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Studentenleben live

Europa

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

26.11.2014

Irgendwie wusste ich nie, was ich auf die Frage antworten sollte, wie lange ich noch in Südafrika sei. Standardantwort: Mitte November fliege ich zurück nach Europa. Komisch, das zu sagen, „nach Europa“. Schließlich sind die meisten europäischen Staaten bekannt, ganz besonders Deutschland. Aber in meine Heimatstadt machte ich nach der Ankunft in Frankfurt nur einen kleinen Abstecher, um meine Sommer- gegen die Winterklamotten zu tauschen. Noch am gleichen Tag ging es weiter nach Brüssel. Hier erhielt ich dann die Bestätigung: Ich bin nicht in einem europäischen Land, ich bin in Europa. Davon zeugen die vielen Europaflaggen, die einem im Europaviertel überall entgegenwehen, und die Tatsache, dass 50 Prozent der Menschen keine Belgier sind.
Brüssel ist nicht nur die „Hauptstadt Europas“, sondern auch die Hauptstadt der Praktikanten, und genau deswegen bin ich hier. Und das kann ich nach der quälenden Suche durch die vielen (teuren) Praktikantenunterkünfte richtig genießen. Mein Praktikum mache ich an der „Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union“, in der hiesigen Fachsprache wohl eher die „StäV von DEU bei der EU“. An die ganzen Abkürzungen muss ich mich allerdings noch gewöhnen, da geht es im PSK vom COCOP zum COHAFA, und den Europäischen Rat darf man nicht mit dem Rat der Europäischen Union verwechseln, und schon gar nicht mit dem Europarat. Doch trotz der ganzen Verwirrungen kann ich mich mit den ganzen aktuellen außenpolitischen Themen auseinandersetzen, die mich schon immer interessiert haben, und erfahre so manche Neuigkeit schon vor der Tagesschau. Da vergeht der Abschiedsschmerz von Südafrika ziemlich schnell und macht der Freude auf die nächsten sechs Wochen Platz.

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