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Studentenleben live

Eins, zwei - nein, drei!

Fehlkommunikation ist ärgerlich. Gerade, wenn es darum geht, etwas zu koordinieren, muss am Ende alles umgeworfen und neu geplant werden. Das bedeutet nur unnötigen Stress und Ärger für alle Beteiligten.

Genau das war auch mein erster Gedanke, als ich am ersten Praktikumsmontag in der Schule meinen Stundenplan bekam. Neben einigen Deutschstunden hatte ich statt Mathe nur sozialwissenschaftlichen Unterricht und Politikkurse zugeteilt bekommen. Das Missverständnis ließ sich schnell aufklären, einen neuen Stundenplan konnte mir die Praktikumsbetreuerin aber erst für Mittwoch erstellen. Die ersten zwei Tage sollte ich mich einfach an den zuerst erhaltenen Plan halten.

Ich hatte ein leicht schlechtes Gewissen, dass ich meinen Mathe-Wunsch offenbar nicht deutlich genug kommuniziert hatte, weil die Lehrerin ja jetzt mit meinem neuen Stundenplan zusätzliche Arbeit hatte. Zugleich hatte ich aber direkt ein bisschen weniger Lust auf das Praktikum. Sowi und Politik waren in der Schule Fächer, die okay waren, aber sicherlich nicht zu meinen Lieblingen zählten. Mein Unmut legte sich aber sofort in der ersten Sowi-Stunde. Der Kurs war relativ klein und das behandelte Thema kannte ich aus meiner Lieblingsvorlesung. Kurzum: Ich bekam tolle Diskussionen geboten.

Die Politik-Doppelstunde in einer siebten Klasse kratzte zwar an meinem Ego – es ist schon deprimierend, wenn acht, neun Jahre jüngere Schüler die Zusammenhänge der Krim-Krise genauer kennen als man selbst – aber auch da fand ich den Unterricht super.

Die ersten Praktikumstage haben daher schon jetzt meine Pläne verändert. Was, wenn ich nicht zwei, sondern drei Fächer auf Lehramt studieren würde? Dass der Studiengang zumindest in Bonn nicht direkt darauf ausgelegt ist und man klassischerweise zwei Fächer auf Lehramt studiert, ist mir klar. Aber ich würde viele allgemeine Fächer angerechnet bekommen und müsste nur vereinzelt Sachen aufholen. Fürs Erste habe ich den Stundenplan also erneut umgebastelt, sodass doch ein Sowi-Kurs dabei ist. Wie ich am Ende des Praktikums darüber denke, wird sich noch zeigen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 13, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 13, 2015

Studentenleben live

Worauf es im Leben ankommt

Vier Wochen nach Trimesteranfang war der letzte Rest südafrikanische Gelassenheit, den ich versucht habe, mir zu bewahren, fast gänzlich verschwunden. Der Stress geht langsam wieder los. An jedem zweiten Wochenende musste ich Klausuren schreiben, die ich zur Zulassung zum Staatsexamen bestehen musste, Außerdem hatte ich eine Probeklausur, die ausgerechnet am Valentinstag stattfand. Wenn man in so einer Phase wieder in seiner eigenen Blase aus Lernen und Klausuren versinkt, kann eine Relativierung der eigenen „Probleme“ nicht schaden.

Seit Anfang des Jahres bin ich Mitglied in der „Law Clinic“, einem Programm der Bucerius Law School, bei dem Anwälte eine ehrenamtliche Rechtsberatung anbieten und dabei von Studierenden unterstützt werden. Würden wir selber beraten, wäre das wahrscheinlich eher schädlich als hilfreich ... Und so sitze ich zum ersten Mal in einer Beratung und höre mir Probleme an, die so ganz anders sind als mein Klausuren-Stress. Bei einem Großteil der Ratsuchenden geht es um nicht bezahlte Sozialleistungen. Besonders mitgenommen hat mich das Schicksal eines Nordafrikaners, der 21 Jahre lang in einem Betrieb in Deutschland gearbeitet hat, seine Tätigkeit jetzt aber wegen starker gesundheitlicher Probleme nicht mehr ausüben kann. Dieser Job war seine Existenzgrundlage und nun weiß er nicht, wie es weitergehen soll. Ich bin überzeugt, diese Beratungen sind eine sehr gute Möglichkeit, gerade in Zeiten von PEGIDA, Berührungspunkte mit in Deutschland lebenden Ausländern aufzubauen und in der Gesellschaft bestehende Vorurteile abzubauen. Und sich daran zu erinnern, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als ein „gut“ in der nächsten Strafrechtsklausur.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Mar 12, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Mar 12, 2015

Studentenleben live

Abgabe

Es ist endlich geschafft! Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich, bei strahlendem Frühlingssonnenschein, meine Bachelorarbeit abgegeben. 48 Seiten über die vielversprechende neue Energiepflanze „Sambucus ebulus“ umfasst mein naturwissenschaftliches Abschlusswerk für meine universitäre Gesellenprüfung. Ich bin so froh und dankbar, dass ich es nach vielen Hochs und vor allem ausgedehnten Tiefs nun doch noch fertiggebracht habe. Als ich mit einem USB-Stick vor dem Copy-Shop stand, war ich schon ziemlich nervös und irgendwie war mir auch schlecht. Aber ich wollte es endlich hinter mich bringen. Im Laden wurde mir gesagt, ich solle erst mal alles durchchecken und dann eine Seite zur Probe ausdrucken. Wenn die passt, soll ich erst einmal nur ein Exemplar der Arbeit ausdrucken (beim Prüfungsamt müssen drei Exemplare abgeben werden) und auch das ganz sorgfältig prüfen. Noch bevor ich die erste Probeseite gedruckt habe, ist mir aufgefallen, dass zum Schluss doch noch etwas mit den Seitenzahlen schief gegangen ist. Mitten in der Arbeit gibt es einen Sprung von drei Seiten. Na toll. Was nun? Nochmal nach Hause an den PC und eine weitere Kampfsitzung mit meinem persönlichen Panikprogramm MS Word 2013 starten? Ich entschied mich dagegen und habe die Arbeit mit Seitenfehler fünf Mal ausgedruckt. Nach dem Drucken sollte man auf keinen Fall mehr in die Arbeit schauen. Zu fatal wäre es, dann doch noch einen Fehler zu finden – und den findet man unter Garantie. Daran habe ich mich gehalten.

Und nun ist es vorbei. Verrückt. Zur positiven Verstärkung bin ich direkt nach der Abgabe im Prüfungsamt zum Uni-Shop gegangen und habe mir einen kuscheligen Uni-Bayreuth-Pullover gegönnt. So kann ich endlich auch ein bisschen Zugehörigkeitsgefühl zeigen. Ich denke, die Abgabe der Bachelorarbeit ist dafür ein gut gewählter Moment, denn an diesem Tag ist man unheimlich glücklich und stolz und fühlt sich der Uni ganz schön nah. Mit Stolz werde ich ihn tragen, denn er wird mich an einen guten Tag erinnern.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Mar 12, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Mar 12, 2015