interaktiv

Studentenleben live

Rote Karte für den Präsidenten

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

23.12.2014

Der 17. November ist in Tschechien ein Feiertag. Man gedenkt quasi doppelt: Dem Studentenaufstand 1939, der sich gegen die Schließung der tschechischen Universitäten und Hochschulen im damaligen Protektorat Böhmen und Mähren richtete, und, daraus resultierend, den 50 Jahre später stattfindenden ersten Protesten der samtenen Revolution. Eigentlich hatte man sich 1989 zum Gedenken an jenen Studentenprotest getroffen, doch daraus wurde recht bald eine Massendemonstration gegen die kommunistische Gegenwart.
Auch heute wird dieser Tag zu Demonstrationen genutzt, 2014 vor allem gegen Präsident Zeman. Die rote Karte für den Präsidenten einigte die Zeman-Gegner. Tatsächlich hatte sich der tschechische Präsident scheinbar (wieder mal) einiges zu Schulden kommen lassen. Abgesehen davon, dass er auf Dienstreisen in China und der Ukraine wohl mit Aussagen provozierte, die umgehend von der Regierung dementiert werden mussten, schwirrte eine Woche lang nur ein Thema durch die tschechischen Medien: Zeman, wie er mit wüstesten Beschimpfungen und vulgärsten Ausdrücken im Live-Interview über die russische Band „Pussy Riot“ herzog. Plötzlich wollte niemand mehr diesen Präsidenten gewählt haben, er sei eine Schande für Tschechien und solle einen Arzt zu Rate ziehen, um seine Alkoholprobleme zu lösen (Kommentar der Lidové Noviny, einer tschechischen Tageszeitung). Kurz: Der Rückhalt in der Bevölkerung sinkt enorm ...

 

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