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Studentenleben live

Minions und ein großes Lob

„Minions!“ Mit diesem erfreuten Ruf eines Siebtklässlers aus der ersten Reihe begann meine zweite Stunde. Die Deutschlehrerin der 7c hatte sich mit der Ankündigung, dass ich den Einstieg in das neue Thema halten würde, in die letzte Reihe zurückgezogen. Die gelbe, Zunge zeigende Zeichentrickfigur aus meiner Präsentation ließ den Schüler vermuten, das neue Thema seien Minions, eine computeranimierte Komödie über kleine gelbe Wesen. Was es natürlich nicht war. Aktiv und Passiv sollte ich einführen und hatte dafür einen sehr guten Plan: Zuerst würde ich ein paar Bilder zeigen, auf denen Sachen dargestellt waren, die man sowohl aktiv als auch passiv beschreiben könnte. Die Schüler sollten dann sagen, was auf den Bildern zu sehen ist, und ich würde die einzelnen Sätze an die Tafel schreiben. Anschließend hatte ich noch ein paar Übungssätze vorbereitet, die dann erst in Stillarbeit als Aktiv oder Passiv klassifiziert werden und anschließend umgewandelt werden sollten.

So die Theorie. Die Praxis lief natürlich anders. Ich brauchte relativ viel Zeit zum Anschreiben, dafür arbeitete die Klasse erstaunlich gut mit. Als es an die Stillarbeit ging, stutzte ich: Die meisten Kinder schrieben eifrig ab, ein paar saßen allerdings eher still auf ihrem Platz und wussten nicht weiter. Vielleicht hätte ich die Umwandlung doch nochmal genauer besprechen sollen? Weitere Probleme folgten: Ist der Satzteil da wirklich ein Objekt? Nee, aber wie nennt man den denn sonst? Jetzt hab ich schon Objekt gesagt, jetzt kann ich das schlecht revidieren.

Vielleicht war es doch keine so gute Idee, bei den Beispielsätzen schon direkt alle möglichen Zeitformen einzubauen? Erstaunlicherweise arbeiteten die Kinder trotzdem gut mit und ich fühlte mich nicht vollkommen fehl am Platz.

Das kam später auch beim Nachgespräch mit der Lehrerin hervor. Didaktisch war meine Stunde natürlich noch nicht perfekt, aber das würde ich an der Uni und im Referendariat schon lernen. Was die Soft Skills anbelangte, wurde ich dafür in den Himmel gelobt: „Sie haben eine tolle Präsenz! Sie sind souverän, haben sich an die Schüler angepasst und waren total locker da vorne!“ Ich bin stolz!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Apr 7, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Apr 7, 2015

Studentenleben live

Peruanisches Essen

Ich weiß nicht wie euch es geht, aber bevor ich nach Lima gekommen bin, war mir die peruanische Küche weitestgehend fremd. Ich denke, in den meisten deutschen Städten gibt es eher wenig Restaurants, die mit Aji kochen, die Cocktails Pisco Sour und Chilcano anbieten oder frisches Ceviche, Lomo Saltado, Anticucho oder auch nur Causas auf ihre Speisekarte setzen. Und gegrillte Meerschweinchen sind zu Recht verpönt.

Peru hat in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Preis für das beste kulinarische Ziel in Lateinamerika abgeräumt (um das zu erfahren reicht es mitunter schon sich nur fünf Minuten mit jemand zu unterhalten). Peruaner sind unglaublich stolz auf ihre Gerichte! Das Lob von außen wird sehr gerne abgeholt. Seitdem ich hier bin, werde ich beim Smalltalk genauso häufig nach meinem Lieblingsessen wie nach Herkunft, Tätigkeit, Familienstatus und Aufenthaltsdauer gefragt.

Tatsächlich war ich in den ersten Wochen mit der Speisekarte eher überfordert. Im Andrang der Menschen, die in den Bistros zur Mittagspause essen gehen, bleibt wenig Raum zum Nachfragen. Es wird eine Fülle von Gerichten angeboten, da heißt es: durchprobieren! Doch dafür musste ich erstmals, mein Vegetarier-Dasein vorübergehend aufgeben, denn ohne Fisch und Fleisch ist das Angebot überschaubar und auf Dauer langweilig.

Von Beginn an hat der süffige Pisco Sour, ein Traubenschnaps mit Limonensaft und Eiklar, es in meine Favoritenliste geschafft. Bei den Getränken finde ich aber auch das gesund schmeckende Emoliente hitverdächtig, ein auf Gerstenbasis zubereitetes Warmgetränk, angereichert mit vielen Kräutern. Der Klassiker Ceviche, rohe Fischstückchen auf Eis in Limonensaft, ist bisher nicht ganz mein Fall. Muscheln, Tintenfisch und sonstige Meeresfrüchte können doch sehr zäh sein. Gestern habe ich dann zum ersten Mal Antichuchos probiert, das sind Kuhherzen am Stil, eine Art Schaschlik – schmeckt erstaunlich gut! Auf meiner Probierliste fehlt definitiv noch das Cui – gegrilltes Meerschweinchen – doch dazu konnte ich mich bisher noch nicht durchringen.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Apr 2, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Apr 2, 2015

Studentenleben live

Neuland Bayern

Je mehr man im deutsch-tschechischen Jugendaustausch mitmischt, desto weniger kommt man an einem vorbei: Bayern. Bis vor etwa einem Jahr konnte ich wahrheitsgetreu behaupten, noch nie in meinem Leben in Bayern gewesen zu sein. Ich finde das nicht schlimm, denn welcher Bayer war denn schon an der Nordsee? Tatsächlich bin ich inzwischen fast jedes zweite Wochenende, wenn nicht in Bayern selbst, dann doch zumindest mit Urbayern unterwegs, weiß inzwischen wo Oberfranken und Unterfranken liegen und gewöhne mich an die merkwürdigsten Arten, Deutsch zu sprechen. Es kommt sogar vor, dass ich in meinem Lebenslauf ein „außergewöhnliches Interesse an der bayrischen Kultur“ bezeuge, nur um in ein tschechisch-bayrisches Projekt hineinzukommen, das für potenzielle Teilnehmer „Restdeutschlands“ nicht vorgesehen ist.
Bisweilen ist es mir jedoch tatsächlich so schwergefallen, meine süddeutschen Kollegen sprachlich zu verstehen, dass ich mich dabei erwischt habe, wie ich der tschechischen Übersetzung lauschte, um wenigstens einen Teil des zuvor Gesagten zu erfassen. Das war natürlich für die anwesenden Tschechen besonders lustig und im Scherz hieß es bald: „Du nimmst ja nur am deutsch-tschechischen Austausch teil, um Bayern kennenzulernen!“ Tatsächlich ist das vielleicht nicht das Hauptziel, aber ein höchstinteressanter Nebeneffekt!

 

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Apr 1, 2015
Autor: Inga
Rubrik: studium
Apr 1, 2015