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Studentenleben live

Wege durch den Verkehr von Lima

Autor:
Anni

Rubrik:
studium

28.04.2015

Als eines der größten Probleme der Stadt Lima nehme ich den innerstädtischen Transport wahr. Lima ist ein stressiges Pflaster – der Verkehr eine tägliche Herausforderung. Die Straßen sind regelmäßig verstopft, die Staus kosten viel Zeit und verpesten die Luft. Hinzu kommt, dass viele Fahrer und Fahrerinnen ihre Hupe regelmäßig betätigen, sei es, um andere zu warnen oder um andere Autos, die auch im Stau stehen, zu verscheuchen. Nicht weniger nervig sind die Männer, die jedem Rock und Hüftschwung hinterher hupen.

Der massive Zuzug von Menschen hat in den vergangenen Jahrzehnten offensichtlich zu einer extremen Verkehrsüberlastung geführt. Es gibt zwar verschiedene Projekte, um diese Situation zu verbessern – so wurde etwa eine elektrische Hochbahn gebaut und es gibt einen Trolleybus, der seine eigene Verkehrsspur hat – doch diese Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus. Außerdem hat deren Realisierung Jahrzehnte in Anspruch genommen, da bei jedem politischen Führungswechsel, die Projekte der Vorgängerregierung liegen gelassen wurden. Da kann der Bau einer Zugstrecke schon einmal 20 Jahre dauern.

Ich brauche zu meinem Büro täglich etwa 45 Minuten – egal ob ich das Rad oder den Bus nehme. Mit dem Rad fahre ich eigentlich einen Umweg, da es nur sehr wenige Radwege gibt, die auch noch häufig von unvorsichtigen Fußgängern gekreuzt oder in Beschlag genommen werden. Ich bin also 45 Minuten lang damit beschäftigt, „Vorsicht!“ und „Bitte lassen sie mich durch!“ zu rufen. Dennoch bin ich froh, diese Möglichkeit zu haben, denn das Rad ist das flexibelste Verkehrsmittel. Busse gibt es zwar viele, doch leider fehlt ein Linienplan. Da hilft nur ständiges Nachfragen – und das ist noch anstrengender.

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