zum Inhalt

Kopfbereich

interaktiv

Hauptbereich

Studentenleben live

Nachtzug nach Lissabon

Autor:
Maja

Rubrik:
studium

31.03.2015

So ein Nachtzug ist schon eine feine Sache – eigentlich. Denn meine Geschichte dazu ging schon schlecht los: Gemeinsam mit meinem Freund hatte ich in Madrid einen ganzen Tag damit verbracht, bei RENFE (der spanischen Eisenbahngesellschaft) das Ticket zu kaufen. Die Internetseite hatte nicht funktioniert und wir mussten mehrere Bahnhöfe abklappern, bis wir jemanden gefunden hatten, der willig war, uns das Ticket zu verkaufen. Wir fanden aber, dass es sich gelohnt hatte, denn von Salamanca nach Lissabon für 30 Euro zu fahren ist wirklich ein gutes Geschäft.

Am Abend der Abfahrt sind wir zu unserer Pension gegangen, um unser Gepäck abzuholen, welches wir dort netterweise den Tag über unterstellen durften. Doch leider war keiner mehr an der Rezeption, obwohl wir abgesprochen hatten, dass wir unsere Sachen um 23 Uhr abholen würden. Wir haben also entspannt gewartet, schließlich würde der Zug ja erst in zwei Stunden losfahren. Nach einer halben Stunde sind wir langsam nervös geworden. Ich kam auf die Idee, in der Bar nebenan zu fragen – und hatte Glück: Die Bedienung kannte den Neffen des Besitzers der Bar aus der Schule und hat ihn aus dem Bett geklingelt. Der wiederum hatte die Nummer von dem Mann, der uns versprochen hatte, uns das Gepäck zu geben und so konnten wir ihn anrufen. Er hatte uns einfach vergessen und war kurze Zeit später da. Erleichtert machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, allerdings mussten wir und mittlerweile beeilen: Wir hatten noch eine halbe Stunde. Als wir am Bahnhof ankamen, sahen wir auf der Anzeige, dass der Zug 30 Minuten Verspätung haben würde. Aus den 30 Minuten sind zwei Stunden geworden. Nachts um drei ging es dann endlich los. Glücklich bezogen wir unser Abteil und freuten uns auf eine Mütze voll Schlaf. Aber leider war daran nicht zu denken. Im Zug hatte es um die 40 Grad, weil die Heizungssteuerung kaputt war. Auf den Plätzen am Fenster neben der Heizung konnte man gar nicht sitzen, weil man sich die Beine verbrannt hätte.

Nach langen, anstrengenden und vor allem wachen achteinhalb Stunden sind wir völlig erschöpft in Lissabon abgekommen. Wir waren so müde, dass wir uns ein Taxi zur Wohnung der Cousine meines Freundes leisteten und haben den kompletten ersten Tag verschlafen.

Diesen Artikel teilen