, sehr wortreich antwortete. Er schien wider Erwarten ganz nett zu sein. Vielleicht wird einem hier ja doch geholfen?

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Nov 25, 2014
Autor: Inga
Rubrik: studium
Nov 25, 2014

Studentenleben live

Auf ins "richtige" Südafrika

Passend zum Ende meines Auslandssemesters kam mich meine Mutter besuchen und wir machten eine Reise entlang der Ostküste Südafrikas. Eine Reise in das „wirkliche“ Südafrika, denn Kapstadt, das Westkap insgesamt und die schöne „Garden Route“ sind ziemlich westlich geprägt. Nicht umsonst wird Kapstadt als „Europa in Afrika“ bezeichnet. Und hier habe ich wirklich das erste Mal das Gefühl, in Südafrika tatsächlich in Afrika zu sein. Wir fahren durch Kleinstädte, in denen wir als Weiße deutlich hervorstechen, bestaunen die runden Strohhütten namens Rondavels, in denen ursprüngliche afrikanische Stämme wie die Xhosa und Zulu leben, und tauchen tiefer in die Geschichte des Landes ein.

Das Highlight der Reise ist ein zweitägiger Abstecher in das Königreich Lesotho, eines der ärmsten Länder der Welt. Hier halten sich die meisten Menschen mit Schaf- und Kuhherden über Wasser, aber die bittere Armut ist überall spür- und sichtbar. Die Zustände der Straßen sind katastrophal, überall sind chinesisch geförderte Baustellen mit Arbeitern, die bestimmt nicht besonders viel Geld für die Schufterei bekommen. Von den in den kargen Hügeln verstreuten Dörfern winken uns in Decken gewickelte Menschen zu, von denen viele weder Strom noch fließendes Wasser haben. Auf unserer Tour besuchen wir einen traditionellen Heiler und tanzen und singen mit den Sesotho-Frauen. Ein einmaliger Abstecher in das, was man bei dem Wort „Afrika“ im Kopf hat. Und eine Erinnerung an den Luxus, den wir in der westlichen Welt, aber auch in anderen Teilen Südafrikas erfahren.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Nov 19, 2014
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Nov 19, 2014

Studentenleben live

Morgens, mittags, abends Schule

Da dachte ich nach dem Abi: „Endlich bin ich aus dem Laden raus!“ – und schon bin ich wieder drin. Und das nicht nur vormittags in meinem Schulpraxissemester, sondern auch noch abends. Was, abends gibt es auch Schulunterricht? Nein, keine Angst, soweit sind wir noch nicht, trotz G8 und Co. Abends dürfen die Schüler mal schlafen und die Lehrkräfte auch. Aber Achtung, wer nicht schläft, sondern sich mit anderen Dingen beschäftigt, wird es schwer haben. Denn pünktlich um 7:35 Uhr geht es am nächsten Morgen schon wieder los.
Nein, mit der klassischen Schule hat mein Unterricht nichts zu tun. Ich habe beschlossen, meinen Führerschein zu machen. In der Großstadt Berlin und auch meiner Wahlheimat Freiburg ist ein Auto eher hinderlich als nützlich. Wozu also die Schulbank drücken und sich mit Vorfahrt und Motoren beschäftigen? Doch langsam habe ich eingesehen, dass es vielleicht doch in manchen Situationen ganz nützlich ist, fahren zu können. Und vielleicht sollte man sich darum kümmern, bevor die Notsituation eintrifft, nicht wahr?
Daher gehe ich jetzt zweimal die Woche in die Fahrschule um die Ecke und sitze mit ganz normalen Leuten im Unterricht. Bisher kannte ich niemanden in Freiburg, der in die Schule geht oder eine Ausbildung macht. Aber hey, es gibt nicht nur Studierende in dieser Universitätsstadt! Nach meiner Arbeit am Gymnasium, bei der ich vor der Klasse natürlich stets kompetent wirken muss, ist es unglaublich entspannend, in der Fahrschule die dümmsten Fragen stellen zu können und genau zu wissen, die Hälfte im Raum hätte es auch nicht gewusst. Und den Fahrlehrer können sowieso keine Fragen mehr schockieren, der hat mit Sicherheit schon alles erlebt. Man muss auch nicht wie in der Uni einen guten Eindruck vor irgendeinem Professor machen, um vielleicht eine HiWi-Stelle zu bekommen. Ich kann einfach offen zugeben, dass ich von Autos und allem, was dazugehört, keine Ahnung habe. Obwohl ich Abitur habe! Und mich freuen, jetzt endlich etwas Praktisches für den Alltag zu lernen. Das kommt ja in Schule und Uni auch nicht ständig vor.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Nov 18, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Nov 18, 2014