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Studentenleben live

Bei der Fremdenpolizei

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

25.11.2014

Der tschechische Poleizeislogan „Pomáhat a chranit“ (schützen und helfen) war mir noch von meinem letzten Tschechienaufenthalt in ziemlich düsterer Erinnerung geblieben. Damals übersetzte ich mit onomatopoetischem Ansatz die Worte folgendermaßen: „Hier beißen Sie auf Granit“. Ich schob deshalb meine Registrierung bei der Fremdenpolizei sehr, sehr lange vor mir her. Behördengänge sind in Deutschland schon ein Alptraum, im Ausland sind sie noch schlimmer. Tatsächlich erwartete mich, als ich mich dann doch entschied, in den sauren Apfel zu beißen, ein graues, heruntergekommenes Gebäude, von dem ich zunächst dachte, es stünde leer.
Beim Eintreten schlug mir ein entsetzlicher Geruch entgegen und es schien, als würden sämtliche wartende Menschen schon mindestens eine Woche dort verbringen. An der Information erhielt ich zwei identisch unverständliche Formulare zum Ausfüllen. Natürlich hatte ich mein Wörterbuch parat und während der immerhin nur zweieinhalb Stunden Wartezeit konnte ich gewissenhaft sämtliche Angaben machen. Als schließlich meine Nummer aufgerufen wurde (ich konnte es tatsächlich im ersten Moment kaum glauben, als es soweit war), trat ich in ein Zimmer, dessen großer Schreibtisch fast die komplette Fläche des Raums einnahm. Auf der anderen Seite blickte mir ein ob meines (zwar gespielten aber dennoch fröhlichen) „Dobrý Den“ sichtlich begeisterter Beamter entgegen, der, meine Tschechischkenntnisse deutlich überschätzend, sehr wortreich antwortete. Er schien wider Erwarten ganz nett zu sein. Vielleicht wird einem hier ja doch geholfen?

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