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Studentenleben live

Leicht wie eine Feder …

… fühle ich mich nun. Erst vor wenigen Tagen habe ich endlich meine Masterarbeit abgegeben. Die Arbeit der letzten sechs Monate hat ihren Abschluss gefunden – zumindest was den schriftlichen Teil angeht. Anfang April erwartet mich schließlich noch die Verteidigung. Bis dahin werde ich aber erst einmal meine allerletzten Semesterferien genießen. Auch wenn sie sich schon gar nicht mehr so anfühlen, da ich ja weiß, dass ich nach der mündlichen Prüfung fertig bin – keine Vorlesungen, Prüfungen, Präsentationen o.Ä. mehr.
Auch wenn sich diese Zeilen so einfach schreiben lassen und man meinen sollte, dass ich sehr wohl weiß, was mir nun bevorsteht bzw. was eben nicht mehr, so muss ich ehrlich gestehen: Ich brauche noch Zeit, um das alles zu begreifen. Die vergangenen Monate waren sehr stressig und haben quasi meine ganze Freizeit in Arbeit verwandelt. Dass ich jetzt nach meinem Feierabend im Büro und am Wochenende wirklich nur die Dinge tun kann, die mir Freude bereiten, ist wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Die letzte Hürde ist genommen und das muss natürlich gefeiert werden! Da sich meine Freunde über ganz Deutschland verteilen, sogar mehr als nur einmal.
Irgendwie bin ich auch ein bisschen stolz auf mich. Genau dasselbe hat auch die Frau vom Copy-Shop gesagt, als ich meine Thesis dort abholte: „Mensch, noch so jung und schon den Masterabschluss so gut wie in der Tasche. Was Sie da alles geschafft haben … Sie können wirklich stolz auf sich sein.“

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Feb 27, 2015
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Feb 27, 2015

Studentenleben live

Mit Trommeln und Pfeifen

Es gibt zwei Sorten von Baslern: Diejenigen, die die Fasnacht lieben und ihr schon das ganze Jahr entgegenfiebern, und diejenigen, die möglichst schnell in die Berge flüchten. Und dann gibt es natürlich noch eine ganze Menge Touristen, so wie mich, die voller Neugier einmal die Fasnacht miterleben möchten, ohne genau zu wissen, worauf sie sich da eigentlich einlassen.

Der Basler Morgenstraich (mit a wohlgemerkt) ist für Freiburger Studis eigentlich ein Muss. Schließlich liegt Basel nur eine knappe Auto-Stunde entfernt. Mancher fragt sich jetzt vielleicht, was zu Hölle ein Morgenstraich sein soll (mit a!), vor allem, wenn man aus einer Gegend kommt, wo Karneval, Jecken, Büttenreden, Fasnacht, Fasnet, Schmutziger Donnerstag oder Menschen im Häs nicht existieren.

Die Basler Fasnacht unterscheidet sich komplett vom Karneval in Köln oder Düsseldorf und auch von der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, die zum Beispiel hier in Freiburg gefeiert wird. Der Basler Spaß beginnt eine Woche später, also am Montag nach Aschermittwoch, um vier Uhr morgens. Menschenmassen versammeln sich dann in den Gassen der Altstadt. Alle Lichter gehen aus, die Blitze der (Handy-)Kameras leider an und aus verschiedenen Richtungen kommen sogenannte Cliquen mit bunten Laternen auf dem Kopf. Meistens spielen ein paar der Mitglieder Piccoloflöten und Trommeln. Die Musik ist sehr laut und zieht einen sofort in einen Bann. Es spielen natürlich auch nicht alle Cliquen zur selben Zeit dasselbe Lied, sodass zeitweise eine bunte Kakophonie entsteht. Ich beginne zu verstehen, was mit der meditativen Wirkung beim Morgenstraich gemeint sein könnte. Cliquen sind die verschiedenen Gruppen, die ihre Prozession jedes Jahr unter ein anderes aktuelles Thema stellen. Passend dazu werden Kostüme und Masken (Larven) aller Art gebastelt und natürlich eine mannshohe Laterne, die wahlweise auf einem Handwagen gezogen oder getragen wird. Meistens sind die Themen lokal und die Sprüche im Basler Dialekt. Außenstehende haben es also schwer zu verstehen, worum es geht. Aber manche Laternen habe auch ich verstanden, da ging es um Obdachlose, Veganer, Charlie Hebdo oder Conchita Wurst.

