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Studentenleben live

Auf nach Berlin

Autor:
Maja

Rubrik:
studium

26.02.2015

„Erst mal raus hier“, war mein erster Gedanke nach den Prüfungen. Wochenlang war ich in Leipzig gewesen und die meiste Zeit davon in meinem Zimmer. In Leipzig ist nämlich leider die Unibibliothek viel zu klein für die knapp 30.000 Studierenden, sodass man entweder um acht Uhr morgens in der Bibliothek seinen Sitzplatz ergattert oder gleich zu Hause bleibt.

Bei mir war meistens Letzteres der Fall. Aber das späte Aufstehen bezahlt man teuer, denn man sieht nur noch seine eigenen vier Wände. Man arbeitet, isst, schläft zu Hause und dreht irgendwann fast ein bisschen durch. Eigentlich ist es wirklich besser, Arbeitsplatz und Freizeit auch räumlich zu trennen.

Deswegen bin ich nach der letzten Prüfung auch erst mal gleich weggefahren. Meine beste Freundin wohnt in Berlin, und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich sie dort noch nie besucht habe. Sie war schon mindestens drei Mal bei mir in Leipzig. Also auf nach Berlin!

Meine Freundin studiert Jura und da auch sie an diesem Tag die letzte Prüfung geschrieben hatte, war klar, dass wir mit ihren Kommilitonen feiern gehen.

Ich muss ja leider zugeben, dass ich immer so ein kleines Jura-Vorurteil hatte, aber das hat sich an diesem Abend total abgebaut. Klar gibt es die Stereotypen, wie man sie sich vorstellt: glatt gekämmtes Haar, Brille und Pseudoaktentasche, selbst beim Weggehen. Aber natürlich gibt es auch nette und alternative Jurastudenten – das hätte man sich natürlich auch denken können.

Es gab spannende Diskussionen über Europa und Griechenland, über Verschlüsselungstechniken, um seine Daten nicht preiszugeben, wenn man am Computer sucht oder mit dem Smartphone Nachrichten sendet. Fast hätte ich gesagt, dass ich wegen der Leute gerne Jura studieren würde. Aber dann ist mir wieder eingefallen, dass mich das dann fachlich doch nicht so ansprechen würde und ich ja mit Psychologie sehr zufrieden bin.

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