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Studentenleben live

Wettrennen bis zum Abschluss

Autor:
Miriam

Rubrik:
studium

28.11.2014

Was meinen Kommilitonen und mir im Master der Medienwissenschaft auffällt, ist, dass Zeitdruck und Anspruchsniveau enorm gestiegen sind. Erklärt wird dies dadurch, dass im Master die Leute sind, die gute Leistung bringen und wir wenig Zeit haben, weil wir in nur eineinhalb Jahren unsere Masterarbeit schreiben.

Ich dachte, der Master wäre zur Vertiefung da. Stattdessen hecheln wir noch mehr als im Bachelor hinterher und schaffen immer gerade das, was wir bis zur nächsten Woche zu erledigen haben. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das sagen würde, aber ich würde sehr gerne mal einen der angebotenen Zusatztexte zur Vertiefung eines Themas lesen und nicht immer schon wieder beim nächsten Thema sein. Zwischendurch brauche ich nämlich immer mal wieder eine Auszeit. Ich kann nicht meine komplette Zeit darauf verwenden, alles aufzuholen. Außerdem fällt mir negativ auf, dass uns kaum Zeit gelassen wurde, uns kennenzulernen. Vielmehr kam zusätzlich zum Zeitdruck hinzu, dass der gesamte Studiengang von Anfang an in zwei Gruppen geteilt wurde. Das ermöglicht zwar konzentrierteres Arbeiten, hält einen aber auch von vielen Kommilitonen fern.

Vor kurzem fiel mir auf, dass ich gar keine Begeisterung mehr für die Themen verspüren kann. Viele meiner Kommilitonen bestätigen dies. Denn Begeisterung erfordert Hingabe und Zeit, sich auf etwas einzulassen. Die Zeit haben wir aber nicht. Das Umfeld, um Begeisterung verspüren zu können oder zu entwickeln, ist im Master meines Erachtens daher nicht gerade ideal. Für alle, die darüber nachdenken, ein Masterstudium an den Bachelor dranzuhängen, gilt also: Überlegt euch das gut, es braucht viel Ausdauer.

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