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Studentenleben live

Neues Jahr, neues Glück

Der erste Motivationsschub kam gleich am Montagmorgen. Ein Alumnus, den ich vor ein paar Jahren in Berlin kennen gelernt hatte, erzählte mir von seiner erfolgreichen Aufnahme in den Auswärtigen Dienst. Und bot mir gleich an, mir seine Vorbereitungsunterlagen zu geben und mit mir einmal das mündliche Auswahlverfahren durchzusprechen. Bis zu meinem Aufnahmeverfahren dauert es zwar bestimmt noch drei Jahre, aber ein paar Tipps können ja nicht schaden!

Und auch wenn der Unterschied zwischen abstrakter und konkreter Motivation groß ist (in die Bib quäle ich mich immer noch sehr widerstrebend), machen mir meine Kurse dieses Jahr sehr viel Spaß. So viel, dass ich schon wieder viel zu viele Extra-Kurse belege, statt mich endlich mal auf das zu konzentrieren, weswegen ich eigentlich hier bin – Jura. Aber der französische und englische Übersetzungskurs bietet analytische Überlegungen über die Sprache, die ich einfach zu überzeugend finde. Und auch die Internationalisierung des Rechts mit den Themen Globalisierung, Staatsbankrott und dem Zusammenspiel der Währungen ist einfach viel zu interessant, um ihn einfach so abzuwählen.

Dafür bietet der Völkerrechts-Schwerpunkt, den ich gewählt habe, eine tolle Balance zwischen Politik und Jura – auch wenn Juristen das Thema eher herablassend als Politik abstempeln und Politikwissenschaftler genervt von diesem ach so juristischen Fach „Völkerrecht“ reden. Und im Examensvorbereitungsprogramm wiederholen wir die ersten beiden Jahre Jura. Das ist die Möglichkeit, einen Überblick über das „große Ganze“ zu bekommen und mal das Gefühl zu haben, Jura ein bisschen zu verstehen. Auch wenn das tiefgreifende Verständnis bei dem rasanten Tempo, das wir jetzt drauf haben – statt 25 Stunden Vorlesung im Grundstudium jetzt drei Stunden für ein Thema – manchmal ein bisschen auf der Strecke bleibt.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Feb 9, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Feb 9, 2015

Studentenleben live

Die Bachelorarbeit

Umgeben von Büchern und Zetteln schreibe ich diese Zeilen an meinem Schreibtisch. Ich stecke im Moment mitten in den Schreibarbeiten für meine Abschlussarbeit. Und wenn ich mir so meinen Schreibtisch anschaue, wird es Zeit, dass ich langsam mal fertig werde. Ich freu mich schon drauf, wieder Platz für andere Dinge zu machen. Aber ich freue mich auch, dass ich mir im Moment die Zeit nehmen darf, um „einfach nur“ die Arbeit zu schreiben, schließlich trage ich das Päckchen schon seit über einem halben Jahr mit mir herum.

Es gibt so viel Denkarbeit, Fleißarbeit und Motivationsarbeit, die mit so einer Arbeit verbunden ist – und es gibt Tage oder gar Wochen, in denen gefühlt einfach gar nichts geht. Da kommen dann Gedanken hoch wie: „Oh man, ich werde das nie hinkriegen“, „Ich sollte das Studium abbrechen“, „Bescheuertes Methanpotenzial, bescheuerter Zwergholunder, alles bescheuert, mir hängt mein Thema zum Hals raus“ oder einfach „Ich mag nicht mehr“. In diesen Notsituationen sollte man nicht allein bleiben, denn im ehrlichen Gespräch mit anderen, die auch unter den Freuden und Qualen einer Abschlussarbeit zu leiden haben, stellt sich heraus: Alle erleben tiefergreifende Schrecken rund um die Arbeit. Viele haben ebenfalls Angst, nicht fertig zu werden und diverse Schreckmomente, wenn Word, Excel oder einfach der ganze PC abschmiert, große Wutausbrüche beim Einfügen von Bildern und kleinere, wenn sie sich nicht entscheiden können welche Schriftart sie verwenden sollen.

In einem Monat ist mein Abgabetermin und eigentlich kann ich wirklich dankbar sein, dass rund um die Versuche meiner Bachelorarbeit gute Ergebnisse für die Biogaserträge des Zwergholunders herausgekommen sind. Das vereinfacht das Schreiben. Jetzt mach ich aber Schluss, denn mein Mann braucht nebenan etwas Unterstützung bei einem Wutausbruch – er formatiert gerade seine Masterarbeit.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Feb 5, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Feb 5, 2015

Studentenleben live

Von Seminarleichen und Neunmalklugen

In geisteswissenschaftlichen Seminaren an der Uni wird über Literatur und Geschichte, Philosophie und Gesellschaft diskutiert. Lauter interessierte junge Leute haben sich gegen die schnelle Karriere und das große Geld entschieden, um sich dem Dialog zu widmen. Könnte man meinen.

Aber leider sieht der Alltag an deutschen Unis oft ganz anders aus. Nach meinen Beobachtungen gibt es grob gesagt zwei Typen von Studierenden in den Geisteswissenschaften.

Die Seminarleichen

Dieser passende Name stammt leider nicht von mir, er ist eher allgemeiner Uni-Slang. Mit Seminarleichen meint man Studis, die reinkommen, keinen Mucks machen, wieder gehen. Am Ende des Semesters fragt man sich, wie sie eigentlich heißen. Und man fragt sich vor allem, ob sie überhaupt interessiert, was sie da studieren, wenn sie nie etwas zur Stunde beitragen. Oder sind sie einfach viel zu schüchtern? Aber wie – das gilt jetzt nur für Lehramtsstudis – wollt ihr vor einer Klasse voller pubertierender Siebtklässler stehen, wenn ihr schon im kleinen Seminar kein Wort über die Lippen bringt? Leider, obwohl ich gerne anderes sagen würde, ist dieser Typ Studi zum großen Teil weiblich.

Die Neunmalklugen

Das Pendant zu den Seminarleichen sind die Neunmalklugen. Sie melden sich bei jeder Frage und werfen mit Fremdworten nur so um sich. Egal ob sie nun gerade passen oder nicht. Sie glauben, schon ganz im intellektuellen akademischen Milieu zu Hause zu sein, wenn sie möglichst elaboriert und verschachtelt sprechen. Ob die anderen Teilnehmer des Seminars folgen können und ob eine interessante Diskussion entstehen kann, ist zweitrangig. Schließlich werden sie gerne für ihre „Weisheit“ bewundert. Und das Wichtigste von allem: Die Profs sollen auf sie aufmerksam werden, denn bekanntlich werden Hiwi-Stellen (der erste Schritt in Richtung akademischer Olymp) nicht ausgeschrieben, sondern nur an diejenigen vergeben, die einen guten Eindruck hinterlassen.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Feb 3, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Feb 3, 2015