interaktiv

Studentenleben live

Wo ist das Licht?

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

24.12.2014

Es dauert ein bisschen, bis ich erkenne, was es ist, das mich stört. Irgendwas ist. Es ist das Licht. Wenn ich in der Morgendämmerung zwischen den (zugegebenermaßen nicht so) hohen Gebäuden des Europaviertels zur Arbeit gehe, sehe ich kaum, ob der Himmel jetzt grau ist oder blau. Mir fehlt die Weite des Himmels aus Kapstadt. Egal ob vor meiner Wohnung in Observatory, am Strand in Clifton oder – natürlich – auf dem Tafelberg: Von überall konnte man das strahlende Blau sehen. Mir fehlen die bunt leuchtenden Farben, die Offenheit der Menschen, die Lässigkeit des Lebens. Stattdessen nur der Wecker, der jeden Morgen erbarmungslos klingelt, wütende belgische Fahrradfahrer in grellgelber Warnweste und mit Trillerpfeife bewaffnet, und diese klirrende Kälte. Außerdem ist Brüssel super-teuer und super-edel.

Und trotzdem kann man viel entdecken: Schmucke Kirchen verstecken sich in modernen Arbeitsvierteln und überraschenderweise höre ich hier fast weniger Deutsch als in Kapstadt. Nachts kann ich frei und unbesorgt herumlaufen, sowieso laufe ich so viel wie nie in Kapstadt. Das erste Mal zur Arbeit Radeln hat ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert und ein paar Sonnenstrahlen konnte ich unter meiner Mütze auch schon genießen. Trotz leichtem „Kap-Weh“ gefällt es mir hier.

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