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Studentenleben live

Mit Trommeln und Pfeifen

Es gibt zwei Sorten von Baslern: Diejenigen, die die Fasnacht lieben und ihr schon das ganze Jahr entgegenfiebern, und diejenigen, die möglichst schnell in die Berge flüchten. Und dann gibt es natürlich noch eine ganze Menge Touristen, so wie mich, die voller Neugier einmal die Fasnacht miterleben möchten, ohne genau zu wissen, worauf sie sich da eigentlich einlassen.

Der Basler Morgenstraich (mit a wohlgemerkt) ist für Freiburger Studis eigentlich ein Muss. Schließlich liegt Basel nur eine knappe Auto-Stunde entfernt. Mancher fragt sich jetzt vielleicht, was zu Hölle ein Morgenstraich sein soll (mit a!), vor allem, wenn man aus einer Gegend kommt, wo Karneval, Jecken, Büttenreden, Fasnacht, Fasnet, Schmutziger Donnerstag oder Menschen im Häs nicht existieren.

Die Basler Fasnacht unterscheidet sich komplett vom Karneval in Köln oder Düsseldorf und auch von der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, die zum Beispiel hier in Freiburg gefeiert wird. Der Basler Spaß beginnt eine Woche später, also am Montag nach Aschermittwoch, um vier Uhr morgens. Menschenmassen versammeln sich dann in den Gassen der Altstadt. Alle Lichter gehen aus, die Blitze der (Handy-)Kameras leider an und aus verschiedenen Richtungen kommen sogenannte Cliquen mit bunten Laternen auf dem Kopf. Meistens spielen ein paar der Mitglieder Piccoloflöten und Trommeln. Die Musik ist sehr laut und zieht einen sofort in einen Bann. Es spielen natürlich auch nicht alle Cliquen zur selben Zeit dasselbe Lied, sodass zeitweise eine bunte Kakophonie entsteht. Ich beginne zu verstehen, was mit der meditativen Wirkung beim Morgenstraich gemeint sein könnte. Cliquen sind die verschiedenen Gruppen, die ihre Prozession jedes Jahr unter ein anderes aktuelles Thema stellen. Passend dazu werden Kostüme und Masken (Larven) aller Art gebastelt und natürlich eine mannshohe Laterne, die wahlweise auf einem Handwagen gezogen oder getragen wird. Meistens sind die Themen lokal und die Sprüche im Basler Dialekt. Außenstehende haben es also schwer zu verstehen, worum es geht. Aber manche Laternen habe auch ich verstanden, da ging es um Obdachlose, Veganer, Charlie Hebdo oder Conchita Wurst.

Nach zwei Stunden draußen im bunten Treiben wurde es doch sehr kalt. Also zogen wir uns zurück in ein Lokal, wo man traditionelle Mehlsuppe hätte essen können, wenn man sich in Basel irgendetwas leisten könnte. Dieses Lokal war das skurrilste Erlebnis der ganzen Nacht: Plötzlich sah man all die kostümierten Gestalten ohne Larve auf dem Kopf, und aus den Nonnen- , Cäsaren- , Dino- oder Hasenkörpern sahen einen ältere Männer zwischen fünfzig und sechzig entgegen. Und man fragte sich unweigerlich, ob das vielleicht jetzt Manager der beühmt-berüchtigten Schweizer Banken sind. Oder Aufsichtsräte der Basler Chemiekonzerne?

Wenn es hell wird, ist der Spuk vorbei, doch nur für ein paar Stunden. Denn schon mittags geht es mit dem nächsten Umzug weiter. Für mich aber ging es um acht Uhr nach Hause und erstmal ins Bett. Den ganzen Tag noch hatte ich die Melodien der Flöten im Ohr und dachte mir: Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder!

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Feb 27, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Feb 27, 2015

Studentenleben live

Auf nach Berlin

„Erst mal raus hier“, war mein erster Gedanke nach den Prüfungen. Wochenlang war ich in Leipzig gewesen und die meiste Zeit davon in meinem Zimmer. In Leipzig ist nämlich leider die Unibibliothek viel zu klein für die knapp 30.000 Studierenden, sodass man entweder um acht Uhr morgens in der Bibliothek seinen Sitzplatz ergattert oder gleich zu Hause bleibt.

