interaktiv

Studentenleben live

Alte und neue Freunde

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

26.11.2014

Ich bin eine grauenhafte Gastgeberin. Ich hasse es, Gäste zu haben, besonders wenn sie nicht zu meinen engsten Freunden zählen. Ich vergesse prinzipiell, Getränke anzubieten und zeitnah zu zeigen, wo sich Klo und Küche befinden. Dazu kommt, dass mein Freundeskreis keine homogene Gruppe mit Leuten ist, die sich alle untereinander kennen, sondern ich meine Clique zu Hause habe, aber auch diverse Freundinnen, die von mehr oder weniger weit her kommen. Außerdem kennt mein Freund nicht alle meine Freunde. Er kann Lucy-Lena-Franzi-Krissi-Annegret zwar einordnen, weiß von den wichtigsten Geschichten, die ich mit ihnen erlebt habe, und in welcher Beziehung genau ich zu ihnen stehe, aber eine eigene Meinung konnte er sich bislang nicht bilden.

Was lag also näher, als einmal alle Freunde in einen Topf zu werfen und zu mir einzuladen? „Endlich voll strafmündig“ hieß die Facebookveranstaltung, über die ich alle Leute, die ich dabei haben wollte, kontaktierte. Und damit begannen die Wochen der Überforderung. „Du musst xy ausladen, er hat gesagt, er hasst mich, und wenn er da ist, habe ich keinen guten Abend.“ – „Annes Ticket gilt nur in Köln und sie hat mal wieder kein Geld, das heißt, wir müssen es irgendwie deichseln, dass Franzi und Maik sie irgendwo einsammeln“ – „Wenn der nicht kommt, ist der Mädchenüberschuss irgendwie doch etwas krass, das ist doch doof!“

Und dann kam die Party und alle meine Sorgen lösten sich schnell in Luft auf. Auf dem Sofa diskutierte Lucy, die ich aus einem Schreibforum kenne, mit Tobi, der früher in Geschichte neben mir saß, über die Einreisebestimmungen nach Deutschland. Daneben stellte Sophie aus Brühl fest, dass sie gemeinsame Bekannte mit meiner Unifreundin Krissi hatte, und dann forderten meine Patencousine und ihr Freund noch erfolgreich alle zum Macarena-Tanzen auf.

Fazit: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Als Party des Jahrhunderts wird meine Geburtstagsfeier vermutlich nicht in die Geschichte eingehen, trotzdem hatten wir alle einen schönen Abend und meine Fähigkeiten als Gastgeberin wurden tatsächlich gelobt. Aber vor allem kennen sich jetzt die meisten meiner wichtigen Menschen untereinander und ich freue mich besonders, dass mein Freund über alle „Kannst du mir versprechen, dass du sie magst?“-Menschen eine positive Meinung hatte. Prost!

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