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Studentenleben live

Du oder Sie oder was?

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

26.03.2015

Dinge, die ich mag: Gemüselasagne, Bahnfahrten, freundliche Kassiererinnen.

Dinge, die ich nicht mag: Käsekuchen, Stau, Leute, bei denen ich nicht weiß, ob ich sie siezen oder duzen soll. Und von letzteren treffe ich derzeit unglaublich viele, was es nötig macht, mal genauer über die Sache mit dem „du“ und dem „Sie“ nachzudenken.

Beim Siezen und Duzen gibt es drei mögliche Szenarien: 1. Beide duzen sich. 2. Beide siezen sich. 3. Einer siezt, der andere duzt. Leider ist nicht immer ganz klar, in welchem Szenario man sich gerade befindet.

In der Schule war es klar. Schüler sind „du“, für alle, sowohl Lehrer (zumindest bis zur Oberstufe) als auch Mitschüler. Lehrer sind „Sie“, die duzen sich höchstens untereinander.

An der Uni gibt es ebenfalls ungeschriebene Regeln: Kommilitonen werden geduzt – auch wenn sie über 40 sind – Dozenten und Leute vom Personal gesiezt, beides funktioniert auf Gegenseitigkeit.

Bei meinen Babysittingeltern halte ich es in der Regel so, dass ich sie so lange sieze, bis sie mir das „du“ anbieten, beziehungsweise auch mich fragen, ob sie mich duzen dürfen. In der Regel ist das nach dem ersten Termin geklärt.

Wenn man kein Schüler mehr ist, wird es an der Schule aber irgendwie komplizierter.

Die Lehrer, die mir sofort das „du“ angeboten haben (zwei Referendarinnen und ein noch relativ junger Lehrer), sowie die Lehrer, die konsequent siezen (der Großteil), stellen kein Problem dar. Wird man gesiezt, siezt man zurück, wird einem das „du“ angeboten, nimmt man es natürlich an.

Aber was macht man mit den Lehrern, die einen sofort duzen, ohne dass man vorher ein „Hi, ich bin übrigens xy, wir können uns auch duzen.“ – „Cool, ich bin Janna, hallo.“ ausgetauscht hat? Zurückduzen? Nee, gerade bei den Lehrern, die alterstechnisch in der Liga meiner Eltern spielen, kann man doch nicht so einfach „du“ sagen. Die sind das doch bestimmt nur gewohnt, weil der Altersunterschied zwischen mir und ihren Schülern verhältnismäßig gering ist. Mich Jungspund kann man auch gerne duzen. Aber umgekehrt? Nee. Also lieber „Sie“. Die Frage wäre geklärt. Oder?

Verbleiben noch die jüngeren Lehrer, die mit Anfang 30 zu den Leuten gehören, zu denen ich im Bus vermutlich „du“ sagen würde. „‘Tschuldigung, kannst du mich vielleicht eben vorbei lassen?“ – oder so ähnlich.

Siezen, während ich geduzt werde, ist komisch. Einfach so zu duzen aber auch. Bisher habe ich mich mit der altbewährten Methode, die direkte Anrede zu vermeiden, gut arrangieren können. Und wenn es doch mal nicht anders geht, wird konsequent gesiezt. Vielleicht bekomme ich dann ja doch noch ein „du“ angeboten.

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