Bei mir war meistens Letzteres der Fall. Aber das späte Aufstehen bezahlt man teuer, denn man sieht nur noch seine eigenen vier Wände. Man arbeitet, isst, schläft zu Hause und dreht irgendwann fast ein bisschen durch. Eigentlich ist es wirklich besser, Arbeitsplatz und Freizeit auch räumlich zu trennen.

Deswegen bin ich nach der letzten Prüfung auch erst mal gleich weggefahren. Meine beste Freundin wohnt in Berlin, und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich sie dort noch nie besucht habe. Sie war schon mindestens drei Mal bei mir in Leipzig. Also auf nach Berlin!

Meine Freundin studiert Jura und da auch sie an diesem Tag die letzte Prüfung geschrieben hatte, war klar, dass wir mit ihren Kommilitonen feiern gehen.

Ich muss ja leider zugeben, dass ich immer so ein kleines Jura-Vorurteil hatte, aber das hat sich an diesem Abend total abgebaut. Klar gibt es die Stereotypen, wie man sie sich vorstellt: glatt gekämmtes Haar, Brille und Pseudoaktentasche, selbst beim Weggehen. Aber natürlich gibt es auch nette und alternative Jurastudenten – das hätte man sich natürlich auch denken können.

Es gab spannende Diskussionen über Europa und Griechenland, über Verschlüsselungstechniken, um seine Daten nicht preiszugeben, wenn man am Computer sucht oder mit dem Smartphone Nachrichten sendet. Fast hätte ich gesagt, dass ich wegen der Leute gerne Jura studieren würde. Aber dann ist mir wieder eingefallen, dass mich das dann fachlich doch nicht so ansprechen würde und ich ja mit Psychologie sehr zufrieden bin.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Feb 26, 2015
Autor: Maja
Rubrik: studium
Feb 26, 2015

Studentenleben live

Dreiklassengesellschaft

Wer Zeit und Geld hat, der fährt erster Klasse mit der Bahn. Meistens gibt es einen Kaffee oder eine Zeitung, Speisen bringt der Zugbegleiter an den Platz. Er beantwortet zudem alle Fragen liebenswürdig, fast untertänig. Die Zielgruppe der ersten Klasse ist äußerst homogen: Betuchte ältere Damen, Business-Leute und solche, die es sein oder mal werden wollen. Einmal habe ich den Fehler gemacht, mich mit meiner knallbunten Hipster-Indie-Hose in die erste Klasse zu setzen. Ich fühlte mich wie ein Ekzem, wurde schräg angeguckt und vom Personal doppelt und dreifach kontrolliert ...
Wer ein bisschen Geld hat, gut ist im Sparpreise finden oder einfach nur Wert auf ein Mindestmaß an Komfort und Beinfreiheit legt, fährt ebenfalls mit der Bahn – allerdings zweiter Klasse und selbstverständlich ohne eine sündhaft teure Platzreservierung. Aber vor allem international ist dieser preiswert organisierte Bahnverkehr kompliziert – entweder man hat Ahnung oder man greift doch wieder mal tief ins Portemonnaie.
Und dann gibt es da noch diejenigen, deren Portemonnaie keinen Spielraum in die Tiefe lässt. Die fahren dann dritter Klasse: mit dem Fernbus. Warum dritter Klasse? Jeder, der größer als 1,70 Meter und mit einer Schuhgröße von über 42 gesegnet ist, wird wissen, wovon ich rede. Man sieht sich mit großen Raumproblemen konfrontiert und leidet beinahe körperlich. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für den armen Nebensitzenden, den man in der verzweifelten Bemühung, eine angenehme Position für die 14-stündige Nachtfahrt zu finden, alle zwei Minuten mehr oder minder brutal anstupst ...

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Feb 25, 2015
Autor: Inga
Rubrik: studium
Feb 25, 2015