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Studentenleben live

Humor im Labor

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

05.01.2015

Bei meiner Bachelorarbeit geht’s gerade rund. Ich beschäftige mich mit einer Pflanze (Sambucus ebulus, besser bekannt als Zwerg-Holunder) um zu schauen, ob man sie für Biogasanlagen verwenden könnte. Mittlerweile habe ich alle Daten dafür zusammen. Gestern hab ich nämlich nach 30 Tagen meinen Versuchsstand abgebaut und ich kann euch sagen, wissenschaftliches Arbeiten ist manchmal ganz schön obskur. Um Biogas von einem Gefäß ins andere zu leiten, brauchte ich Schlauchverbindungsstücke – und zwar ganz schön viele in verschiedenen Größen und Beschaffenheiten. Mit einer Rasierklinge habe ich also verschiedene Schlauchstücke zurechtgemurkst, hier und da geschnitten und von Zeit zu Zeit mit einer Pinzette darin herumgefuhrwerkt. „Messer, Tupfer, Skalpell“, da kommt es einem vor, als wär man im Operationssaal. Aber nein, Kacke hat in einem Operationssaal nichts zu suchen. Verzeiht meine vulgäre Sprache. Fakt ist aber, dass ich rund um meine Bachelorarbeit auch immer wieder wissenschaftlich in Kuhscheiße rühre. Das kommt so: Das Pflanzenmaterial, das ich ansetzte, wird wie in einer Biogasanlage vergoren. Dafür braucht man aber Bakterien und die bekommt man aus dem abgestandenen Rinderdung.

Ich finde das ziemlich lustig. Auch wenn es wohl bizarr aussieht, wenn ich voll konzentriert Flaschen mit Gülle schüttele und Messwerte auf den Millimeter genau ablese, immer mit der Frage, ob auch alles richtig ist. Wenn man die ganze Sache aber mit Humor sieht, kann man auch einfach sagen, ich pansche mit Tierkot und Pflänzchen. Tja, und rumpanschen macht doch Spaß. Hat mir zumindest schon als kleines Kind Spaß gemacht, wo ich mit viel Inbrunst Blättersuppen in der Regentonne kochte. So viel anders ist das ja im Prinzip bei meiner Forschung auch nicht. Und es ist sicher nicht schlecht bei der Arbeit ab und an in Kindheitserinnerungen zu schwelgen und an die schöne Regentonnensuppe zu denken.

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