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Studentenleben live

Minions und ein großes Lob

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

07.04.2015

„Minions!“ Mit diesem erfreuten Ruf eines Siebtklässlers aus der ersten Reihe begann meine zweite Stunde. Die Deutschlehrerin der 7c hatte sich mit der Ankündigung, dass ich den Einstieg in das neue Thema halten würde, in die letzte Reihe zurückgezogen. Die gelbe, Zunge zeigende Zeichentrickfigur aus meiner Präsentation ließ den Schüler vermuten, das neue Thema seien Minions, eine computeranimierte Komödie über kleine gelbe Wesen. Was es natürlich nicht war. Aktiv und Passiv sollte ich einführen und hatte dafür einen sehr guten Plan: Zuerst würde ich ein paar Bilder zeigen, auf denen Sachen dargestellt waren, die man sowohl aktiv als auch passiv beschreiben könnte. Die Schüler sollten dann sagen, was auf den Bildern zu sehen ist, und ich würde die einzelnen Sätze an die Tafel schreiben. Anschließend hatte ich noch ein paar Übungssätze vorbereitet, die dann erst in Stillarbeit als Aktiv oder Passiv klassifiziert werden und anschließend umgewandelt werden sollten.

So die Theorie. Die Praxis lief natürlich anders. Ich brauchte relativ viel Zeit zum Anschreiben, dafür arbeitete die Klasse erstaunlich gut mit. Als es an die Stillarbeit ging, stutzte ich: Die meisten Kinder schrieben eifrig ab, ein paar saßen allerdings eher still auf ihrem Platz und wussten nicht weiter. Vielleicht hätte ich die Umwandlung doch nochmal genauer besprechen sollen? Weitere Probleme folgten: Ist der Satzteil da wirklich ein Objekt? Nee, aber wie nennt man den denn sonst? Jetzt hab ich schon Objekt gesagt, jetzt kann ich das schlecht revidieren.

Vielleicht war es doch keine so gute Idee, bei den Beispielsätzen schon direkt alle möglichen Zeitformen einzubauen? Erstaunlicherweise arbeiteten die Kinder trotzdem gut mit und ich fühlte mich nicht vollkommen fehl am Platz.

Das kam später auch beim Nachgespräch mit der Lehrerin hervor. Didaktisch war meine Stunde natürlich noch nicht perfekt, aber das würde ich an der Uni und im Referendariat schon lernen. Was die Soft Skills anbelangte, wurde ich dafür in den Himmel gelobt: „Sie haben eine tolle Präsenz! Sie sind souverän, haben sich an die Schüler angepasst und waren total locker da vorne!“ Ich bin stolz!

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