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Studentenleben live

Die feierliche Erleuchtung des Weihnachtsbaums

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

05.01.2015

Schon am Tag zuvor war mir aufgefallen, wie ein riesiger Kran am Altstädter Ring eine enorm große Tanne aufstellte. Aufgeregt wuselten Männer in Orange hin und her, riefen einander Kommandos zu und es herrschte ein aufgeregtes Durcheinander. Zeitgleich wurden die braunen, weihnachtlich dekorierten Hütten aufgestellt; bald sollte wohl der Prager Weihnachtsmarkt anfangen.
Am Folgeabend um 17 Uhr würde der 20 Meter hohe stattliche Tannenbaum erstmalig erleuchtet werden. Ich hatte nichts Besseres vor und schlenderte also zur großen Tannenbaumbeleuchtung. Direkt als ich um die Ecke bog, verschlug es mir den Atmen. Selten hatte ich einen so überschmückten, scheußlichen Baum gesehen und kaum zu fassen war es, dass sich tatsächlich mehrere tausend Menschen zu diesem lapidaren Anlass auf dem Platz drängten!
Es wurde fünf vor fünf und die Menschen starrten gebannt auf den dunklen Baum. Einige filmten die Szene mit ihrer Handy-Kamera. Ich schaute mich um und fand die Situation skurril. Fünf Uhr. Nichts geschah. Fünf nach fünf. Die Meute begann tatsächlich zu pfeifen und zu buhen. Da standen mehrere tausend Menschen auf dem Altstädter Ring und buhten einen finsteren Tannenbaum aus. Die Situation wurde immer sonderbarer. Dann endlich ging eine Lichterkette an, kurz darauf die nächste. Plötzlich rauschte ein weißes Licht den Baum herunter, das man mit viel Fantasie als Schnee interpretieren könnte. Zuletzt ging der Weihnachtsstern über dem Baum auf. Die Menge jubelte und beklatschte den Baum. Dann verschwand sie wieder, von der Polizei zu den Ausgängen geleitet...

 

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