interaktiv

Studentenleben live

Zwischen den Zeiten

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

15.04.2015

Vor knapp einem Monat hab ich meine Bachelorarbeit abgegeben. Die Wochen seither erlebe ich wie in einer Blase. Oder zwischen Tür und Angel. Die Formulierung „in der Luft hängend“ trifft es auch ganz gut. Einerseits konnte ich erst kaum glauben, dass dieser Abschnitt meines Lebens nach über einem halben Jahr intensiver Arbeit vorbei sein soll; andererseits kommt es mir himmlisch gut vor. Und bis jetzt war ich auch in keinem Moment versucht, das Textdokument der Arbeit noch einmal zu öffnen. Das erklärt auch, warum so manche Stelle, der ich die Zusendung der Arbeit versprochen hatte, noch nichts von mir gehört hat.

Unterdessen habe ich mich für den Master in Geoökologie eingeschrieben. Das brauchte zwei Anläufe, denn beim ersten fehlte mir das Beratungsgespräch, das für diejenigen, die im Sommer beginnen, verpflichtend ist. Gleichzeitig schaue ich mich immer mal wieder nach Stellen um, die mich ansprechen. Denn so richtig große Lust auf den Master habe ich eigentlich nicht. Es wäre zwar das Naheliegendste und vielleicht auch das Einfachste, aber mehr als die Uni reizt mich ein guter Job. Vielleicht für zwei oder drei Jahre, dann könnte ich mir ein Studium wieder vorstellen.

Was zu der ganzen Studiums- und Berufsfindung noch hinzukommt, ist, dass mein Mann gerade mit seinem Masterstudium fertig wurde und deshalb verstärkt nach einer Arbeit sucht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir deshalb im nächsten halben Jahr die Stadt verlassen und dann wird es ohnehin schwierig, meinen Master hier zu machen. Im Moment ist alles enorm spannend bei uns. Gedanklich ziehen wir mit jeder versendeten Bewerbung von einer Stadt zur anderen. Mal malen wir uns unsere Zukunft im Ruhrgebiet aus und dann geht‘s gedanklich nach Berlin oder Konstanz. Für mich ist das okay, für meinen Mann wird’s langsam anstrengend – verständlich, wie ich finde. Das kann einen innerlich auch irgendwie zerreißen.

Am Montag begleite ich meinen Liebsten zur seelischen Unterstützung zu einem Vorstellungsgespräch nach Stuttgart. Das wäre eine Stadt, die ich mir auch gut als Wohnort vorstellen könnte. Viele meiner Freunde hat es dorthin verschlagen und mein Bruder wäre auch nicht mehr so weit weg.

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