interaktiv

Studentenleben live

Helau?

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

19.02.2015

Früher fand ich Karneval klasse. Bibi Blocksberg, Marienkäfer, Micky Maus, Teufelin, Alien, Hermine Granger – und das sind nur die Kostüme, an die ich mich spontan erinnern kann. Mit zunehmendem Alter kam dann allerdings irgendwie immer mehr Alkohol dazu. Alkoholisierte Menschen sind an einem einzelnen Abend in der Disco kein Problem, aber fast eine Woche lang von morgens bis abends, dazu noch verkleidet, gezwungen gut gelaunt und zum Teil schockierenderweise älter als meine eigenen Eltern … nichts für mich. Wer Spaß am Feiern hat, dem möchte ich diesen gar nicht schlechtreden, aber ich persönlich schließe mich in der Regel an „Altweiber“ in meinem Zimmer ein und komme erst am Aschermittwoch wieder heraus, um ja dem Trubel zu entgehen.

Das hat in den vergangenen Jahren gut geklappt. Dieses Jahr wurde ich allerdings von einer Kölner Freundin zu einem Anti-Karnevals-Film-Marathon in Köln eingeladen. Mein Freund, meine Familie und der Großteil meiner Freunde aus Düsseldorf waren wahlweise verkleidet feiern oder in karnevalsfreie Zonen geflohen, also dachte ich mir, ein bisschen Anti-Karnevalsgesellschaft wäre ganz schön und machte mich auf den Weg.

Vielleicht hätte ich vorher mal genauer nachdenken sollen. Von Düsseldorf nach Köln zu fahren, ist wie vom Regen in die Traufe zu kommen. Das merkte ich schon, als ich aus der geschmückten Bahn am Düsseldorfer Hauptbahnhof ausstieg, beim Gleiswechsel mit Helene Fischer zugeschallt wurde und im Regional-Express nach Köln dann ungefähr die einzige nicht verkleidete Person war. Dennoch war ich ganz optimistisch, heil anzukommen. Immerhin war der Zug nicht so überfüllt, wie er hätte sein können.

Dann kam Köln. Es war nicht das erste Mal, dass ich besagte Freundin besuchte, und ich weiß mittlerweile genau, welche U-Bahn und welchen Bus ich wo nehmen muss. Nur leider standen überall verkleidete Menschen, die auf den Karnevalsumzug warteten. U-Bahnen und besonders Busse würden hier wohl heute eher nicht verkehren. Einer Reise-App auf meinem Smartphone, Nachfragen bei Passanten und Telefonaten mit meiner Freundin, die mir geduldig den Weg aus dem Getümmel erklärte, retteten mich aber schließlich und es wurde noch ein schöner Abend – ganz ohne Karneval.

Fazit: Karneval lässt sich auch als Karnevalsmuffel meistern – aber im nächsten Jahr bleibe ich vielleicht doch lieber zu Hause.

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