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Studentenleben live

Eingelebt

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

15.05.2015

Langsam aber sicher habe ich mich eingelebt. Nicht weil ich umgezogen wäre oder so, nein: eingelebt im neuen Alltag, in meinem Praktikum. Und wenn ich das mal genauer betrachte, habe ich fast alles schon durchgemacht in diesen vier Wochen: Ich war von beiden GdL-Streiks massiv betroffen, bin Umwege gefahren oder habe anderthalb Stunden am Bahnhof verbracht, weil eigentlich angezeigte Züge doch nicht fuhren oder ich einfach nicht mehr in die Bahn gepasst habe und auf die nächste warten musste. In meiner Praktikumsschule hat es gebrannt und sie musste für ein paar Tage geschlossen bleiben. Ich habe Unterrichtsstunden in Kunst und MeNuK (Mensch, Natur, Kultur) gehalten, positives und negatives Feedback bekommen und einiges davon umsetzen können. Außerdem habe ich das Kind ausgewählt, das ich bis zu den Sommerferien intensiv in der Einzeltherapie fördern möchte und auch schon erste Therapiesitzungen gehabt. Ich habe schon verschlafen und war krank, war bei einer Stufenkonferenz, habe ein paar Eltern kennengelernt, Unterrichtsskizzen geschrieben, den Kopierer verstanden, eine Kaffeetasse im Lehrerzimmer deponiert und, und, und.

Nur eine ganz elementare Erfahrung fehlt mir noch: der erste Besuch meiner Dozentin an der Schule. Durch den Brandfall musste der erste Unterrichtsbesuch nämlich ausfallen und so kommt sie erst morgen, in meiner fünften Woche also, zum ersten Mal. Dementsprechend bin ich noch viel aufgeregter, als ich es vielleicht gewesen wäre, wenn sie in der dritten Woche gekommen wäre – sie hat vielleicht mehr Erwartungen. Außerdem wird sie nun bei einer Therapie-Sitzung dabei sein und nicht im Unterricht, wie es in Woche drei der Fall gewesen wäre. Abgesehen davon hat sie uns bei einem Kennenlerntreffen bereits geraten, sie doch bitte daran zu erinnern, auch etwas Positives zu sagen, wenn sie uns Feedback gibt. Nicht gerade motivierend, so eine Information. Und zu allem Überfluss weiß ich nicht mal, wie ihr Name korrekt ausgesprochen wird. Alles in allem scheint das morgen also ein bisschen zum Scheitern verurteilt.

Abgesehen davon geht es mir wirklich wunderbar in meinem Praktikum – meine betreuende Lehrerin ist total lieb, meine Kommilitonin ist ebenfalls super und absolut kein spießiger Streber, wie ich anfangs dachte. Wir kommen wirklich sehr gut miteinander aus. Und die Kinder sind der absolute Wahnsinn. Ich kann zwar nicht behaupten, dass ich mich dazu berufen fühle, Lehrerin zu werden, aber es ist in jedem Fall eine ziemlich gute Wahl, die ich da intuitiv getroffen habe, als ich mich für dieses Studium einschrieb.

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