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Studentenleben live

Berufsfelder

Autor:
Miriam

Rubrik:
studium

07.05.2015

Eines unserer Seminare im zweiten Mastersemester Medienwissenschaft heißt „Berufsfelder“. In der ersten Sitzung sollten wir alle unserem Sitznachbarn berichten, was wir werden wollen. Naja, eigentlich sollten wir, wie unser Seminarleiter betonte, nicht erzählen was wir werden wollen, sondern womit wir unser Geld verdienen wollen; das ist schließlich ein Unterschied. Ich berichtete von meinen Plänen, in die Unternehmenskommunikation zu gehen. Als ich fertig war, sagte ich mehr vor mich hin, dass ich nicht sicher sei, wie wichtig es für mich ist, einen Beruf auszuüben, der mir Freude macht. Ich kann mich einfach gut in der Unternehmenskommunikation sehen, weil mir die Arbeit dort liegt, aber so richtig viel Spaß macht mir das vermutlich nicht.

Als wir dann den Berufswunsch unseres Sitznachbarn dem Plenum vorstellen sollten, sagte meine Nachbarin über mich: „Sie möchte in die Unternehmenskommunikation und denkt nicht, dass die Arbeit Spaß machen muss.“ Als ich das so hörte, fand ich das schlimm. Das klang definitiv resigniert und nach dem falschen Weg. Auch weil viele meiner Freunde etwas haben, wofür sie brennen. Ich habe das nicht und bin verunsichert. Ich weiß zwar, dass niemand dauerhaft Freude bei der Arbeit empfindet, aber habe ich nur eine gesunde Grundeinstellung, nämlich, dass es nicht den perfekten Beruf gibt? Oder befinde ich mich auf dem Holzweg? Zeit für ein weiteres Praktikum habe ich jedenfalls nicht mehr. Ich kann also nur hoffen, dass ich entweder noch etwas finde, wofür ich brenne, oder doch noch feststelle, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.

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