Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Berufsfelder

Eines unserer Seminare im zweiten Mastersemester Medienwissenschaft heißt „Berufsfelder“. In der ersten Sitzung sollten wir alle unserem Sitznachbarn berichten, was wir werden wollen. Naja, eigentlich sollten wir, wie unser Seminarleiter betonte, nicht erzählen was wir werden wollen, sondern womit wir unser Geld verdienen wollen; das ist schließlich ein Unterschied. Ich berichtete von meinen Plänen, in die Unternehmenskommunikation zu gehen. Als ich fertig war, sagte ich mehr vor mich hin, dass ich nicht sicher sei, wie wichtig es für mich ist, einen Beruf auszuüben, der mir Freude macht. Ich kann mich einfach gut in der Unternehmenskommunikation sehen, weil mir die Arbeit dort liegt, aber so richtig viel Spaß macht mir das vermutlich nicht.

Als wir dann den Berufswunsch unseres Sitznachbarn dem Plenum vorstellen sollten, sagte meine Nachbarin über mich: „Sie möchte in die Unternehmenskommunikation und denkt nicht, dass die Arbeit Spaß machen muss.“ Als ich das so hörte, fand ich das schlimm. Das klang definitiv resigniert und nach dem falschen Weg. Auch weil viele meiner Freunde etwas haben, wofür sie brennen. Ich habe das nicht und bin verunsichert. Ich weiß zwar, dass niemand dauerhaft Freude bei der Arbeit empfindet, aber habe ich nur eine gesunde Grundeinstellung, nämlich, dass es nicht den perfekten Beruf gibt? Oder befinde ich mich auf dem Holzweg? Zeit für ein weiteres Praktikum habe ich jedenfalls nicht mehr. Ich kann also nur hoffen, dass ich entweder noch etwas finde, wofür ich brenne, oder doch noch feststelle, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  May 7, 2015
Autor: Miriam
Rubrik: studium
May 7, 2015

Studentenleben live

Semesterbeginn

Das Semester begann mit fünf fast neuen Fächern, die eigentlich alle ganz spannend sind: „Denken und Sprache“, „kognitive Psychologie“, Persönlichkeitspsychologie, Sozialpsychologie und Methoden. Wer nicht Psychologie studiert, kann sich vielleicht nicht bei allen Wortungetümen vorstellen, was sich dahinter verbirgt, aber dafür habt ihr ja mich: Bei „kognitiver Psychologie“ geht es darum, wie wir Menschen Dinge wahrnehmen. Hier gibt es viele Überschneidungen mit Biologie. Persönlichkeitspsychologie beschäftigt sich mit den Unterschieden in der Psyche der Menschen, deswegen heißt das Fach an manchen Unis auch „differenzielle Psychologie“. Sozialpsychologie ist der Schnittpunkt zwischen Soziologie und Psychologie. Das finde ich sehr spannend. Hier geht es etwa darum, dass sich die Aussagen von Menschen beeinflussen lassen, wenn ihnen jemand über die Schulter schaut. Methodik ist ein ganz großes Modul, das sich über mehrere Semester zieht. Auch diesmal steht wieder Statistik auf dem Stundenplan. Zudem werde ich dieses Semester auch lernen, welche Computerprogramme man zur Datenanalyse nutzt und ich habe eine Vorlesung, die mir die Methoden der kognitiven Neurowissenschaften näherbringen soll. Darauf freue ich mich besonders. Was zunächst langweilig klingt, ist nämlich spannender als man denkt!

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  May 7, 2015
Autor: Maja
Rubrik: studium
May 7, 2015

Studentenleben live

Kleinstadtstress

Es ist Samstagabend, es spielt eine der coolsten Bands Freiburgs und ich habe vergessen rumzufragen, ob jemand mit mir zum Konzert gehen möchte. Der Fall ist klar: studentische Luxussorgen. Nach drei, vier unbeantworteten SMS an meine Freunde dachte ich mir: Egal, ich kann auch allein hingehen, schließlich werde ich mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit jemanden treffen, den ich kenne und der meinen Musikgeschmack teilt. Letztlich konnte ich zwar doch noch eine Freundin erreichen und sie zum Mitkommen überreden, trotzdem trafen wir vor Ort noch zwei gute Freunde. Typisch Freiburg oder typisch Kleinstadt? Leider trifft man hier nämlich auch allzu oft Leute, die man lieber nicht getroffen hätte. Zum Beispiel die wild tanzende, den ganzen Auftritt mit dem Handy mitfilmende blonde Frau in der ersten Reihe, die sich bei genauerem Hinsehen als eine Dozentin der Slavistik entpuppte. Zwar ist das Verhältnis zwischen Studierenden und Dozierenden nicht mehr so angespannt, wie es früher in der Schule zwischen Lehrern und Schülern war, trotzdem will man sie irgendwie nicht beim Feiern treffen. Auch wenn es prinzipiell natürlich klar ist, dass der Eintritt ins Berufsleben nicht den Austritt aus dem Nachtleben bedeutet. Und es ist auch den Dozierenden klar, dass ihre Studis ausgehen. Eigentlich sollte ich mich freuen, gibt es doch viel „peinlichere“ Orte, um Dozenten zu treffen: die Dusche im Schwimmbad, das Fitnessstudio oder – die Krönung aller Peinlichkeiten – die Sauna. Obwohl man auch das mit Fassung und ein bisschen Humor nehmen sollte.

Später, als das Konzert dann vorbei war (und meine Dozentin plötzlich zur Verkäuferin der Band-T-Shirts mutiert war), tippte mich meine Freundin an und flüsterte mir ins Ohr: „Da sind Schülerinnen von mir aus dem Praxissemester, die rauchen und sind bestimmt noch nicht 18.“ So weit sind wir also schon!

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  May 6, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
May 6, 2015