Nach zwei Stunden draußen im bunten Treiben wurde es doch sehr kalt. Also zogen wir uns zurück in ein Lokal, wo man traditionelle Mehlsuppe hätte essen können, wenn man sich in Basel irgendetwas leisten könnte. Dieses Lokal war das skurrilste Erlebnis der ganzen Nacht: Plötzlich sah man all die kostümierten Gestalten ohne Larve auf dem Kopf, und aus den Nonnen- , Cäsaren- , Dino- oder Hasenkörpern sahen einen ältere Männer zwischen fünfzig und sechzig entgegen. Und man fragte sich unweigerlich, ob das vielleicht jetzt Manager der beühmt-berüchtigten Schweizer Banken sind. Oder Aufsichtsräte der Basler Chemiekonzerne?

Wenn es hell wird, ist der Spuk vorbei, doch nur für ein paar Stunden. Denn schon mittags geht es mit dem nächsten Umzug weiter. Für mich aber ging es um acht Uhr nach Hause und erstmal ins Bett. Den ganzen Tag noch hatte ich die Melodien der Flöten im Ohr und dachte mir: Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder!

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Feb 27, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Feb 27, 2015

Studentenleben live

Auf nach Berlin

„Erst mal raus hier“, war mein erster Gedanke nach den Prüfungen. Wochenlang war ich in Leipzig gewesen und die meiste Zeit davon in meinem Zimmer. In Leipzig ist nämlich leider die Unibibliothek viel zu klein für die knapp 30.000 Studierenden, sodass man entweder um acht Uhr morgens in der Bibliothek seinen Sitzplatz ergattert oder gleich zu Hause bleibt.

Bei mir war meistens Letzteres der Fall. Aber das späte Aufstehen bezahlt man teuer, denn man sieht nur noch seine eigenen vier Wände. Man arbeitet, isst, schläft zu Hause und dreht irgendwann fast ein bisschen durch. Eigentlich ist es wirklich besser, Arbeitsplatz und Freizeit auch räumlich zu trennen.

Deswegen bin ich nach der letzten Prüfung auch erst mal gleich weggefahren. Meine beste Freundin wohnt in Berlin, und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich sie dort noch nie besucht habe. Sie war schon mindestens drei Mal bei mir in Leipzig. Also auf nach Berlin!

Meine Freundin studiert Jura und da auch sie an diesem Tag die letzte Prüfung geschrieben hatte, war klar, dass wir mit ihren Kommilitonen feiern gehen.

Ich muss ja leider zugeben, dass ich immer so ein kleines Jura-Vorurteil hatte, aber das hat sich an diesem Abend total abgebaut. Klar gibt es die Stereotypen, wie man sie sich vorstellt: glatt gekämmtes Haar, Brille und Pseudoaktentasche, selbst beim Weggehen. Aber natürlich gibt es auch nette und alternative Jurastudenten – das hätte man sich natürlich auch denken können.

Es gab spannende Diskussionen über Europa und Griechenland, über Verschlüsselungstechniken, um seine Daten nicht preiszugeben, wenn man am Computer sucht oder mit dem Smartphone Nachrichten sendet. Fast hätte ich gesagt, dass ich wegen der Leute gerne Jura studieren würde. Aber dann ist mir wieder eingefallen, dass mich das dann fachlich doch nicht so ansprechen würde und ich ja mit Psychologie sehr zufrieden bin.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Feb 26, 2015
Autor: Maja
Rubrik: studium
Feb 26, 2015