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Studentenleben live

Wenn die Metropole eine Metro bekommt

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

08.05.2015

Wie oft kann man von sich behaupten, als eine der ersten in einer neu gebauten Metrolinie zu sitzen? Ziemlich selten, würde ich annehmen. Es sei denn, man lebt in einer aufstrebenden Metropole Mitteleuropas. Im vergangenen Jahr wurde in Warschau die M1 feierlich eröffnet – Prag zieht dieses Jahr nach. Mit nur wenigen Monaten Verspätung eröffnete am Ostermontag die Verlängerung der Metrolinie A, die nun nicht mehr nur bis Dejvická, sondern glatt vier Stationen weiter fährt! Obwohl ich direkt im Viertel wohne, bringt mir das nicht unbedingt viel – ich brauche sowohl zur neuen als auch zur alten Station jeweils zehn Minuten. Trotzdem konnte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen und bestaunte den Glanz der neuen Bahnhöfe, die noch ganz frisch nach Baumaterial rochen. Tatsächlich musste ich jedoch die Architektur recht bald links liegen lassen und viel mehr auf die Leute um mich herum achten. Man sah genau, wer gerade zum ersten Mal in der Metrostation stand und wer schon ein paar Mal mit der neuen Linie gefahren war. Nicht alle Tage schauen sich Leute interessiert und staunend in einem eigentlich völlig normalen U-Bahnhof um. Die Stationen waren aber auch schick. Man macht auf moderne Großstadt – mit Erfolg! Nur hier und da haperte es mit der kosmopolitischen Gewandtheit: Ausgerechnet an der Station, wo man in den Bus zum Flughafen umsteigen muss, funktioniert der Aufzug nicht und man muss sich mit dem Gepäck die Treppen hochquälen.

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