interaktiv

Studentenleben live

Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Autor:
Nele

Rubrik:
studium

20.05.2015

Neulich fragte mich ein Bekannter: „Du studierst also Kulturwissenschaften? Was macht man denn später im Berufsleben damit?“

Über meine berufliche Zukunft habe ich selbstverständlich schon häufiger nachgedacht, insbesondere, da man ja heutzutage keine Garantie hat, dass man auch im gewünschten Beruf landet (die hatte man früher zwar auch nicht, aber irgendwie erscheint mir das Berufsleben von damals nur halb so kompliziert wie heutzutage). Außerdem bekommt man ja von allen Seiten zu hören, dass die Geisteswissenschaften eine brotlose Kunst seien. Dazu kann ich nur sagen, dass es wahrscheinlich auch sehr viele arbeitslose Anwälte und Mediziner gibt, oder aber gelernte Mediziner und Anwälte, die in einem komplett anderen Beruf gelandet sich. Nachfrage bestimmt das Angebot, so funktioniert unser Wirtschaftssystem doch, oder? Also spielt bei der beruflichen Laufbahn auch ein gehöriger Faktor „Glück“ mit rein.

Irgendwie schon etwas unfair, oder? Stellt euch mal vor, ihr wollt unbedingt Arzt werden, investiert viel Zeit und Mühen in eure Ausbildung und am Ende bekommt ihr doch keine feste Stelle. Sicher ergattert man dann vielleicht eine Stelle als Produktionshelfer, Kellner oder was weiß ich, aber von einer gesicherten beruflichen Zukunft kann dann nicht wirklich die Rede sein, finde ich.

Neulich habe ich von einem alternativen Gesellschaftmodell gelesen: Wir automatisieren einfach alles so weit es geht. Jeder lernt, wie man die Maschinen wartet und jeder kümmert sich dann drei Stunden am Tag darum. Strom, ein Dach über dem Kopf, Wasser, Nahrung und Freizeitangebote sind in dem System komplett umsonst, denn es gibt kein Geld mehr in dieser Gleichung. Was würde ich tun, wenn ich so viel freie Zeit zur Verfügung hätte? Wahrscheinlich würde ich Kochen lernen wollen, neue Sprachen, eventuell sogar Maschinenbau. Auf jeden Fall weiß ich, dass mir bestimmt nicht so schnell langweilig werden würde. Man kann zu dem obigen Modell sagen, was man will, aber dem Satz eines Kritikers muss ich dann doch vehement widersprechen. Zumindest ich persönlich wäre in dem Szenario keineswegs unproduktiv.

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