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Studentenleben live

Humor im Labor

Bei meiner Bachelorarbeit geht’s gerade rund. Ich beschäftige mich mit einer Pflanze (Sambucus ebulus, besser bekannt als Zwerg-Holunder) um zu schauen, ob man sie für Biogasanlagen verwenden könnte. Mittlerweile habe ich alle Daten dafür zusammen. Gestern hab ich nämlich nach 30 Tagen meinen Versuchsstand abgebaut und ich kann euch sagen, wissenschaftliches Arbeiten ist manchmal ganz schön obskur. Um Biogas von einem Gefäß ins andere zu leiten, brauchte ich Schlauchverbindungsstücke – und zwar ganz schön viele in verschiedenen Größen und Beschaffenheiten. Mit einer Rasierklinge habe ich also verschiedene Schlauchstücke zurechtgemurkst, hier und da geschnitten und von Zeit zu Zeit mit einer Pinzette darin herumgefuhrwerkt. „Messer, Tupfer, Skalpell“, da kommt es einem vor, als wär man im Operationssaal. Aber nein, Kacke hat in einem Operationssaal nichts zu suchen. Verzeiht meine vulgäre Sprache. Fakt ist aber, dass ich rund um meine Bachelorarbeit auch immer wieder wissenschaftlich in Kuhscheiße rühre. Das kommt so: Das Pflanzenmaterial, das ich ansetzte, wird wie in einer Biogasanlage vergoren. Dafür braucht man aber Bakterien und die bekommt man aus dem abgestandenen Rinderdung.

Ich finde das ziemlich lustig. Auch wenn es wohl bizarr aussieht, wenn ich voll konzentriert Flaschen mit Gülle schüttele und Messwerte auf den Millimeter genau ablese, immer mit der Frage, ob auch alles richtig ist. Wenn man die ganze Sache aber mit Humor sieht, kann man auch einfach sagen, ich pansche mit Tierkot und Pflänzchen. Tja, und rumpanschen macht doch Spaß. Hat mir zumindest schon als kleines Kind Spaß gemacht, wo ich mit viel Inbrunst Blättersuppen in der Regentonne kochte. So viel anders ist das ja im Prinzip bei meiner Forschung auch nicht. Und es ist sicher nicht schlecht bei der Arbeit ab und an in Kindheitserinnerungen zu schwelgen und an die schöne Regentonnensuppe zu denken.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Jan 5, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Jan 5, 2015

Studentenleben live

Zum Thema Kisten

Ich bin jetzt schon seit über einem Jahr nicht mehr umgezogen und habe deshalb seltener mit Umzugskisten zu tun. In meinem Freundeskreis gab es aber in letzter Zeit zwei Umzüge, bei denen ich auch ein bisschen mithalf. Anfangs war bei beiden der Plan: Diesmal wird alles besser! Diesmal organisieren wir alles so optimal, dass keine Zeit verloren geht und wir reibungslos von Wohnort A nach Wohnort B gelangen. In der Praxis sah es dann anders aus. Wir saßen zusammen am Frühstückstisch vor dem großen Räumen und mussten bescheiden einsehen, dass schon jetzt die normalen Essenskonventionen nicht mehr galten: Es gab einfach keine Teller mehr.

Beim Kisten tragen kamen mir dann Kartons mit Kleidung und Uni-Unterlagen entgegen. Ich schleppte Kartons mit Aufschrift „Küche“, „Deko“ oder „Kinderzimmer“. Alles wunderbar, aber dann kam der Moment, in dem irgendwie keine Ordnung mehr herrschte. Verzweifelt schaute ich in einen Umzugskarton, in dem sowohl Bürokram als auch Deko waren. Moment, die Dekokisten sind doch schon weg. Was also tun? In solchen Momenten denke ich: Es muss doch eh alles in die neue Wohnung. Also stopfte ich noch eine Vorhangstange dazu und ab ging die Post. Ein: „Das brauche ich aber noch“ ließ ich einfach nicht gelten. In den meisten Fällen hat sich diese Notwenigkeit schnell erledigt. Dann packe ich die Vorhangstange eben zum Bürokram und runde die ganze Komposition noch mit etwas Hochzeitsdeko ab. Beim Auspacken kann es ja durchaus sein, dass die Ordner hinter einem Vorhang verschwinden sollen (die Stange ist dann schon da) und oben auf das Regal noch ein wenig Firlefanz zum Verschönern soll (dafür dann die Hochzeitsdeko). Wenn das mal nicht System hat!

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Jan 2, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Jan 2, 2015

Studentenleben live

Wo ist das Licht?

Es dauert ein bisschen, bis ich erkenne, was es ist, das mich stört. Irgendwas ist. Es ist das Licht. Wenn ich in der Morgendämmerung zwischen den (zugegebenermaßen nicht so) hohen Gebäuden des Europaviertels zur Arbeit gehe, sehe ich kaum, ob der Himmel jetzt grau ist oder blau. Mir fehlt die Weite des Himmels aus Kapstadt. Egal ob vor meiner Wohnung in Observatory, am Strand in Clifton oder – natürlich – auf dem Tafelberg: Von überall konnte man das strahlende Blau sehen. Mir fehlen die bunt leuchtenden Farben, die Offenheit der Menschen, die Lässigkeit des Lebens. Stattdessen nur der Wecker, der jeden Morgen erbarmungslos klingelt, wütende belgische Fahrradfahrer in grellgelber Warnweste und mit Trillerpfeife bewaffnet, und diese klirrende Kälte. Außerdem ist Brüssel super-teuer und super-edel.

Und trotzdem kann man viel entdecken: Schmucke Kirchen verstecken sich in modernen Arbeitsvierteln und überraschenderweise höre ich hier fast weniger Deutsch als in Kapstadt. Nachts kann ich frei und unbesorgt herumlaufen, sowieso laufe ich so viel wie nie in Kapstadt. Das erste Mal zur Arbeit Radeln hat ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert und ein paar Sonnenstrahlen konnte ich unter meiner Mütze auch schon genießen. Trotz leichtem „Kap-Weh“ gefällt es mir hier.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Dec 24, 2014
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Dec 24, 2014