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Studentenleben live

Zwischen den Zeiten

Vor knapp einem Monat hab ich meine Bachelorarbeit abgegeben. Die Wochen seither erlebe ich wie in einer Blase. Oder zwischen Tür und Angel. Die Formulierung „in der Luft hängend“ trifft es auch ganz gut. Einerseits konnte ich erst kaum glauben, dass dieser Abschnitt meines Lebens nach über einem halben Jahr intensiver Arbeit vorbei sein soll; andererseits kommt es mir himmlisch gut vor. Und bis jetzt war ich auch in keinem Moment versucht, das Textdokument der Arbeit noch einmal zu öffnen. Das erklärt auch, warum so manche Stelle, der ich die Zusendung der Arbeit versprochen hatte, noch nichts von mir gehört hat.

Unterdessen habe ich mich für den Master in Geoökologie eingeschrieben. Das brauchte zwei Anläufe, denn beim ersten fehlte mir das Beratungsgespräch, das für diejenigen, die im Sommer beginnen, verpflichtend ist. Gleichzeitig schaue ich mich immer mal wieder nach Stellen um, die mich ansprechen. Denn so richtig große Lust auf den Master habe ich eigentlich nicht. Es wäre zwar das Naheliegendste und vielleicht auch das Einfachste, aber mehr als die Uni reizt mich ein guter Job. Vielleicht für zwei oder drei Jahre, dann könnte ich mir ein Studium wieder vorstellen.

Was zu der ganzen Studiums- und Berufsfindung noch hinzukommt, ist, dass mein Mann gerade mit seinem Masterstudium fertig wurde und deshalb verstärkt nach einer Arbeit sucht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir deshalb im nächsten halben Jahr die Stadt verlassen und dann wird es ohnehin schwierig, meinen Master hier zu machen. Im Moment ist alles enorm spannend bei uns. Gedanklich ziehen wir mit jeder versendeten Bewerbung von einer Stadt zur anderen. Mal malen wir uns unsere Zukunft im Ruhrgebiet aus und dann geht‘s gedanklich nach Berlin oder Konstanz. Für mich ist das okay, für meinen Mann wird’s langsam anstrengend – verständlich, wie ich finde. Das kann einen innerlich auch irgendwie zerreißen.

Am Montag begleite ich meinen Liebsten zur seelischen Unterstützung zu einem Vorstellungsgespräch nach Stuttgart. Das wäre eine Stadt, die ich mir auch gut als Wohnort vorstellen könnte. Viele meiner Freunde hat es dorthin verschlagen und mein Bruder wäre auch nicht mehr so weit weg.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Apr 15, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Apr 15, 2015

Studentenleben live

Und was jetzt?!

Tatsächlich lässt es sich über kurz oder lang nicht abstreiten: Auch dieses Jahr in Prag neigt sich langsam aber unerbittlich dem Ende zu. Ein Praktikum noch, eine Bachelorarbeit und dann steht schon wieder eine Entscheidung in meinem Leben an. Master? Kein Master? Wenn ja, welcher? Und warum überhaupt?
Gemeinsam mit vielen EVS-Freiwilligen (European Voluntary Service), einigen Studenten und in Pilsen gestrandeten Deutschen sitzen wir Freitag abends in der Pivonka, trinken ein Bierchen und stellen uns im Grunde alle dieselben Fragen. Wer nicht über einen Master nachdenkt, der fragt sich, was für einen Bachelor er studieren soll, oder ob eine Ausbildung oder ein dualer Studiengang nicht doch besser wäre. Für die allermeisten geht es zurück nach Deutschland, und da stellt sich die Frage: Was ist mit Tschechien? Mit Prag, mit Pilsen? Mit meinen gar nicht mehr so rudimentären Tschechisch-Kenntnissen? Mit den Leuten hier? Und es entstehen die verrücktesten Einfälle, die alle der Sehnsucht entspringen, hier zu bleiben. Der schönste unter ihnen: „Hey, wir mieten uns einfach zu sechst ne billige Einzimmerwohnung in Pilsen! Dann können wir immer zurückkommen!“ Das klingt gut, aber es ist weder rentabel noch realistisch.
Also googelt man Studiengänge in ganz Deutschland, schaut, wo nebenher die Möglichkeit besteht, Tschechisch zu lernen, malt wild Punkte in Karten, sucht hypothetische Bahnverbindungen raus, zieht Striche über die Karte und wird sich am Ende wohl doch rein inhaltlich für das Studium entscheiden, ohne auf die geographische Nähe zum gemeinsamen Traumland in Mitteleuropa zu achten.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Apr 14, 2015
Autor: Inga
Rubrik: studium
Apr 14, 2015

Studentenleben live

Semesterferien

Die Klausur war geschrieben und die Hausarbeit schon lange abgegeben. Die Rückmeldung war getätigt und meine Seminare für das nächste Semester hatte ich auch schon angemeldet. Die lang ersehnten Semesterferien waren also endlich da! Nur wusste ich einfach nichts mit meiner freien Zeit anzufangen ... Alle meine Freunde waren entweder mit einem Praktikum beschäftigt, im Urlaub oder gingen einem Ferienjob nach. Ein passendes Praktikum hatte ich bis Anfang März leider nicht gefunden.

Was macht man nun, wenn man nichts zu tun hat und die Freunde alle beschäftigt sind? Theoretisch hätte ich mich schon einmal mit den Themen des kommenden Semesters beschäftigten können. Allerdings hatte ich mir zu Anfang der Semesterferien auch strikte Ferien verordnet. Ich wollte eben gerade nichts fürs Studium machen. Nun ja, erstmal schaute ich mir alle meine Lieblingsfilme mindestens zwei Mal an, danach gab es Tage, an denen ich stundenlange Spaziergänge unternahm, und schließlich bin ich irgendwie am Bücherregal hängengeblieben. Was sich so alles an nichtwissenschaftlicher Literatur ansammeln kann, wenn man die ganze Zeit mit Uni-Kram beschäftigt ist, ist schon bemerkenswert. Es gab also einiges nachzuholen.

Was ich im Übrigen während der ganzen Ferien nicht getan habe, war Nachrichten zu schauen, oder mehr als einmal pro Woche meinen PC hochzufahren. Der Effekt war wunderbar. Man könnte meinen, dass man davon erst mal gehörige Entzugserscheinungen bekommt, allerdings blieben die bei mir aus. Selten habe ich das Bedürfnis verspürt, mich mit meinem Computer zu beschäftigen. Und nun, da das Ende der Semesterferien immer näher rückt, möchte ich es eigentlich immer noch nicht. Ich werde meine computerfreie Zeit definitiv vermissen und ich weiß schon jetzt, dass ich das im Sommer wieder so machen werde.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Apr 9, 2015
Autor: Nele
Rubrik: studium
Apr 9, 2015