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Studentenleben live

eBook-Reader

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

28.01.2015

Neulich in der Uni flippte einer meiner Freundinnen schier aus, als sie vor mir auf dem Tisch einen eBook-Reader liegen sah. Noch vor einem Jahr habe ich die diese Industrie selbst aufs schärfste verurteilt. Es kann ja wohl nicht sein, dass man eine Geschichte nur auf einem Bildschirm liest, ohne dabei das Gefühl des Umblätterns und den Geruch der Seiten in der Nase zu haben. Diese Entwicklung darf man ja wohl nicht unterstützen! Und auch wenn normale Bücher wohl nicht vollständig vom Markt zu verdrängen sind, so gibt es doch einige literarische Ergüsse, die zumindest erstmalig nur elektronisch veröffentlicht werden.

Warum habe ich als Kritikerin nun so ein Teil vor mir liegen? Nun ja, ich bin in den letzten Jahren zu einer Bahn-Leserin geworden, lese fast ausschließlich im Zug, fahre aber auch pro Woche mindestens zwei Stunden lang. Der Bestand ungelesener, mich interessierender Bücher der örtlichen Bibliothek schrumpft seitdem konstant. Als ich vor einigen Monaten im Online-Katalog dann nach einem bestimmten Buch suchte, fiel mir auf, dass es dieses zwar gab – aber nur als eBook-Version. Ich kam ins Grübeln. Bei der Auswahl an elektronischen Büchern in der Bibliothek … Dafür würde sich die Anschaffung eines solchen Geräts schon fast lohnen. Mama und Papa erfüllten mir den Wunsch zu Weinachten.

Nach mittlerweile rund einem Monat mit diesem neumodischen Lesegerät kann ich bilanzieren: Der Vorteil an dem Reader ist definitiv, dass man platzsparend viele Bücher mitnehmen kann. Im Urlaub, in der Bahn, beim Babysitten. Ich habe immer 20 dicke Bücher in der Tasche, die zusammen so viel wiegen wie ein dünnes. Genau so einfach ist das Beschaffen neuer Bücher: ein bisschen im Online-Katalog der Bibliothek stöbern, runterladen, auf den eBook-Reader ziehen. Oder eine Freundin fragen, die ungefähr alle Bücher der Welt auf ihrem Computer hat – und in fünf Minuten hat man ein halbes Bücherregal. Ob das wirklich ein Vorteil ist, oder ob ich irgendwann metaphorisch unter der Menge an Büchern begraben werde, weiß ich allerdings noch nicht.

Der Nachteil ist definitiv, dass mir beim Lesen das Lesegefühl fehlt. Ich kann nicht den Finger zwischen die Seiten legen, das Buch in der Hand halten und ein richtiges Lesezeichen hineinlegen.

Mein Fazit: Ich werde meinen eBook-Reader in Zukunft sicherlich weiterhin nutzen, um Bücher, die ich kostenlos bekommen kann, zu lesen. Müsste ich mich zwischen Buch und eBook entscheiden, würde ich jedoch trotz des höheren Preises immer das haptische Buch wählen.

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