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Studentenleben live

U-Bahn-Romantik

Unlängst saß ich in der Prager U-Bahn und wie immer, wenn ich in der U-Bahn sitze, beobachte ich möglichst unauffällig, was um mich herum passiert. Und ich wurde Zeuge einer absurd-schönen Situation:

Ein großer, blonder Junge, ziemlich gelangweilt oder sehr  cool, macht es sich betont bequem auf einem der an sich eher unkomfortablen roten Metrositze. Neben ihm sitzt ein nicht minder lässiges Mädchen mit Kopfhörern im Ohr und Kaugummi im Mund. Da sie den sich ihr bietenden minimalen Platz ebenfalls maximal ausnutzt, ist es unvermeidlich, dass ihre Knie aneinanderstoßen. In meinem Kopf spielte sich schon die übliche „Kannst du nicht aufpassen, Alter?!“ Szene ab. Stattdessen lächelt das Mädchen den Jungen an und beide schauen schnell wieder in entgegengesetzte Richtungen. Das Ganze wiederholt sich zweimal. Als der Junge auf das Handy der Sitznachbarin schaut, zieht diese wortlos einen Kopfhörer aus dem Ohr und bietet ihn dem Jungen an. Zögernd, mit einem verwunderten Ausdruck im Gesicht, steckt er sich den Kopfhörer ins Ohr und beide hören schweigend Musik und wippen im Takt.

Nur zu gerne hätte ich die sich anbahnende Story noch weiter verfolgt, aber mit einem gnadenlosen „Príští stanice: Mustek!“ verkündete mir der Lautsprecher, dass es Zeit war auszusteigen. Ich warf einen letzten Blick auf die beiden und freute mich ob des nahenden Frühlings.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Mar 26, 2015
Autor: Inga
Rubrik: studium
Mar 26, 2015

Studentenleben live

Du oder Sie oder was?

Dinge, die ich mag: Gemüselasagne, Bahnfahrten, freundliche Kassiererinnen.

Dinge, die ich nicht mag: Käsekuchen, Stau, Leute, bei denen ich nicht weiß, ob ich sie siezen oder duzen soll. Und von letzteren treffe ich derzeit unglaublich viele, was es nötig macht, mal genauer über die Sache mit dem „du“ und dem „Sie“ nachzudenken.

Beim Siezen und Duzen gibt es drei mögliche Szenarien: 1. Beide duzen sich. 2. Beide siezen sich. 3. Einer siezt, der andere duzt. Leider ist nicht immer ganz klar, in welchem Szenario man sich gerade befindet.

In der Schule war es klar. Schüler sind „du“, für alle, sowohl Lehrer (zumindest bis zur Oberstufe) als auch Mitschüler. Lehrer sind „Sie“, die duzen sich höchstens untereinander.

An der Uni gibt es ebenfalls ungeschriebene Regeln: Kommilitonen werden geduzt – auch wenn sie über 40 sind – Dozenten und Leute vom Personal gesiezt, beides funktioniert auf Gegenseitigkeit.

Bei meinen Babysittingeltern halte ich es in der Regel so, dass ich sie so lange sieze, bis sie mir das „du“ anbieten, beziehungsweise auch mich fragen, ob sie mich duzen dürfen. In der Regel ist das nach dem ersten Termin geklärt.

Wenn man kein Schüler mehr ist, wird es an der Schule aber irgendwie komplizierter.

Die Lehrer, die mir sofort das „du“ angeboten haben (zwei Referendarinnen und ein noch relativ junger Lehrer), sowie die Lehrer, die konsequent siezen (der Großteil), stellen kein Problem dar. Wird man gesiezt, siezt man zurück, wird einem das „du“ angeboten, nimmt man es natürlich an.

Aber was macht man mit den Lehrern, die einen sofort duzen, ohne dass man vorher ein „Hi, ich bin übrigens xy, wir können uns auch duzen.“ – „Cool, ich bin Janna, hallo.“ ausgetauscht hat? Zurückduzen? Nee, gerade bei den Lehrern, die alterstechnisch in der Liga meiner Eltern spielen, kann man doch nicht so einfach „du“ sagen. Die sind das doch bestimmt nur gewohnt, weil der Altersunterschied zwischen mir und ihren Schülern verhältnismäßig gering ist. Mich Jungspund kann man auch gerne duzen. Aber umgekehrt? Nee. Also lieber „Sie“. Die Frage wäre geklärt. Oder?

Verbleiben noch die jüngeren Lehrer, die mit Anfang 30 zu den Leuten gehören, zu denen ich im Bus vermutlich „du“ sagen würde. „‘Tschuldigung, kannst du mich vielleicht eben vorbei lassen?“ – oder so ähnlich.

Siezen, während ich geduzt werde, ist komisch. Einfach so zu duzen aber auch. Bisher habe ich mich mit der altbewährten Methode, die direkte Anrede zu vermeiden, gut arrangieren können. Und wenn es doch mal nicht anders geht, wird konsequent gesiezt. Vielleicht bekomme ich dann ja doch noch ein „du“ angeboten.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 26, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 26, 2015

Studentenleben live

Klavierunterricht und Babysitting

Irgendwie hätte ich gerne einen Jetlag, mit dem ich alles entschuldigen könnte. Aber ich bin nun schon drei Wochen wieder im Lande (und Ländle). Nach Israel gab es aber nur eine Stunde Zeitverschiebung und ich muss wahrscheinlich zugeben, dass ich einfach nur faul bin. Und müde. Ich schlafe täglich mindestens neun Stunden. Selbst wenn ich mir einen Wecker stelle, schlafe ich danach einfach wieder ein, nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil mein Körper wirklich meint, das zu benötigen. Dementsprechend steht es natürlich so schlecht um meine Hausarbeit, dass ich darüber gar nicht detaillierter reden möchte. Meine To-do-Listen werden Tag für Tag länger und ich fühle mich schuldig, wenn ich Freizeitaktivitäten nachgehe, die mir Zeit rauben.

Immerhin das mit dem Klavierunterricht und dem Job hat funktioniert. Da liegt allerdings mein nächstes Problem: Am Dienstag ist meine erste Klavierstunde und ich wollte doch vorher immerhin ein paar alte Stücke wieder lernen, um dem Lehrer zu zeigen, was ich kann. Aber auch dafür finde ich kaum Zeit. Naja, so wird er immerhin sehr gut verstehen können, warum ich wieder einen Lehrer brauche, der mich triezt.

Im Nebenjob bin ich jetzt Babysitterin. Am Donnerstag war ich zum ersten Mal mit der mir anvertrauten Siebenjährigen im Zoo und es war wirklich schön. Kinder geben irgendwie so viele Anlässe und Entschuldigungen dafür, Dinge zu tun, aus denen man sich eigentlich für rausgewachsen hält. Obwohl ich sagen muss, dass es sich bei meinem Schützling keineswegs um ein typisches Kind handelt. Die Kleine kommt aus einer wohlhabenden Anwaltsfamilie und hat wahrscheinlich schon mehr Opern in ihrem Leben gesehen als ich (und ich hatte Musik-Leistungskurs). Vielleicht kann sie mir ja irgendwann noch Klaviernachhilfe geben und mir so helfen, mein Zeitmanagement in den Griff zu bekommen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Mar 25, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Mar 25, 2015