interaktiv

Studentenleben live

Irgendwo zwischen Mut und Naivität

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

01.12.2014

Natürlich war es von Anfang an mein Bestreben, mit meinem mehrmonatigen Aufenthalt in Tschechien meine Sprachkenntnisse auszubauen, oder besser gesagt erst mal auf solide Grundpfeiler zu stellen. Bislang kann ich nämlich nur so viel, wie es einem das hobbymäßige Sprachenlernen bei schwankender Motivation eben erlaubt.

Ich wählte also nicht nur Sprachkurse, sondern auch Kurse in der Landessprache: Politik und Geschichte auf Tschechisch. Das war mutig. Oder vielleicht richtig dumm? Die Kurse klangen unheimlich spannend, aber für einen Fachfremden ist das schon ein hartes Stück Arbeit.

Mit Wörterbuch und Vokabelheft ausgestattet, milde von meinen tschechischen Kommilitonen belächelt, sitze ich also jetzt jeden Donnerstagmorgen in der Geschichtsvorlesung und freue mich, wenn in der Powerpoint-Präsentation Bilder vorkommen – weil sie auch ohne Sprache verständlich sind. Zumindest bis zu einem gewissen Grad. In diesen Momenten bin ich fast entspannt. Kaum geht aber die Quellenanalyse los, verkrampfe ich mich wieder, komme auf Hochtouren und rotiere, schließlich muss ich zuhören, Powerpoint lesen, mitschreiben, Vokabeln aufschreiben, Vokabeln nachschlagen und Gespräche mit der Nachbarin gleichzeitig managen.

Anfangs war ich nach jeder Veranstaltung ziemlich deprimiert und hatte Kopfschmerzen. Inzwischen mehren sich aber die Tage, an denen ich beschwingt ob meines Lernzuwachses stolz aus der Uni marschiere und fröhlich dem nächsten Kurs entgegen schaue, wohlwissend, dass ich dem Tschechischen gewachsen bin.

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